Imre & Marne van Opstal arbeiten in I am Bob mit einer großen Gruppe von sechzehn Tänzer:innen. Zentral für das Stück
des niederländischen Geschwisterpaars ist das Thema Identität. Bob steht als Synonym für den modernen Menschen, der in seiner Getriebenheit zwischen den unzähligen Systemen der Zugehörigkeit wie Beruf, Alltag, kultureller Hintergrund oder gesellschaftliche Erwartungshaltung aufgerieben wird. Diese Verstrickung im Netz der Abhängigkeiten wird in synchronisierten Gruppenformationen getanzt und immer wieder von solistischen Einzelakten gebrochen. Individueller Ausbruch und kollektive Wiedereingliederung, Konformitätszwang und Freiheitsstreben stehen in einem spannungsvollen Wechselverhältnis. Dem Ganzen liegt eine zuweilen absurde Note zugrunde, die zugleich die Stilvariabilität des choreografischen Duos zeigt. Nach dem emotionalen I’m afraid to forget your smile im vergangenen Jahr wurden die van Opstals auch für die vom Hessischen Staatsballett koproduzierte Arbeit Voodoo Waltz am Schauspielhaus Bochum für den diesjährigen Theaterpreis DER FAUST nominiert.

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Xie Xin konzentriert sich in Broken Sense of Beauty auf sechs Tänzer:in- nen. Der intime Rahmen ist bewusst gewählt, da es sich um eine sehr 18 persönliche Arbeit der chinesischen Choreografin handelt. Vor einigen Monaten ist das Tanzstudio Xies und ihrer Kompanie Xiexin Dance Theatre in Shanghai einem Brand zum Opfer gefallen. Dieses Erleb- nis bildet den Ausgangspunkt für eine tiefgreifende Auseinander- setzung mit dem Thema Verlust. Fern jeder künstlerischen Schmerzenselegie stellt Xie den Gedanken des persönlichen Wachs- tums in den Mittelpunkt und zeigt so, dass der Mensch mittels seiner Herzensenergie gerade durch traumatische Erfahrungen eine neue Facette des Lebens ergründen kann. In einem technisch aufwendigen Bühnenbild, bestehend aus mehreren Vorhängen und Ascheschnee, kommt Xies fließende Bewegungssprache dabei besonders zur Entfaltung. Wie keine andere Tanzkünstlerin ver- mag sie es, in feiner Abstimmung die einzelnen Schichten des Gesamtbühnenwerks zu choreografieren. Dadurch entsteht eine Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann.

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Credits

Choreografie Xie Xin

Bühne Hu Yanjun

Kostüm Li Kun

Licht Gao Jie

Musik Sylvian Wang

Dramaturgie Lucas Herrmann

Künstlerische Koordination Liu Zhonglei

Ballettmeisterin Allison Brown

Inspizienz Uwe Fischer

In The Mass Ornament reflektiert der spanische Choreograf Fran Díaz schließlich einen Aspekt aus Siegfried Kracauers 1963 erschienenen Essayband „Das Ornament der Masse“. Der Philosoph im Umfeld der Frankfurter Schule beschreibt am Beispiel der Revuetruppe Tiller Girls aus den 1920er Jahren die Rationalisierung von Körpern als sozialökonomischem Ausdruck der Massenproduktion. Díaz übersetzt diesen Gedanken in die heutige Zeit und nutzt choreografisch ein breites Spektrum an Formationen. Zur unerbittlichen Musik von Henryk Góreckis Concerto for Harpsichord and String Orchestra Op. 40 und einer zusätzlichen Komposition von Tom Foskett-Barnes gliedert Díaz sein Stück in drei Abschnitte. Präzision, Bewusstheit und Verausgabung charakterisieren in der Choreografie das Selbstopfer für das Ganze. Bei allem Konformitätswahn bleibt ein Kuss da manchmal eine letzte Bastion der Menschlichkeit.

