Mit „Möbius“, ihrer fünften Produktion, erweitert Compagnie XY die Grenzen der Akrobatik und lässt sich von Naturphänomenen wie den faszinierenden Formationen von Vogelschwärmen inspirieren. Wie bei den synchronen Bewegungen von Staren entsteht eine dichte, fließende Choreografie, in der viele Körper wie ein einziger Organismus agieren.
Im Zentrum steht die Idee eines kontinuierlichen Bewegungsflusses – eines „Kontinuums“, in dem sich Situationen ständig verwandeln, ohne Gegensätze zu erzeugen. In einem offenen, weißen Raum entfaltet sich die Aktion wie eine Kettenreaktion: ein lebendiges Gefüge aus Energie, Wahrnehmung und gegenseitiger Reaktion.
Die Zusammenarbeit mit dem Choreografen Rachid Ouramdane bringt eine zusätzliche künstlerische Perspektive in die Arbeit ein und vertieft die Verbindung von Bewegung, Raum und Bedeutung.
„Möbius“ ist eine poetische Hommage an das Lebendige – und erinnert daran, dass gemeinsames Handeln die Grundlage für Entwicklung, Erneuerung und kreative Zukunft ist.
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Compagnie XY ist ein internationales Akrobatik-Kollektiv, das seit über 20 Jahren die künstlerische Sprache der Akrobatik erforscht. Im Zentrum steht die Arbeit im großen Ensemble, um Fragen nach Gemeinschaft, Individualität und kollektiver Bewegung sichtbar zu machen.
In einem nicht-hierarchischen, kollaborativen Prozess entstehen großformatige Produktionen für Theater und öffentliche Räume, die durch physische Präzision, poetische Bilder und die Kraft des Kollektivs geprägt sind.
Mit weltweit über 1000 Aufführungen hat die Compagnie eine einzigartige Handschrift entwickelt und zählt heute rund 50 Akrobat:innen.
An diesem Abend werden vier Stücke von Choreografen aus der Region vorgestellt.
Im Anschluss findet ein Nachgespräch mit unserem Dramaturgen Lucas Hermann statt.
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Dieses Stück erforscht Verbundenheit – mit sich selbst, mit einem anderen Menschen oder mit etwas, das größer ist als wir. Es verweilt in den stillen, zerbrechlichen Momenten, in denen wir uns entscheiden zu vertrauen, uns anzulehnen oder hinzugeben, und in den vielschichtigen Emotionen, die dabei an die Oberfläche treten. Sein Vertrauen in etwas außerhalb seiner selbst zu setzen, kann tröstlich oder hoffnungsvoll sein, aber es kann sich auch verzweifelt, desorientierend oder sogar ein wenig wild anfühlen. Oft koexistieren diese Gefühle und verschwimmen zu etwas Ehrlichem und Menschlichem.
Das Werk bezieht seine Kraft aus Gegenüberstellungen: Nähe trifft auf Isolation, Spannung auf Lösung, und Vertrauen auf Ungewissheit. Diese Kontraste werden nicht als Widersprüche behandelt, sondern als Schichten derselben Erfahrung – das Hin und Her, das unsere Beziehung zur Welt und zueinander formt. In diesem Aufeinandertreffen von Gegensätzen entsteht Verbundenheit.
In diesem Aufeinandertreffen von Gegensätzen entsteht Verbundenheit.
Mehr zu dem Stück und den Künstler:innen finden Sie hier

