Plan B ist ein Projekt über Möglichkeiten und Identitäten. Gemeinsam mit der Tänzerin und
Choreografin Alessandra Corti begeben sich 60 Menschen ab 15 Jahren auf die Suche nach Geschichten, die noch ungesagt sind, Wege, die bisher (noch) nicht beschritten wurden und nach den vielen Versionen unserer selbst. Einen Plan B zu haben klingt nach Kompromiss – doch was, wenn gerade darin das größte Potenzial liegt? Wenn Umwege neue Räume öffnen, in denen wir Seiten an uns entdecken, die sonst verborgen bleiben?

Plan B erforscht tänzerisch und biografisch, wie sich Alternativen anfühlen – zwischen Realität und Fiktion, Wunsch und Erfahrung. Wir fragen: Welche Möglichkeiten liegen im Scheitern? Welche inneren Stimmen wollen gehört werden? Dabei ist Plan B kein Rettungsplan, sondern eine Einladung zum Neudenken, Erfinden und gemeinsamen Erzählen. Das Ergebnis ist eine Performance – offen, vielschichtig und zutiefst menschlich. Die großangelegten Partizipationsprojekte des Hessischen Staatsballetts bieten eine Tanzerfahrung der besonderen Art. In einem mehrwöchigen Probenprozess erarbeiten die Teilnehmenden gemeinsam mit Corti und in enger Begleitung der Tanzvermittlung ein
abendfüllendes Stück, das im Kleinen Haus in Darmstadt seine Uraufführung feiern wird.

Uraufführung 25.4.2026
Staatstheater Darmstadt, Kleines Haus

Dauer ca. 60 Min., keine Pause

Photo: Andreas Etter

Dramturgentext

Im Zwischenraum der Möglichkeiten

von Lucas Herrmann

Plan B ist eine Einladung, vertraute Wege zu verlassen und sich dem Unvorhersehbaren zu öffnen. Die Choreografin Alessandra Corti richtet den Blick auf die Kraft des Alternativen: auf jene Momente, in denen das Leben eine unerwartete Wendung nimmt und neue Möglichkeiten sichtbar werden. Im Zentrum steht die Frage, was geschieht, wenn wir bereit sind, Gewissheiten loszulassen, um Raum für andere Perspektiven zu schaffen.

Ausgangspunkt des groß angelegten Partizipationsprojekts des Hessischen Staatsballetts sind die persönlichen Erfahrungen der Mitwirkenden. 34 Menschen aus der Rhein-Main-Region haben sich in einem intensiven sechswöchigen Probenprozess zusammengefunden, um ihre Gedanken, Wünsche und Ängste mittels Bewegung und Sprache in künstlerischen Ausdruck zu verwandeln. Bereits im Vorfeld setzten sich die Teilnehmenden schriftlich mit der Idee eines „Plan B“ auseinander. Persönliche Geschichten, Zweifel und Hoffnungen bildeten die Grundlage für eine gemeinsame künstlerische Recherche.

In Improvisationen, choreografischen Übungen und mittels automatischen Schreibens entstanden individuelle Ausdrucksformen, die im Laufe des Prozesses verdichtet wurden. Jede:r Beteiligte bringt dadurch eine Signatur auf die Bühne und wird zugleich zur Stimme des eigenen Selbst. Choreografierte Sequenzen und freier Ausdruck greifen ineinander und eröffnen einen Raum, in dem Begegnung und spontane Reaktion gleichermaßen möglich sind. Die eigens für das Stück entwickelte Musik von Anton Berman und Kostia Rapoport verbindet atmosphärische Klanglandschaften mit den Stimmen der Teilnehmenden. So entsteht eine vielschichtige Komposition, in der sich Bewegung, Sprache und Klang zu einer gemeinsamen Dramaturgie verweben. Das Thema des „Plan B“ erscheint dabei als fortwährender Prozess der Neuorientierung – als etwas, das sich im Zwischenraum der Möglichkeiten immer wieder neu verkündet. Auch der Bühnenraum spiegelt diese Idee wider. Eine große Treppe prägt die helle Szenerie und erinnert an einen öffentlichen Ort der Begegnung. Dahinter eröffnet eine Projektionsfläche den Blick in natürliche und urbane Räume. Innen und Außen treten in einen Dialog und verweisen auf die vielfältigen Einflüsse, die unser Denken und Handeln prägen.

Plan B versteht sich so als kollektive Spurensuche – nach Alternativen, nach Veränderung und nach der Freiheit, sich immer wieder neu zu entwerfen.

Credits

Choreografie Alessandra Corti
Musik Anton Berman, Kostia Rapoport
Bühne Andreas Etter, Alessandra Corti
Video Andreas Etter
Licht Philipp Giltjes
Künstlerische Produktionsleitung Kostüm Luca Wex
Probenleitung/Assistenz Ludmila Komkova
Dramaturgie Lucas Herrmann

Mit:
Alice Airich, Annette Axmann, Antje Baumann, Svitlana Becker, Phillip Berreth, Pauline Bierfreund, Karin Blachnik, Rom Miou Chatterjee, Elena Fattorelli, Daria Golbeck, Stefanie Grothues, Bernd Haberkern, Ines Haumann, Susan Heidenreich, Ulrich-Irato Hildmann, Aleksandra Hunger, Astrid Jochum, Emilija Kakarigji, Elisabeth Knoch, Brigtte Kubitza, Ramona Lena Nieveler, Frank Reedom, Stefanie Reinheimer, Laura Rößmann, Uschi Schell, Antonia Schetle, Alicia Schulmeyer, Emilie Schumacher, Astrid Sellhorn-Timm, Antje Stephan, Stilla Sternlewin, Yanna Vick, Uwe Zimmer, Uwe Zuber