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Credits

Choreografie, Bühne und Kostüm Fran Díaz

Licht Tanja Rühl

Inspizienz: Uwe Fischer

Tanz Daniela Castro Hechavarría, Sayaka Kado, Kenedy Kallas, Mei-Yun Lu, , Rita Winder Enzo Boffa, Alessio Damiani, Masayoshi Katori, Jorge Moro Argote, Gorka Duran, Yamil Ortiz, , Benjamin Wilson, Luke Watson

Trailer De-Da Productions

Bilder

(c) A. Etter

Dunja Jocić setzt sich in ihrem Stück Moonfall mit Extremsituationen auseinander.
Vor dem Hintergrund gegenwärtiger gesellschaftspolitischer Krisen untersucht die serbisch-niederländische Choreografin das Verhältnis von Individuum und Kollektiv im Prozess von Umsturz und Wiederherstellung. Dabei interessieren sie besonders die Wahrnehmung und das Handeln von Menschen im Modus der Alarmbereitschaft. Jocić arbeitet mit den Musikstücken Rewriting Beethoven’s Seventh Symphony Part 1 von Michael Gordon und The Whole’s Gone Missing von Renger Koning. Im zweiteiligen Aufbau ihrer Choreografie nutzt sie den spannungsvollen und zuweilen chaosbeschwörenden Charakter der Musik, um die fragilen und zu-
gleich unvorhersehbaren Akte im Kampf von Akzeptanz und Auflehnung zu versinnbildlichen.

 

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Credits

Choreografie und Bühne Dunja Jocić

Licht Tanja Rühl

Kostüm Ivana Vasić

Inspizienz: Uwe Fischer

Tanz Greta Dato, Meilyn Kennedy, Bridget Lee, Milica Mučibabić, Vanessa Shield, Peng Chen, Ramon John, Marcos Novais, Anthony Michael Pucci, Tatsuki Takada

Trailer De-Da Productions

In Holding Space ergründet Anouk van Dijk die Kraft von drei Körpern im Raum.
Für die niederländische Choreografin ist es nach ihren erfolgreichen abendfüllenden Produktionen das erste Kurzstück in 25 Jahren. Zur Grundlage ihrer zweigeteilten Choreografie wählt sie die Violinstücke After Sorrow von David Lang aus dessen Musikzyklus Mystery Sonatas und Duet von Steve Reich. Fasziniert von der engen, aber dennoch offenen Struktur beider Kompositionen – die zwischen geistig-spirituellem Barockeinfluss und mathematischer Konstruktion oszillieren – entfaltet van Dijk im Verbund von Tanz und Musik eine unaufhaltsame Dynamik, deren vermeintliche Einfachheit sich durch ihre Komplexität auszeichnet. Ähnlich divergent – sich mal öffnend, dann wieder schließend – agiert der Raum im Zusammenspiel mit Licht und Choreografie.

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Credits

Choreografie und Bühne Anouk van Dijk

Kostüm Jessica Helbach

Inspizienz: Uwe Fischer

Tanz Anthony Michael Pucci, Marcos Novais, Milica Mučibabić

Trailer De-Da Productions

Den Reigen von Chronicles eröffnet FAUNO von Liliana Barros. Die portugiesische Choreografin setzt sich mit einem ikonischen Stoff aus der Literatur-, Musik- und Ballettgeschichte auseinander. Im Mittelpunkt steht die Geschichte des Fauns, die basierend auf dem symbolistischen Gedicht L’Après-midi d’un faune („Der Nachmittag eines Fauns“) von Stéphane Mallarmé aus dem Jahr 1876 sowohl Claude Debussy 1894 zu seinem Musikstück Prélude à l’après-midi d’un faune und Vaslav Nijinsky 1912 zu seinem Ballett L’Après-midi d’un faune inspiriert hat.

Barros interessiert an dem Stoff, wie kunstübergreifend die Strömung des Symbolismus Träume und Tabus als Reaktion auf Spiritualität nutzt und mittels Mythen das Mysteriöse und Unausgesprochene heraufbeschwört. Sie fragt danach, welche Bedeutung diese symbolischen Figuren heute noch haben und wie diese im Zeitalter des Anthropozäns interpretiert werden können.

 

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Credits

Choreografie, Bühne & Kostüme Liliana Barros

Musik Claude Debussy

Licht Tanja Rühl
Probenleitung Jaione Zabala Martin
Originalbesetzung  Ramon John, Masayoshi Katori, Jorge Moro Argote, Tatsuki Takada

 

Dauer ca. 12 Min.