Wie können wir der Schwerkraft widerstehen – oder sie nutzen, um uns zu bewegen, oder uns ihr hingeben? Und wie rufen wir Zentrifugalkräfte hervor, wie können wir uns in ihnen bewegen und den Schwindel aushalten?
Zwei Menschen auf der Bühne, die Zentrifugalkräften und der Schwerkraft ausgesetzt sind – nicht nur in Beziehung zur „Mutter Erde“, sondern auch zueinander. Sie spielen mit ihrer Anziehung, ihrer Abstoßung und ihren Sehnsüchten. Wir laden ein zu einem Spiel mit dem Boden, mit Rotationskräften und mit der Gravitation zwischen uns.
Mehr zu dem Stück und den Künstler:innen finden Sie hier.
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„When we collide“ erforscht den Abdruck einer Umarmung – einer, die ersehnt, erinnert und verzweifelt gebraucht wird. Es beginnt mit Abwesenheit: einer fehlenden Umarmung, die im Körper nachhallt wie die Spur von etwas einst tief Empfundenem. Im Verlauf der Bewegung wird die Suche nach dieser verlorenen Verbindung zunehmend dringlich, beinahe unerträglich. Was als sanfte Erinnerung beginnt, wird zu einer Notwendigkeit – einem körperlich spürbaren Verlangen. Das Stück erreicht seinen Höhepunkt in einer kraftvollen Kollision – einer Umarmung, so intensiv, dass sie an Zerstörung grenzt.
Dauer: ca. 15 Min.
Mehr zu dem Stück und den Künstler:innen finden Sie hier.
„Ich spüre, wie mein Körper übernommen wird, vom Boden gehoben wie ein Blatt, das der Wind trägt.
Ich kann es nicht kontrollieren, ich kann es nicht aufhalten.
Es wächst und dehnt sich aus, trägt mich höher – schneller, stärker
– so wie auch die Emotionen in mir aufsteigen und sich entfalten.“
Mehr Informationen zu dem Stück und dem Künstler finden Sie hier.
Eine Reise durch den Prozess des Sterbens, des Sich-Verbindens und des Loslassens von
Matthew Tusa
Der Tod. Wir alle werden ihm begegnen. Können uns seiner sicher sein. Er ist unausweichlich –
und doch sprechen wir kaum über ihn. Wir schieben ihn beiseite, behandeln ihn als Tabuthema –
als etwas, das vermieden, hinausgezögert oder verleugnet wird. Doch was wäre, wenn man nur
noch kurze Zeit zu leben hätte?
In der Palliativmedizin werden Menschen mit dieser Wahrheit direkt konfrontiert. Dort ist Heilung
nicht mehr das Ziel. Der Fokus verlagert sich auf Schmerzlinderung, Fürsorge, Trost und Würde –
auf die Lebensqualität dieser letzten Lebensmomente.
Dieses Tanzstück widmet sich genau diesen Momenten: Inspiriert von den bewegenden
Geschichten auf der Palliativstation und den berührenden Einblicken, wie sich Menschen mithilfe
der Musiktherapie in ihren letzten Lebensphasen öffnen, taucht es tief in die vielschichtigen
Gefühlswelten ein. Ein „Lebenslicht“ am Abend.
„Das Leben ist angenehm. Der Tod ist friedlich. Der Übergang ist das Problem.“ – Isaac Asimov
Am 28.03. gibt es um 19:10 Uhr eine Einführung und nach der Vorstellung auch ein Nachgespräch mit den Künstlern.
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Choreografie: Matthew Tusa mit dem Ensemble
Tänzer:innen: Carlos Díaz, Paige Perry, delta RA’i, Verena Wilhelm
Musikerin: Sung-Eun Lee, Johannes Gutmann
Initiatorin und Wegebnerin: Grit Schade
Gefördert durch Dance Nexus e.V. und das Kulturamt Wiesbaden.
Mit herzlichem Dank an Karin Dietrich, Dr B.O. Maier, das Hinterbergwerk und an die Patient*innen der Palliativstation, deren persönliche Erfahrungen wir künstlerisch verarbeiten durften.

Seine Mission ist es, die Erfahrung des Tanzes zu vertiefen, indem er kraftvolle, emotionale Tanzstücke schafft, die ein breites Publikum unterhalten und ansprechen.
In Australien geboren, lebt Matthew seit 2005 in Wiesbaden. Nach einer 14-jährigen Karriere als Solotänzer bei renommierten Kompanien wie der Deutschen Oper am Rhein, dem Königlich Schwedischen Ballett, dem Ballet Madrid sowie mit dem Ballett des Hessischen Staatstheater Wiesbaden war er international für Opern- und Tanzkompanien in Österreich, Deutschland, den USA und seiner Heimat Australien als Choreograf tätig.
Seit 2018 gestaltet er zweimal im Jahr Tanzprojekte der freien Szene in Wiesbaden mit Unterstützung des Kulturamts Wiesbaden, oft in Zusammenarbeit mit der Gruppe LightArtDance. Er erhielt das “Projektstipendium Internationale Maifestspiele” 2021 und 2024 und verschiedene Förderungen u.a. ein “Brückenstipendium” der Hessische Kulturstiftung und “Distanz Solo” der Neustart Kultur/Dachverband Tanz.
www.matthewtusa.com

Carlos Díaz ist ein peruanischer Tänzer und Choreograf, der seit 2021 in Frankfurt am Main lebt. Er erhielt seine klassische Ballettausbildung an der Ellison Ballet School in New York City. Von 2015 bis 2020 tanzte Carlos Díaz beim Nationalballett von Peru in Lima. Seit seinem Umzug nach Frankfurt arbeitet er freischaffend und war unter anderem als Gasttänzer an der Oper Frankfurt, am Landestheater Detmold sowie am Hessischen Staatstheater Wiesbaden engagiert.
Als Choreograf präsentierte er eigene Arbeiten beim Sommerwerft-Festival, beim Frankfurt Tanzt Festival, bei Freier Tanz im Delta XIII & XIV (Mannheim) und beim DanceNexus Festival (Wiesbaden). Zudem zeigte er seine Stücke im Gallus Theater Frankfurt.

Paige Perry wurde in den USA geboren. Ihre Ballettausbildung bekam sie in Milwaukee, Wisconsin, ihr erstes Engagement war am Milwaukee Ballet. Nach einem zweijährigen Engagement am Hartford Ballet, wechselte sie ans Hamburg Ballett unter John Neumeier. Nach knapp 5 Jahren am Hamburg Ballett ging sie zurück in die USA, wo sie Ensemble-Mitglied am San Francisco Opera Ballet wurde. Zur gleichen Zeit wurde sie Gründungsmitglied der Lines Dance Company unter Alonso King.
Fünf Jahre später ( und nach der Geburt ihrer ersten zwei Kinder) siedelte sie wieder um nach Europa, wo sie zunächst als Solistin am Ulmer Ballett engagiert war. Später wechselte sie als Solotänzerin ans Staatstheater Wiesbaden.
Nach Beendigung ihre aktiven Tanzkarriere absolvierte Paige Perry eine Ausbildung zur Tanz-und Bühnenpädagogin an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt, die sie mit einem Diplom abschloss.
Von 2000 bis 2022 leitete Paige Perry die Ballett Akademie Wiesbaden.

