„Nachtträume“ von Marcos Morau war das Zürcher Ballettereignis im Jahr 2022. Das Stück des spanischen Starchoreografen ist tänzerisches Panoptikum und abgründiges Gesamtkunstwerk zugleich. Gezeigt wird eine verstörend schöne Traumwelt, in der Macht, Ohnmacht und blinde Gefolgschaft aufeinandertreffen: Eine 90-minütige, aufwühlende Reise durch Abgründe und Hoffnungen unserer Gegenwart – ein Spiegel von Eitelkeit, Missgunst, Profitgier und Sozialdarwinismus. Ausgehend von Kurt Jooss’ ikonischem Anti-Kriegs-Dramolett „Der grüne Tisch“ von 1932, verwebt Morau historische Referenzen mit Zitaten aus Meisterwerken von Maurice Béjart wie „Boléro“ oder „Le sacre du printemps“. In der Wiedereinstudierung des Hessischen Staatsballetts wird die Bühne zum Labyrinth aus runden Tischen, Stühlen, roten Sonnenbällen und sich verschlingenden Körpern, in dem Zerstörung und Verführung, Bedrohung und Sinnlichkeit dicht beieinanderliegen.
Empfohlen ab 14 Jahren
Ca. 1 Std. 35 Min
Choreografie: Marcos Morau
Bühnenbild: Max Glaenzel
Lichtgestaltung: Martin Gebhardt
Dramaturgie: Israel Solà, Michael Küster
Kostüme: Silvia Delagneau
Musik: Clara Aguilar
Video: Tieni Burkhalter
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Ausgebildet zwischen Barcelona und New York studierte Marcos Morau (geboren 1982) Fotografie, Bewegung und Theater. Seit dem Abschluss seines Studiums am Institut del Teatre in Barcelona und der Universität Pompeu Fabra entwirft er imaginäre Welten und Landschaften für die Theater- und Tanzbühne, in denen sich Bewegung und Bild treffen und sich gegenseitig verstärken. Seit mehr als zehn Jahren leitet Marcos Morau das Künstler*innenkollektiv La Veronal, in dessen Rahmen er als Regisseur, Choreograph, Bühnenbildner, Kostüm- und Lichtdesigner kreativ ist. Diese Arbeiten wurden in mehr als dreißig Ländern bei wichtigen Festivals aufgeführt, u. a. beim Théâtre National de Chaillot in Paris, der Biennale di Venezia, dem Festival d‘Avignon, beim Tanz im August in Berlin, Festival RomaEuropa, SIDance Festival in Seoul, Danse Danse Montreal oder im Sadler‘s Wells in London.
Zusätzlich zu seiner Arbeit mit La Veronal ist Marcos Morau Gastkünstler in verschiedenen Kompanien und Theatern auf der ganzen Welt, wo er neue Kreationen entwickelt, immer auf halbem Weg zwischen darstellender Kunst und Tanz u. a. beim Nederlands Dans Theater, dem Ballett der Opéra Lyon, Les Grands Ballets Canadiens, Ballett Zürich, der Compañía Nacional de Danza in Spanien, Scapino Ballet Rotterdam, dem Ballett der GöteborgsOperans Danskompani, Carte Blanche Norway, Ballett des Luzerner Theaters, dem Ballett der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf, Ballet de Lorraine, oder das Königlich Dänische Ballett Kopenhagen.
Marcos Moraus Werke öffnen sich für Formate und Sprachen, in denen Oper, Tanz und physisches Theater miteinander in Dialog treten und individuelle Wege des Ausdrucks und der Kommunikation in einer stets turbulenteren und sich verändernden Gegenwart suchen. Marcos Morau verbindet seine künstlerische Arbeit mit pädagogischen Aktivitäten, indem er Klassen und Workshops zu seinen kreativen Prozessen an Konservatorien und Universitäten, wie dem Institut del Teatre, der Universität der Künste in Straßburg oder der Sorbonne Nouvelle in Paris unterrichtet.
Marcos Morau wurde mit dem Nationalen Tanzpreis in Spanien geehrt und zuletzt von der Zeitschrift «tanz» zum Choreographen des Jahres 2023 gewählt.
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