Der englische Choreograf Alexander Whitley erforscht in Mirror mit dem Verfahren des „Motion Matching“ und KI die Interaktion realer und virtueller Tänzer:innen in einem Spiegelprozess. „Mirror“ ist eine Kooperation des Hessischen Staatsballetts (HSB) mit der Alexander Whitley Dance Company.

Vier Tänzer*innen aus dem Ensemble des Hessischen Staatsballetts und zwei Tänzer*innen aus der Kompanie Whitleys starteten im Januar 2026 im Rahmen einer Residenz in Darmstadt die aufregende Zusammenarbeit an dem Projekt.

Die Uraufführung von Mirror fand am 21. März im Londoner Sadler`s Wells statt. Im Rahmen des KI-Festivals Komm zu meinem Festival oder ich hacke deinen Toaster wird die deutschsprachige Premiere des Stücks gezeigt.

Bilder: (c) Sinah Osner

Credits

Künstlerische Leitung & Choreografie Alexander Whitley
Interactive Media Design Luca Biada
3D-Characterdesign Alexander MacKinnon
Musik Galya Bisengalieva
Bühne & Kostüme Mirella Weingarten
Licht Joshie Harriette
Probenleitung Allison Brown
Dramaturgie Sasha Milavic Davies, Lucas Herrmann
Produktion Stacie Lee Bennett-Worth
Es tanzen
Tatsuki Takada, Sofie Vervaecke und alternierend Jorge Moro Argote, Marie Ramet

Mirror ist eine gemeinsame Auftragsarbeit mit der Alexander Whitley Dance Company und Sadler’s Wells.
Besonderer Dank an das London College of Fashion für die Unterstützung bei der Photogrammetrie.

Unterstützt von: Arts Council England, DanceEast, Cockayne Grants for the Arts, Foyle Foundation, Leche Trust, Reed Educational Trust Limited, den Spenderinnen und Spendern der Big Give Christmas Challenge mit grundlegender Unterstützung durch die John Ellerman Foundation, Coln Trust und Edwin Fox Foundation.

Dramturgentext

Was geschieht, wenn wir Maschinen mehr vertrauen als einander, um zu erkennen, wer wir sind?

Das Tanzstück Mirror ist inspiriert von Shannon Vallors 2024 erschienenem philosophischen Sachbuch The AI Mirror. Die Technologieforscherin argumentiert darin, dass künstliche Intelligenz wie ein Spiegel der Menschheit funktioniert. KI zeigt nicht nur technische Fähigkeiten, sondern macht auch unsere Werte, Vorurteile, Machtstrukturen und moralischen Entscheidungen sichtbar. Wenn KI diskriminiert, manipuliert oder Macht konzentriert, liegt das nicht nur an der Technologie selbst, sondern an den menschlichen Systemen und Entscheidungen, die sie erschaffen haben. Vallor verbindet Philosophie, Ethik und Technologiegeschichte, um zu zeigen, dass die Entwicklung von KI eine moralische Herausforderung für die Menschheit ist. Statt nur zu fragen, was KI kann, sollten wir fragen: Welche Art von Menschen wollen wir sein, während wir diese Technologien bauen?

Alexander Whitley nimmt in seinem Tanzstück Mirror diese Frage zum Anlass, um einen tänzerisch-technischen Dialog zwischen Mensch und KI herzustellen. Er experimentiert dabei mit der Animationstechnik des „Motion Matching“. Dieses in der Videospiel-Entwicklung verwendete Verfahren selektiert und mischt mit Hilfe von KI vorab aufgezeichnete Motion-Capture-Daten, um flüssige, realistische Bewegungen von Charakteren zu erzeugen. In einem wechselseitigen Prozess steuern sich dabei Tänzer*innen und ihre virtuellen Abbilder innerhalb spezifischer Bereiche choreografierter Aktionen und schaffen so gemeinsam ein choreografisches Werk. Dabei entsteht im Sinne einer Feedbackschleife ein gegenseitiger Austausch zwischen künstlichen und leibhaftigen Körpern.