delta RA’i ist seit Ende der 70er Jahre als Performer, Tänzer, Choreograf, Art Director sowie Licht-, Bühnen- und SM-Künstler tätig.
Seit 1985 widmet er sich dem japanischen Butoh-Tanz und gründete 1988 in Berlin die erste deutsch-japanische Tanzkompanie: tatoeba-THÉÂTRE DANSE GROTESQUE (tatoeba.de) mit Minako Seki und Yumiko Yoshioka.
Seit 1995 kuratierte er zusammen mit Yumiko Yoshioka auch das internationale Butoh-Tanz-Austausch- & Performance-Festival eX…it! (exit.tatoeba.de), das bis 2019 alle 4 Jahre auf Schloss Bröllin/Deutschland stattfand.
1998 begann er, sich dem interaktiven Tanz im öffentlichen Raum mit rituellen Fußwaschungen (feetwash.de) zu widmen und lernte dadurch Felix Ruckert (felixruckert.de) kennen, mit dem er seit 2000 als Tänzer, Performer und Dozent zusammenarbeitet.
Seit 2019 arbeitet er zusammen mit seiner Liebespartnerin Julia an diversen Performances und Workshops rund um Körperlichkeit in Lust, Schmerz und Vergänglichkeit, Authentizität und Sexualität. Speziell dem Thema Sterben und Tod widmet er immer mehr, vor allem auch künstlerische Aufmerksamkeit, besonders seit er ab 2023 als ehrenamtlicher SterbeBegleiter in einem Hospiz arbeitet.

Verena Wilhelm ist freischaffende, zeitgenössische Tänzerin und Tanzpädagogin. Sie studierte Bühnentanz in Berlin und arbeitet seitdem mit verschiedenen Choreograph*innen der freien Szene, zudem war sie für mehrere Spielzeiten Gast am Schauspiel Stuttgart und dem NTM Mannheim. Sie ist Preisträgerin des renommierten International Solotanztheater Festivals Stuttgart, ihre eigenen Arbeiten wurden zudem u.a. von den Sophiesälen Berlin und dem LOFFT Leipzig eingeladen.
In den letzten Jahren legte sie ihren Fokus verstärkt auf den Bereich der Tanzvermittlung – zur Vertiefung absolvierte sie ein Masterstudium in Tanzpädagogik an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden. Seitdem bewegt sie sich konstant zwischen verschiedenen Tanzvermittlungskontexten und der kreativen Bühnenarbeit als Tänzerin, Choreographin und choreographischen Assistenz – und entdeckt dabei beständig neue, inspirierende Synergien.

