„Silent Echo“ vereint drei Erfolgsproduktionen aus dem Repertoire des Hessischen Staatsballetts: Imre und Marne van Opstal erforschen in „I’m afraid to forget your smile“ unter Einbezug von Chören den Moment des Loslassens als einen Übergangszustand in der Hingabe an den Verlust. In „Midnight Raga“ verbindet Marco Goecke ein tiefes Mitternachtsblau sowie die Musik Ravi Shankars mit seiner charakteristischen nerv.sen Bewegungssprache. Fran Díaz zeigt in „The Mass Ornament“ zur Musik von Henryk Gorecki einen Gruppenkörper zwischen Präzision und Selbstaufgabe.
Das niederländische Geschwisterpaar Imre & Marne van Opstal sind die Shootingstars in der europäischen Tanzszene. Für das Hessische Staatsballett entwickelten sie ihre Neukreation I`m afraid to forget your smile für sechs Tänzer:innen unter Einbezug von Chören und erforschten den Moment des Loslassens als einen Übergangszustand in der Hingabe an den Verlust. Ein Aufblitzen, so greifbar und vergänglich, dass die Zeit stillzustehen scheint. Nach Tanzengagements am renommierten Nederlands Dans Theater (NDT) 1 & 2 sowie der Batsheva Dance Company startete das junge Duo van Opstal am NDT bereits 2016 eine vielversprechende choreografische Karriere. Mittlerweile kreieren sie regelmäßig für das niederländische Traditionshaus und darüber hinaus in ganz Europa.
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Choreografie Imre & Marne van Opstal
Bühne & Licht Tom Visser
Dramaturgie Lucas Herrmann
Tänzer:innen: Ramon John, Peng Chen, Masayoshi Katori, Luke Watson, Sayaka Kado, Mei-Yun Lu, Bridget Lee, Daniela Castro Hechavarría, Anthony Michael Pucci, Marcos Novais, Enzo Boffa, Benjamin Wilson, Alessio Pirrone
Uraufführung Darmstadt – 17.09.2022, 19.30 Uhr
Staatstheater Darmstadt, Großes Haus
Premiere Wiesbaden – 28.10.2022, 19.30 Uhr
Staatstheater Wiesbaden, Großes Haus
Trailer: De-Da Productions
In der Regel steht bei Ausnahmechoreograf Marco Goecke die Musik nicht am Anfang seiner Arbeit. In seinem Duett Midnight Raga, dessen Titel sich auf die klassische indische Musik bezieht, ist es anders: Die Musik von Ravi Shankar bildet den Ausgangspunkt. Trotz der Inspiration am Orientalisch-Indischen, das sich auch in den schweren blauen Seidenstoffen der Kostüme widerspiegelt, bleibt Goeckes ureigene, nervöse Bewegungssprache unverkennbar. Nach der Uraufführung 2017 am Nederlands Dans Theater (NDT 2) erfährt die für die beiden Tänzer maßgeschneiderte Choreografie in der Wiedereinstudierung am Hessischen Staatsballett eine weitere Verkörperung.
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Choreografie: Marco Goecke
Tänzer:innen: Ramon John, Mei-Yun Lu, Benjamin Wilson, Marcos Novais, Sayaka Kado, Alessio Pirrone
Trailer: De-Da Productions
In The Mass Ornament reflektiert der spanische Choreograf Fran Díaz schließlich einen Aspekt aus Siegfried Kracauers 1963 erschienenen Essayband „Das Ornament der Masse“. Der Philosoph im Umfeld der Frankfurter Schule beschreibt am Beispiel der Revuetruppe Tiller Girls aus den 1920er Jahren die Rationalisierung von Körpern als sozialökonomischem Ausdruck der Massenproduktion. Díaz übersetzt diesen Gedanken in die heutige Zeit und nutzt choreografisch ein breites Spektrum an Formationen. Zur unerbittlichen Musik von Henryk Góreckis Concerto for Harpsichord and String Orchestra Op. 40 und einer zusätzlichen Komposition von Tom Foskett-Barnes gliedert Díaz sein Stück in drei Abschnitte. Präzision, Bewusstheit und Verausgabung charakterisieren in der Choreografie das Selbstopfer für das Ganze. Bei allem Konformitätswahn bleibt ein Kuss da manchmal eine letzte Bastion der Menschlichkeit.
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Choreografie, Bühne und Kostüm Fran Díaz
Licht Tanja Rühl
Inspizienz: Uwe Fischer
Trailer De-Da Productions
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