Für Mirror arbeitet Whitley mit der Bühnen- und Kostümbildnerin Mirella Weingarten und den Mediendesignern Luca Biada und Alexander MacKinnon zusammen. Unterlegt mit der Musik von Galya Bisengalieva ist das Tanzstück eine philosophische und emotionale Erkundung dessen, was es bedeutet, in Zeiten algorithmischer Urteile Mensch zu sein. Die Frage lautet: Was geschieht, wenn wir Maschinen mehr vertrauen als einander, um zu erkennen, wer wir sind?

Alexander Whitley

Der preisgekrönte Choreograf Alexander Whitley ist ein Pionier im Bereich von Tanz und KI.

Seine interdisziplinäre Praxis mit der von ihm 2014 gegründeten Alexander Whitley Dance Company konzentriert sich auf den Einsatz von Motion-Tracking und interaktiver Technologie und umfasst die Bereiche Bühne, Installation, Film und immersive Plattformen. Seine Produktionen, die in Zusammenarbeit mit Studios wie Marshmallow Laser Feast, The Guardian VR und HTC Vive Arts entstanden, werden international gezeigt, so u. a. beim London Film Festival, SXSW, Mediale und Romaeuropa Festival. Whitley studierte an der Royal Ballet School in London und begann seine Karriere beim Birmingham Royal Ballet, bevor er in die zeitgenössische Tanzszene wechselte. Dort sammelte er vielfältige Erfahrungen, u.a. mit Kompanien wie Rambert, der Michael Clark Company, der Sydney Dance Company und Wayne McGregor | Random Dance. Als Choreograf hat Whitley u. a. mit dem Sadler’s Wells Theatre, Royal Ballet und Rambert zusammengearbeitet. Er ist Gründungsmitglied des New Movement Collective und Dozent im Masterprogramm Design for Performance and Interaction an der Bartlett School of Architecture, University College London.

Gemeinsam mit Filmemacher:innen, Designer:innen, digitalen Künstler:innen und Komponist:innen entwickelt er innovative und vielfältige Arbeiten, die darauf abzielen, den Horizont des Tanzes zu erweitern und das Verständnis für Bewegung über zahlreiche relevante Medien hinweg zu vertiefen.

Cantos des polnischen Choreografen Maciej Kuźmiński ist eine Neukreation zur Musik von Simeon ten Holts minimalistischem Meisterwerk Canto Ostinato. Die zwischen 1976 und 1979 entwickelte Komposition des Niederländers ten Holt ist einzigartig durch seine offene Struktur, die den Interpret:innen große Freiheiten in Bezug auf Dauer, Dynamik und Instrumentierung lässt. Cantos entfaltet sich als ein surreales Tableau — ein verzerrter Spiegel menschlicher Torheit und Unachtsamkeit, inspiriert von den beißenden Visionen aus Francisco de Goyas Sprichwörtern (Los Proverbios) und Torheiten (Los Disparates) sowie den spielerischen Provokationen Marcel Duchamps. Vor dem Hintergrund eines vergrößerten Marmorbodens, der die Darstellenden wie Miniaturen erscheinen lässt, entsteht ein zerbrechliches „kleines Weltbild“, in dem das Vertraute unheimlich wirkt und archetypische Gesten das Fremdartige unserer eigenen Wirklichkeit widerspiegeln. Indem es den Surrealismus der Welt aufgreift, in der wir leben — zerrissen von Kriegen, Widersprüchen und Absurditäten — bewegt sich das Werk zwischen Humor, Spannung und gespenstischer Schönheit, verstärkt durch die Präsenz von live spielenden Pianist:innen. Kuźmiński, der vielfach mit seinem langjährigen Dramaturgen Paul Bargetto zusammenarbeitet, zeigte zuletzt deren emotionale Kreation Every Minute Motherland beim Tanzfestival Rhein- Main im Jahr 2024.