Was bedeutet es, innerhalb der freien Szene in Wiesbaden und der umliegenden Region zu arbeiten und Stücke zu entwickeln?
Ich glaube, es gibt viele Möglichkeiten, in Wiesbaden und der umliegenden Region zu arbeiten und Stücke zu entwickeln. Wiesbaden ist seit 20 Jahren meine Heimat und ich nutze die Gelegenheiten, die hier entstehen. Ich bringe Menschen zusammen, drücke mich selbst aus, schaffe Stücke und versuche, die mir zur Verfügung stehenden Mittel voll auszuschöpfen.
Um das zu erreichen, ist Eigenantrieb wichtig. Es geht darum, Möglichkeiten zu eröffnen, in denen ich selbst entscheide, was und wie ich kreiere und gestalte. Das ist, wo ich als Wiesbadener Künstler stehe: die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen herauszuarbeiten und zu schaffen. Dies ist der organisatorischen und managementseitigen Seite geschuldet, die mir Auftrittsmöglichkeiten und Vorstellungen erlaubt, um meine eigenen Choreografien zu präsentieren.
Was war der Ausgangspunkt für dein Stück und gab es dabei besondere Herausforderungen?
Der Ausgangspunkt für „Lebenslicht“ war ein Treffen mit Song-Eun Lee, einer Musiktherapeutin auf den Palliativstationen in Wiesbaden und Mainz.
Als ich von ihrer Arbeit und dem Thema Palliativmedizin hörte, fand ich es sehr spannend. Das Thema an sich, den Tod und den Prozess des Sterbens hat unglaublich viel tiefe. Es hinterfragt unsere Einstellungen, unseren Glauben und unsere Bedürfnisse sowie unsere Herangehensweise an den Tod.
Das Thema war neu für mich, denn ich hatte mich bis dahin noch nicht wirklich damit auseinandergesetzt. Ich finde das Thema sehr naheliegend und existenziell und denke, dass die Auseinandersetzung dabei hilft. Es geht nicht nur um eine Zeit in der Zukunft, sondern darum, wie ich mein Leben jetzt lebe. Es hat mich gezwungen, meine eigenen Werte und meinen Glauben zu hinterfragen und zu überlegen, was mir wichtig ist. Der neu gefundene Wert für Zeit, Verbindung und Leben im Moment bringt Bedeutung und Tiefe und eine Dankbarkeit. Die Veränderung bzw. Wiedererkennung meiner Einstellung und Perspektive dem Tod gegenüber möchte ich in Gedanken und Ideen teilen. Durch meine choreografische Arbeit und meine Stücke öffne ich einen Raum und stelle die Frage: Wie seht ihr das? Was denkt ihr? Ich finde es wichtig, solche Themen darzustellen und den Zuschauern den Raum zu geben, ihre eigene Meinung und ihre eigenen Gedanken zu formulieren.
Ich habe Sung-Eun kennengelernt. Sie hat viel von ihren Erfahrungen und ihrer Arbeit erzählt. Ich fand es sehr emotional, erweiternd, bedeutsam und sorgfältig, was sie macht. Es gibt auch viele Zusammenhänge mit dem, was mir als Choreograf wichtig ist: Emotionen zu zeigen, zu bearbeiten und auszudrücken. So entsteht ein Raum für das Thema, über das in meinem Umfeld nicht viel gesprochen wird. Ich habe das Bedürfnis, mich damit auseinanderzusetzen und diesen Raum zu öffnen.
Wie stellst du dir die Entwicklung der Freien Szene in Wiesbaden in den nächsten fünf Jahren vor? Welche Vision hast du für die Zukunft?
Ich denke, die freie Szene hat mit der Unterstützung der Akteure viele Chancen, sich hier in Wiesbaden weiterhin zu entwickeln. Damit meine ich konkret die lokale Freeszene in Wiesbaden. Menschen, die hier leben und arbeiten. Ich glaube, es gibt Möglichkeiten. Es ist eher eine Frage der Organisation, Energie und des Willens, Zeit zu investieren, ohne große Sicherheit zu haben, um Nachhaltigkeit zu schaffen.
Vieles in der Freien Szene wird durch freiwillige Arbeit geleistet, und genau da scheitert es oft an der Realität. An Leidenschaft fehlt es nicht.
Ich denke, wir haben in den letzten Jahren bereits große Fortschritte erzielt. Was ich bemerke, ist, dass es genügend Künstler gibt. Um die freie Szene zu repräsentieren, sind Initiativen wie der Dance Nexus e. V. entstanden. Es gibt Initiativen, die Tanzkünstler vernetzen und Selbsthilfe fördern. Am meisten scheitert es an der Infrastruktur, dem Zugang und dem Wissen. Da ich aus dem Theaterbereich komme, habe ich einen Vorteil, trotzdem gibt es immer wieder neue Dinge für mich. Ich kann mir nur vorstellen, dass es für andere noch überfordernder ist. Hier hilft die Vernetzung. Die Vernetzung bringt dem Tanz mehr Sichtbarkeit und Gemeinsamkeit und hoffentlich auch mehr Engagement mit dem Tanzpublikum. Das finde ich toll! Ein Beispiel ist das „Tanznah“-Festival, das entstanden ist. Ich hoffe, dass alles aufeinander aufbaut.
Ich glaube, am hilfreichsten für die Weiterentwicklung wäre es, feste Orte (für Proben und Aufführungen) und Termine sowie Fördermöglichkeiten zu haben, wo Künstler ihre Arbeit ohne zu viel zusätzlichen Aufwand machen können. Auch Plätze, an denen man sagen kann: „Hier gehe ich hin und schaue Tanz in all seinen Formen an.”
Es gibt auch viele Möglichkeiten für weiter Kollaborationen, wie zum Beispiel mit dem Staatstheater bei diesem Festival in der Wartburg. Den Festival biete Raum für Tanzschaffende, in Wiesbaden zu arbeiten und sich zu präsentieren. Tanz ist eine lebendige Kunstform, und durch diese Möglichkeiten bleibt sie sichtbar, aktuell und kreativ.
Was meine eigene Zukunft betrifft, ist alles offen. In Wiesbaden bleibe ich mit meinen Kindern und meiner Familie. Als Künstler, bleibe ich im Moment hier und gehe von einem Projekt zum nächsten. Ich lasse mich von meinen Interessen leiten und schaue, welche Mittel ich dann brauche, um sie auszudrücken. Es ist ein langwieriger Prozess, Menschen, Orte und Mittel zusammenzubringen, aber es ist mir sehr erfüllend.
Wie beeinflussen Kooperationen mit Musiker:innen und Tänzer:innen deinen kreativen Prozess?
Ich bin, muss ich sagen, ziemlich eigenständig, was die Entwicklung der Grundidee angeht. Von Anfang an wähle ich ein Thema aus, zu dem ich etwas ausdrücken möchte. Ich tauche tief ein, setze mich mit allen gesammelten Informationen auseinander und frage mich, welche Aspekte mir wichtig sind und was ich gerne ausdrücken möchte. Sobald ich diese Grundidee habe, suche ich Menschen aus, die mich dabei inspirieren und unterstützen können.
Die Grundidee bildet den Kern und bietet eine Struktur zur Umsetzung. Innerhalb dieser Struktur gibt es viel Spielraum für Details. Ich lasse mich von den Menschen, mit denen ich arbeite, und von dem, was sie als perspective mitbringen, inspirieren. Ich glaube, dass wir gemeinsam vielfältigere Ideen haben und dass aus einer größeren Auswahl mehr entstehen kann. Es ist wie einen Baum zu pflanzen und sich um ihn zu kümmern.
In der choreographische Prozess benutze ich viel verschiedene Wege zu kreieren. Diese involviert die Tänzer:innen. Von ganz klare festgelegte Schritte und Formen, verschiedene Aufgaben, eigen Material hineinzubringen bis zu Improvisationen. Ich setze die Richtung und schaue was sie bringen. Da es um neue Kreationen geht, ist meine frage oft, “hier ist eine Idee, wie würdest du das ausdrucken?” Authentizität bringt viel zu der Glaubhaftigkeit die gezeigt wird. Es bringt auch viele schöne Bewegungen, woran ich selbst nicht denken würde. Die Bewegungsideen fließen zusammen, Mischen sich und solange sie kongruent zu der Konzept sind formen der Choreographie.
Wann hast du begonnen, Choreografie als möglichen beruflichen Weg für dich zu sehen?
Choreografie hat mich immer sehr fasziniert. Ich muss sagen, als Tänzer am Anfang und auch in der Schule, war ich sehr perfektionistisch und es war mir sehr schwierig zu choreografieren. Eine Verletzlichkeit zu zeigen und auch der wissen wie. Meine selbst bewertenden Gedanken Stand mir oft im weg.
Ein großer Einfluss war Stephan Thoss, für den ich als Tänzer gearbeitet habe. Er hat mir im Laufe unserer Zusammenarbeit sein Wissen vermittelt. Ich habe kleine Stücke für choreografische Abende kreiert und mich von dort aus weiterentwickelt. Meine Einstellung ist heute wie am Anfang meiner Tanzkarriere: Ich mache einfach weiter und schaue, wohin mich mein Weg führt.
Während ich damals dankbar war, eine Solo von zwei Minuten herauszuarbeiten, mache ich mittlerweile Choreografien von einer Stunde mit bis zu zehn Tänzer:innen, alles selbstorganisiert. Und in diese Stunde finde ich es oft echt schwierig, meine Ideen zurecht auszudrücken. Meine Herausforderung als Choreograf ist es jetzt, Klarheit zu schaffen und mich auf das Wesentliche zu fokussieren.
Wie prägt deine Erfahrung als Tänzer, deine choreografische Praxis und umgekehrt: Wie beeinflusst das Choreografieren deine Arbeit als Tänzer?
In meiner choreografischen Praxis sehe ich viele Aspekte meiner Erfahrung als Tänzer wieder. Meiner Meinung nach ist es eine vielseitige Aufgabe, Choreograf zu sein. Es gibt so viele verschiedene Wege und Herangehensweisen.
Ich habe die Erfahrungen und Einflüsse, die ich als Tänzer hatte, und dazu kommen die, die ich in den letzten Jahren als Lehrer gesammelt habe. All das verbindet sich mit meiner choreografischen Praxis.
Für mich ist Choreografie nicht nur, Bewegung in Formen und Bewegungen zu gestalten. Es geht auch darum, Ideen herauszuarbeiten, ein Konzept in Bewegung umzusetzen, mit Menschen umzugehen, sie einzubinden und mit ihnen zu arbeiten, um das Beste aus ihnen herauszuholen. Ich versuche, Raum für einen tiefen Prozess zu kreieren, in dem wir uns austauschen und mit Ideen auseinandersetzen können. Ich ermutige dazu, eigene Ideen einzubringen und diese Erfahrungen und Erlebnisse zu teilen. Ein choreografischer Prozess ist mir nicht nur das Endresultat, sondern auch der Weg dorthin, der hoffentlich Entwicklung für die Beteiligten bietet.
Der Prozess ist oft spannend. Er sollte Spaß machen, intensiv und tiefgehend sein.
Gibt es etwas Bestimmtes, das du dem Publikum mit diesem Stück vermitteln möchtest?
Das Thema ist existenziell. Es liegt sehr nahe. Es ist sehr tiefgründig und intensiv. Der Prozess des Sterbens ist etwas, das wir alle durchlaufen werden, und ich denke, die Angst davor loszulassen, ist der Kern dessen, was ich zu vermitteln versuche. Der Weg ist es nicht, das Thema zu vermeiden, sondern es im Gespräch bzw. durch Kunst zu öffnen.
Mit dem Stück möchte ich das Thema öffnen und eine Perspektive darauf geben, was Menschen in diesem Zustand durchmachen und was alles möglich ist.
Mein Wunsch ist, dass sich das Publikum mit dem Thema auseinandersetzt und eine Reise erlebt, die auf der Bühne dargestellt wird. Durch das Stück lade ich sie ein, in das Thema einzutauchen und sich mit dem Ausdruck der Tänzer zu verbinden. Ich biete ein emotionales Erlebnis, in dem sie sich selbst vielleicht wieder erkennen oder hineinversetzen können. Der Versuch ist es, das Thema durch den Tanz nachvollziehen und spüren zu können.
Hast du schon einmal kreative Blockaden erlebt? Wenn ja, wie gehst du damit um?
Manchmal habe ich mit einer Resistenz zu kämpfen. Ich bringe mich voran, indem ich viele kleine Tricks anwende. Dazu gehören feste Termine zu setzen, loszulassen, kleine Spiele zu machen und mit Authentic Movement zu arbeiten. Hauptsache ist, sich einfach die Zeit zu nehmen, um da zu sein und sich mit den Ideen auseinanderzusetzen.
Das Buch „The War of Art“ von Steven Pressfield hat meine Einstellung sehr beeinflusst. „Mach was“ ist eigentlich die vereinfachte Aussage. Um Resistenz zu bekämpfen, muss ich aus dem bewertenden Kopf in einen kreativen, spielerischen Raum kommen (was ich mit dem Körper verbinde). Meine Erfahrung ist, dass beide Einstellungen nicht gleichzeitig existieren können. Da ich Blockaden mit Stillstand assoziiere, nutze ich den Einfluss von Authentic Movement oder kleine spielerische Aufgaben, um mich in Bewegung zu bringen und „kreatives Momentum“ zu erzeugen. Es läuft am meistens dann wieder!
Gefördert durch:

Das Startbahn-Format geht in die nächste Runde.
Bereits zum fünften Mal zeigt sich der kreative Reichtum des aus vielen künstlerischen Einzelstimmen bestehenden Ensembles des Hessischen Staatsballetts auch in dieser Spielzeit.
In ästhetischer und konzeptioneller Bandbreite präsentieren die Tänzer:innen ihre Kurzchoreografien in den Kammerspielen. Dabei werden eigene Konzepte ausprobiert, persönliche Tanzstile entwickelt und neue Formen tänzerischen Ausdrucks kultiviert. Für manche der Choreograf:innen sind es die ersten Schritte auf diesem Parkett.
Choreografien: Tänzer:innen des Hessischen Staatsballetts
Uraufführung Teil 1 am 13. Juni 2025, 19:30 Uhr
Uraufführung Teil 2 am 14. Juni 2025, 19:30 Uhr (mit Nachgespräch auf der Bühne)
Ort: Staatstheater Darmstadt, Kammerspiele
Startbahn teilt sich in Teil 1 und Teil 2 auf, die jeweiligen Termine sind hierfür gekennzeichnet.
©Tatsuki Takada
Choreografie, Bühne, Licht, Kostüm, Tanz: Peng Chen
Musik: Gaetano Donizetti, Enrico Caruso
Ich nutze die Grenzen des Bewusstseins,
um das Wachstum des Bewusstseins zu blockieren.
Wir tauschen wilde Wahrheiten
gegen passende Formulierungen,
rohe Emotion
gegen antrainierte Reaktion.
Was fürchte ich mehr – den Schmerz, gesehen zu werden,
oder die Freude, erkannt zu werden?
Dasselbe – so verschieden.
Dauer 10 Min.
Choreografie, Bühne, Licht, Kostüm: Ramon John
Musik: Moses Sumney, serpentwithfeet
Tanz: Ramon John, Masayoshi Katori