Digitales Programmheft

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The Making Of – Trailer

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Bilder

(c) Sinah Osner

Credits

Choreografie, Konzept & Inszenierung Maciej Kuźmiński
Bühne & Kostüme Gabriela Neubauer
Licht Steffen Hilbricht, Maciej Kuźmiński
Konzept & Produktionsdramaturgie Paul Bargetto
Musikalische Einstudierung Waldemar Martynel
Live-Piano Waldemar Martynel, Igor Palmov
Choreografische Assistenz Ayaka Kamei
Kostümassistenz Annika Kuchnowski
Probenleitung Allison Brown
Mitarbeit Dramaturgie Lucas Herrmann

Maciej Kuźmiński

 

Geboren 1985 in Polen, wurde Maciej Kuźmiński Zeuge zweier bedeutender Umbrüche – dem globalen Übergang von der analogen zur digitalen Welt sowie Polens Transformation von einem kommunistischen zu einem demokratischen Staat. Als „Kind einer sich wandelnden Welt“ erforscht Kuźmiński in seinen choreografischen Arbeiten Themen wie flüssige Identität, das Absolute in der Spiritualität und das menschliche Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Seine tief existenziellen und philosophischen Werke gelten als zeitgenössische Fortführung der polnischen Tradition des dramatischen Theaters.

Mit über 30 internationalen Auszeichnungen bilden Kuźmińskis freie Produktionen das Repertoire der Maciej Kuźmiński Company. Als Gastchoreograf schuf er abendfüllende Werke für renommierte Kompanien wie das Staatstheater Kassel, das Polnische Tanztheater und das Landestheater Linz, sowie zahlreiche kürzere Stücke u. a. für das Scapino Ballet Rotterdam und das Theater Osnabrück. Seit 2014 tourte er durch 23 Länder und erhielt Anerkennung für seine klare, kraftvolle und dynamische Bewegungssprache.

Seit 2009 entwickelt Kuźmiński die Methode Dynamic Phrasing – ein eigenes Konzept für Bewegung und Komposition. Es fördert eine Art „sanfte Kraft“, die sich aus der Schwerkraft speist, und erweitert das verkörperte Wissen von Tänzer:innen hin zu einem dynamischen Bewegungsspektrum. Die Methode wird an Hochschulen wie Codarts, ArtEZ oder PERA GAU, auf Festivals wie b12 und für Kompanien weltweit unterrichtet. Im Jahr 2022 wurde das internationale Zertifizierungsprogramm für Dynamic Phrasing-Lehrkräfte ins Leben gerufen. Heute lebt Kuźmiński in Rotterdam und ist als erster in Polen geborener Absolvent von Trinity Laban (London) sowie als Gründer und Leiter des ersten Polnischen Tanznetzwerks bekannt.

 

Pressestimmen

„Zwischen Goya-Groteske und spielerischer Setzung zieht der Abend das Publikum in einen Sog aus Wiederholung, Maskenspiel und kühler Präzision – atmosphärisch stark.“

– Die Deutsche Bühne 

Der Rausch, in den man hineingezogen wird… hätte noch eine Zeit lang weiterplätschern können.

– Frankfurt Neue Presse 

Bilder voll Poesie… feinschnurrende Rädchen wie in einer Spieluhr.

Cantos, ein großartiges Tanzstück von Maciej Kuźmiński beim Hessischen Staatsballett.

– Frankfurter Rundschau 

Eine fast schon beängstigende Roboter-Präzision… fesselnd virtuose, perfekt koordinierte Tanzkunst.

– Wiesbadener Kurier 

 

 

„Corps de Walk“ ist ein stilprägendes Stück aus der Zeit vor dem internationalen Durchbruch der Star-Choreografin Sharon Eyal. Die 2011 uraufgeführte Auftragsarbeit der zeitgenössischen norwegischen Tanzkompanie Carte Blanche handelt von der gefährlichen Erotik der Masse. Fast 15 Jahre nach seiner Uraufführung wird „Corps de Walk“ vom Hessischen Staatsballett wiedereinstudiert.

Aufführungsdauer: ca. 55 Min.

 

Digitales Programmheft

Audiodeskription

 

Audioflyer für den 30.11. 

Ein Service für sehbeeinträchtigte und blinde Menschen: die Audiodeskription. 

Parallel zum Probenprozess entwickeln blinde, sehbehinderte und sehende Autor:innen, die an der Qualifizierung teilnehmen, gemeinsam eine Audiodeskription inklusive einer Tastführung für den mehrteiligen Tanzabend.

Während der Vorstellung wird das Bühnengeschehen live beschrieben, um den Tanz auch hörbar erlebbar zu machen.