Als ich so dasaß und die Passanten beobachtete, die eiligen Schrittes am Fenster vorbeirauschten, gekleidet in schicke Anzüge und Zweiteiler, Brieftaschen in ihren Händen und Kopfhörer auf den Ohren, konnte ich nicht umhin als zu bemerken, dass meine Zeitleiste sich veränderte. Verlangsamte. Das Leben selbst rauschte vorbei und ich saß dort. In Stille. Unbewegt. Zufrieden. Im Zentrum dieses wundervoll, hektischen „Lipstick Jungle“, im Land der aufgehenden Sonne, fand ich mich wieder, in meinem kleinen Eden. Ein Eden meiner Schaffung. My room. My womb.
Um 12 Uhr nachmittags, mit einem ungesüßten Zitronen-Eistee und einem Stück Mille Crêpe vor mir, mit kreisenden Gedanken wie „Cranes in the sky“, diesen metallenen Wolken zu entkommen versuchend, bemerkte ich plötzlich eine Verschiebung in mir. Wir bewegten uns. Closer. Wie zwei Teile eines verwobenen, doch geteilten Partikels, an gegenüberliegenden Seiten des Universums, zog meine andere Hälfte an mir, alterierte meinen Zustand. Unseren Zustand, zeitgleich. Bewegung.
So wie ich meine Welt hinter mir lasse, auf stelzenartigen Beinen durch diese Tür stolziere, raus und hinein in diese laute und chaotische Realität, unsere Jetztheit, nur um zu rennen und endlich in dich zu knallen, bleibt die Zeit stehen. Blicke treffen sich, eine Flut an Nostalgie überkommt mich und der Liedtext „like a moth to a flame burned by the fire…“, spielt in meinem Hinterkopf. Verzweifelt greife ich nach meinen Erinnerungen, möchte in der Zeit zurückreisen und genau in diesem Moment verweilen, für immer, und gleichzeitig, ungeduldig nach vorne preschen. Alldieweil bist du da.
Nun sind wir hier, im Zentrum unseres Universums, dein Wesen die Wände meines Herzens durchdringend, und ich kann nicht anders als mich zu fragen: Sind wir die „only lovers left alive“?
Dauer 9 Min.
Choreografie, Bühne, Licht, Kostüm: Anthony Michael Pucci
Musik: Suso Saiz, Sarah Vaughan, Richard Chartier, Andy Stott, Hana Stretton
Tanz: Enzo Boffa, Sayaka Kado
Und dennoch ist Platz in dieser Tasse. Du kannst eigentlich nichts verlieren, denn nichts gehörte dir je. Was du in deinen Armen zu halten glaubst, ist ein Geschenk, das du empfangen hast – aber wieder hergeben musst. Lass los, wie das Schmelzwasser, das in die Erde sickert. Der Tag wird schließlich kommen, an dem dich dieses Spiel des Verlangens, das du immer wieder spielst, erschöpfen wird. Erst dann wirst du dich niederlegen und mit zusammengebissenen Zähnen daliegen,
während die ungeordneten Teile lautlos aus der Tiefe zu trommeln beginnen.
Choreografie, Konzept, Bühne, Licht, Kostüm, Tanz: Rita Winder
Choreografie und Konzept in Zusammenarbeit mit: Jeremy Curnier, Sayaka Kado
Musik: Sam Amidon, John Fahey, Angelo Favis
Text: Jeremy Curnier
Film: Jan van IJken

Halte deine Geschichte fest
Halte sie fest, bis du weißt, dass sie wahr ist.
Halte sie frisch – wie die neugierige Handfläche eines Kindes,
die sich um die Schnur eines rosa Ballons schließt,
die Augen ganz vertieft in das Rosa,
schwebend
vor dem geschäftigen Hintergrund des Lebens, berührt vom unsichtbaren Hauch der Luft.
Nimm dein Leben in dich auf
Es ist die existenziellere Wahl.
Nimm es auf –
so wie sich mosaikartige Risse im ausgetrockneten Boden
unter einem Platzregen sanft wieder schließen,
durchtränkt von Erfahrung.
Sieh deinen Schmerz
Beobachte ihn in den Handflächen deiner gelebten Hände,
gezeichnet von der Gegenwart der Zeit.
Mit der Zeit
wirst du erkennen, dass er ein Freund ist –
der dir hilft, die Schönheit des Sonnenuntergangshimmels zu begreifen,
wenn du alleine sitzt
auf einer Bank.
Still.
Erkenne jetzt,
dass die Offenbarungen der Gegenwart
mit dem Vergehen der Zeit
zur Naivität deiner Vergangenheit werden.
Die Jugend – übersät mit verletzlicher Gewissheit,
die dich mit der Realität ohrfeigt.
Du gibst allem die Schuld, außer dir selbst –
bis du nur noch dir selbst die Schuld gibst.
Scham wird fruchtbar.
Aber Scham ist meist sinnlos.
Bemerk es.
Bemerk das unaufhörliche Reden deines Geistes,
der in Angst gerät, wenn man ihn unbeachtet lässt –
wie das durchdringende Kreischen eines einsamen Kindes in der Nacht,
das Trost bei genau dem sucht,
von dem es ignoriert wird.
Wiege es.
Streichle die monströsen Dämonen,
denen du dich nicht stellen willst –
gesichtslose Einbildungen,
die Lärm erzeugen, der deine Angst übertönt.
Es ist nur Lärm.
Überwucherte Hecken formen Labyrinthe der Gedanken.
Eingeübte Schritte prägen überlaufene chemains (Pfade).
Und trotzdem gehen wir hinaus
auf die Straßen unserer Stadt
und ziehen Linien zwischen dem Persönlichen und dem Beruflichen –
diese ineffizienten Zäune,
die unter dem Druck eines angenommenen „Ichs“ bluten.
Wie mutig wir sind.
Sieh dein Bild.
Sieh es, wie es ist –
durch beschlagene Spiegel unserer Selbsturteile.
Und reinige es.
Lass dein Spiegelbild sichtbar werden.
Strahle.
Besitze deine Geschichte.
Schmelze sie mit den kräftigen Farben deiner mutigsten Träume,
geführt von den Strichen eines gut gelebten Pinsels
auf einer gut gelebten Leinwand,
gezeichnet von den demütigen Händen
einer wachsenden Mitgefühlskraft.
Choreografie, Bühne, Licht, Kostüm, Dramaturgie: Alessio Damiani
Musik: Giuseppe Villarosa, Waldemar Martynel
Tanz: Sayaka Kado, Milica Mučibabić, Marcos Novais
Assistenz: Greta Dato

Wir alle befinden uns in einer Art Hülle, die die Gesellschaft um uns legt – bestehend aus Normen, Rollen und Schweigen. In dem Moment, in dem jemand es wagt, eine dieser Schichten abzulegen, richtet sich sofort alle Aufmerksamkeit auf diese Person: Urteile, Neugier, Angst. Es ist, als würden Taschenlampen zu Augen werden, die jeden beleuchten, der sich außerhalb des Erwarteten bewegt.
Einige Menschen wagen diesen Schritt, kosten kurz die Freiheit – und ziehen sich dann wieder zurück in die scheinbare Sicherheit. Andere gehen weiter, getrieben von der Sehnsucht nach Wahrheit. Sie nehmen Schmerz und Isolation in Kauf, opfern manchmal sogar Verbündete, nur um für einen kurzen Augenblick das Gefühl des Fliegens, der Befreiung, zu erleben.
Doch zu welchem Preis? Was sind wir tatsächlich bereit zu opfern für einen flüchtigen Blick auf das, was es bedeuten könnte, wirklich frei zu sein?
Dauer 14 Min.
Choreografie, Bühne, Licht, Kostüm: Meilyn Kennedy
Musik: The Dare, Cinoes, BrokinPaper, Aloe Blacc
Tanz: Daniela Castro Hechavarría, Jorge Moro Argote, Yamil Ortiz, Marie Ramet, Vanessa Shield, Luke Watson