Wie komme ich an Tickets für eine Audiodeskription?

Bitte teilen Sie uns beim Kauf Ihres Tickets mit, dass Sie sich ein Gerät zur Audiodeskription wünschen. Dies wird nicht automatisch beim Kauf eines normalen Tickets angeboten.

Tickets mit Audiodeskription erhalten Sie telefonisch oder an der Kasse.

Tel: 06151 2811 600 oder per Mail: vorverkauf@staatstheater-darmstadt.de

Wie funktioniert der Service?

Beim Besuch der Vorstellung erhält jede*r Teilnehmer*in dann im Foyer von unserem Einlasspersonal Kopfhörer, über die die live gesprochene Audiodeskription gehört werden kann.

Die nächste Vorstellung mit Audiodeskription und Tastführung

30. November, 18:00 Uhr

Das Angebot startet um 16:30 Uhr mit einer Tastführung auf der Bühne im Großen Haus.

Treffpunkt hierfür ist das Kassenfoyer. Um 17:30 Uhr gibt es eine Einführung im Foyer.

 

Bilder

Titelbild credit: De-Da Productions

Bilder in der Gallerie: Sinah Osner

Trailer

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Credits

Choreografie Sharon Eyal & Gai Behar
Musik Ori Lichtik
Licht Alon Cohen
Ass. Licht Henry Rehberg
Kostüm Sharon Eyal & Gai Behar

Trailer: De-Da Productions

 

Bouffées von Leïla Ka ist eine Wiedereinstudierung der freien Produktion der französischen Choreografin. Das preisgekrönte Stück aus dem Jahr 2022 zeigt fünf Frauen gefangen im Griff einer Trauer, deren Gründe unbekannt sind, aber vielfältig erscheinen. Gefühle von Überwältigung und Befreiung halten sich die Waage beim gleichzeitigen Versuch, den aufkeimenden Kummer in die Kraft des Lebens zu verwandeln. Aufgereiht in geblümten Kleidern entwickelt sich eine körperlich-klangliche Kakophonie der fünf Körper, die Atem, wiederkehrende Gesten und ein Rhythmus des Fallens und Wiederaufstehens vereint.

Bilder

"Bouffées" by Leila Ka © Andreas Etter
© Andreas Etter
© Andreas Etter
© Andreas Etter
© Andreas Etter

Trailer

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Credits

Choreografie, Kostüme & Licht Leïla Ka

Probenleitung Uwe Fischer, Bruno Heynderickx

Originalbesetzung
 (Für die Wiedereinstudierung am Hessischen Staatsballett)

Daniela Castro Hechavarría, Sayaka Kado, Kenedy Kallas, Meilyn Kennedy, Rita Winder

Dauer ca. 13 Min.

Weltpremiere Bouffées am 12.6.2022 in Paris

Trailer: De-Da Productions

Leïla Ka

Die Französin Leïla Ka hat es innerhalb weniger Jahre geschafft, zu einer der gefragtesten Choreografinnen ihrer Generation zu werden.
Ihre Tanzkunst ist zugleich kraftvoll, theatralisch und präzise.

Ka fand ihren Einstieg über den urbanen Tanz und beschritt bewusst einen unkonventionellen Weg abseits akademischer Traditionen. Nach ihrer Mitwirkung in Maguy Marins gefeiertem Stück May B begann sie, ihre eigenen Choreografien zu kreieren, inspiriert von urbanen und zeitgenössischen Einflüssen. Nach dem internationalen Erfolg ihrer ersten drei mehrfach preisgekrönten Stücke – der Solo- und Duettstücke Pode ser, C’est toi qu’on adore und Se faire la belle – kreierte Ka mit
Maldonne ein Gruppenstück, das 2024 für den Inter- national Dance Prize am Saddler’s Wells in London nominiert wurde. Derzeit ist sie assoziierte Künstlerin des CENTQUATRE – Paris, der scène nationale de Cavaillon und der scène nationale de Dieppe.

Die Wiedereinstudierung ihres Stücks Bouffées, für das sie 2022 den ersten Preis beim internationalen Wettbewerb Danse Élargie des Théâtre de la Ville de Paris gewann, ist die erste Zusammenarbeit von Ka mit dem Hessischen Staatsballett.