Niemals kann ich in Frieden tun,
wovon meine Seele besessen ist.
Niemals mache ich es mir bequem.
Ich muss rastlos weiterschreiten.
Andere kennen nur Hochgefühl,
wenn die Dinge ihren friedlichen Lauf nehmen,
frei von Selbstgefälligkeit,
und danken jedes Mal, wenn sie beten.
Ich bin gefangen in endlosem Streit,
endloser Gärung,
endlosem Traum.
Welten, die ich für immer zerstören möchte,
da ich keine Welt erschaffen kann,
wenn sie meine Welt nie bemerken,
die in magischem Wirbel kreist.
Tot und stumm starren sie weg,
mit Verachtung auf unsere Taten.
Wir und all unsere Werke verfallen –
gebeugt unter dem Joch des Schmerzes,
so dass Sehnsucht, Traum und Taten
unerfüllt bleiben.
Deshalb lasst uns alles riskieren,
niemals ruhen, niemals müde werden.
Nicht in trüber, stumpfer Stille,
ohne Handeln oder Verlangen.
Frei nach Karl Marx (1836)
Choreografie, Bühne, Licht, Kostüm: Mei-Yun Lu
Musik: Maestrale
Tanz und Zusammenarbeit Choreografie: Benjamin Wilson

Was du siehst, ist vielleicht nicht das, was du erwartest. In diesem Raum bewegt sich nicht nur der Körper – auch Licht, Schatten und Stille tanzen. Lass los, was du zu wissen glaubst, und tritt ein in eine Welt, in der Formen sich auflösen und Bedeutung sich verschiebt. Fühle frei. Wandere offen.
Genieße die Reise.
Choreografie: Marcos Novais in Zusammenarbeit mit den Tänzer:innen
Choreografische Assistenz: Alessio Pirrone
Musik: Yu Jing Shi
Bühne, Licht, Dramaturgie: Marcos Novais
Kostüme: Greta Dato
Tanz: Marie Ramet und Enzo Boffa

In CASSILOU verschwimmen zwei Wesen zwischen Selbst und Anderem, verstrickt in
hautfarbene Knoten wie eine zweite Haut. Sie fallen, steigen, fluten—Wellen wilder Gefühle. Von
Chaos zu Zärtlichkeit, Schmerz zu Freude spiegeln ihre tierischen Körper den inneren Sturm: ein
Wesen, das fühlt, kämpft, wird.
Choreografie, Bühne, Licht, Kostüm, Tanz: Kenedy Kallas
Musik: Buddha’s Lounge
Assistenz: Enzo Boffa, Yamil Ortiz

Es tut mir leid.
Bitte vergib mir.
Danke.
Ich liebe dich.
Konzept, Kostüme, Licht: Jorge Moro Argote
Research und Choreografie: Jorge Moro Argote in Kollaboration mit den Tänzer:innen
Musik: SOPHIE
Musikalisches Arrangement: Matti Tauru
Tanz: Meilyn Kennedy, Bridget Lee, Milica Mučibabić, Marcos Novais, Yamil Ortiz, Marie Ramet, Vanessa Shield, Luke Watson

Die Luft summt mit einem uralten Puls. Schatten flackern und malen Sprache auf unsichtbare Wände. Der Boden schimmert bei jedem Schritt, Teil einer unendlichen Melodie. Die Welt pulsiert mit leiser Dringlichkeit – Muskeln dehnen sich, Knochen verschieben sich, Atem wird tiefer. Wolken treiben tief, leuchten und verschmelzen mit geladener Luft. Ein goldener Faden zieht, und die Wände lösen sich in Himmel auf. Schwerelos treiben Fragmente deiner selbst wie Blütenblätter. Eine Kälte breitet sich aus – befreiend und doch schneidend –, während sich der Horizont ins Licht auflöst. Du trittst vor, und die Welt klappt nach innen, trägt dich ins Unendliche.
Choreografie, Bühne, Licht, Kostüm, Tanz: Masayoshi Katori
Musik: The Animals, Oneohtrix Point Never & Elizabeth Fraser, Maurice Ravel

Als der Weidenbaum noch aufrecht und stark stand und meine Träume größer waren als meine Ängste, fühlte ich mich geliebt und beschützt – und doch war das nicht genug, um zu bleiben. Es war der Abschied vom Feenland.
Ich bereue Dinge, die ich gesagt habe, die ich hätte sagen sollen – und die, die ich besser nie gesagt hätte. In unzähligen schlaflosen Nächten denke ich an das Leben, für das ich mich nicht entschieden habe. Ich sehne mich nach dem sicheren Ort, den ich einst freiwillig verlassen habe – in der Hoffnung, eines Tages selbst einen solchen Ort zu schaffen.
Ich weiß, dass mir eines Tages alles, was ich geliebt habe, für immer genommen wird – und doch nehme ich diesen Weg an. Ich habe gelernt, weiterzuleben, trotz des Lochs in meinem Herzen. Aber immer dann, wenn ich mich ganz auf das konzentriere, was fehlt, beginnt mein Herz erneut zu weinen. Selbst den Schmerz, den ich noch nicht erlebt habe – ich kenne ihn bereits.
Dauer: 13 Min.
Choreografie, Bühne, Licht, Kostüm: Yamil Ortiz
Tanz: Bridget Lee, Mei-Yun Lu, Enzo Boffa, Benjamin Wilson

Ich frage mich, welche Gedanken einem durch den Kopf gehen, wenn man sich in einer äußerst unangenehmen Situation befindet und nicht entkommen kann. In meinem Fall sind die Gedanken, die mir in den Sinn kommen, oft zusammenhangslos oder ohne logische Struktur.
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