Alessandra Corti

Alessandra Corti ist eine italienische Choreografin, Performerin und Tanzpädagogin mit Wohnsitz in Mainz.
Sie schloss 2001 ihr Studium an der Civica Scuola di Teatro Paolo Grassi in Mailand ab und zog im selben Jahr nach Deutschland, wo sie bis heute lebt und arbeitet.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten trat sie an großen Staatstheatern wie dem Bremer Theater, dem Oldenburgischen Staatstheater und dem Staatstheater Mainz auf und entwickelte dort eigene Choreografien. Sie arbeitete mit renommierten Choreograf:innen wie Garry Stewart, Guy Weizmann & Roni Haver, Ina Christel Johannessen, Omar Rajeh, Ann Van den Broek, Koen Augustijnen & Rosalba Torres, Jo Strømgren, Alexandra Waierstall, Sharon Eyal und Wen Hui zusammen.

Neben ihrer Tätigkeit als Tänzerin entwickelte Alessandra eine eigenständige choreografische Handschrift. Ihr künstlerisches Schaffen bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Realität und Fiktion, verbindet autobiografische Themen mit einem intensiven, kollaborativen Dialog mit den Performer:innen und künstlerischen Partner:innen.

Sie arbeitet sowohl für Kompanien als auch in der freien Szene und kreiert Stücke, die von Soli bis hin zu Produktionen für junges Publikum reichen. In den vergangenen Jahren choreografierte sie u. a. für tanzmainz, die BallettCompagnie Oldenburg, Theater Wrede+, das Schauspiel Essen, das Theater Oberhausen sowie das Teatro Libero in Mailand.

Im Juni 2025 feierte ihre neueste Kreation AEREA an der Volksoper Wien Premiere – ein Auftragswerk des Wiener Staatsballetts.

Alessandra hat einen Masterabschluss in Contemporary Dance Education und lehrt an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main.

Im Gespräch mit Alessandra Corti

Den Moment voll in die Hände nehmen

Im Gespräch mit Alessandra Corti

Wie war es für dich als Choreografin, mit dieser großen Gruppe zu arbeiten?

Es war eine Herausforderung, zumal ich erstmals mit nicht-professionellen Tänzer:innen gearbeitet habe. Das erforderte eine andere Herangehensweise und brachte mich dazu, meine Routinen zu reflektieren. Mein Team und ich suchten früh den Austausch mit den Teilnehmenden, da sich schon in der Planung zeigte, wie unterschiedlich die Vorstellungen von „Plan B“ sind. Fragen wie: Was bedeutet ein Plan B für dich? Wann hast du eine Wendung erlebt? Welche Assoziationen verbindest du damit? Aus diesen Gesprächen entstand ein breites Spektrum an Perspektiven, das in die Inszenierung eingeflossen ist. Wichtig war mir, dass sich alle mit ihren Empfindungen einbringen und einen eigenen Zugang zum Thema finden können.

Welche Rolle spielt die eigens komponierte Musik?

Die Musik von Anton Berman und Kostia Rapoport wurde größtenteils vorproduziert, sodass ich bereits in den Proben damit arbeiten konnte. Sie schafft eine schwebende, emotionale Atmosphäre. Ich arbeite selten mit festen Zählschritten, sondern lasse Musik und Performer:innen eher unabhängig im Raum wirken. Dadurch entsteht eine gewisse Unberechenbarkeit, die ich sehr schätze: Man kann den Moment voll in die Hände nehmen. Zwar sind Struktur und Abläufe klar, doch jede Aufführung entwickelt sich anders. Das war anfangs verunsichernd, wurde aber mit der Zeit als Freiheit erlebt – verbunden mit Verantwortung und großer Präsenz.

Wie wünschst du dir, dass Plan B aufgenommen wird?

Ich hoffe, das Publikum ist offen für eigene Perspektiven und nimmt vielfältige Eindrücke mit. So unterschiedlich wie unsere Sichtweisen im Prozess waren, werden auch die Wahrnehmungen im Publikum sein. Idealerweise entsteht eine emotionale Verbindung, getragen vom Enthusiasmus der Teilnehmenden.

 

Wo komme ich her – und wer bin ich eigentlich? Sind meine Vorfahren Teil von mir, auch wenn ich sie nie kennengelernt habe? Was bedeutet Familie?

Diesen Fragen geht das Ensemble mit Neugier, Leichtigkeit und einem Rhönrad nach. Sie begeben sich auf eine Zeitreise zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Jahrhundertwende, 50er und 70er-Jahren. Dabei folgen sie den Relikten, Erinnerungen und Erbstücken, die Familien hinterlassen – und zeichnen ein vielschichtiges Bild von Identität, Herkunft und Zugehörigkeit.

Mit körperlicher Präsenz, Tanz und Schauspiel taucht das Ensemble ein in vergangene Tanzepochen – Charleston, Rock’n’Roll, Twist und Swing – und sucht in Bewegung und Begegnung nach familiären Verbindungen im eigenen Stammbaum.

Wurzel-Baum lädt ein zum Nachdenken über unsere Wurzeln und darüber, wie eng Vergangenheit und Zukunft miteinander verwoben sind – sinnlich, bewegend und humorvoll purzelnd durch die Zeiten.

Tickets über das Gruppenbüro buchbar:

gruppenticket@staatstheater-darmstadt.de

 

Für alle ab 8 Jahren
Dauer: ca. 60 Minuten
Sprache: Deutsch
Tickets: 12 €

Fotos: Laura Nickel

Credits

Inszenierung & Choreografie: Célestine Hennermann
Ausstattung: Nathalie Meyer
Musik: Jacob Bussmann
Video: Niranh Söntgen
Dramaturgie: Emel Aydoğdu
Vermittlung: Laura zur Nieden
Regieassistenz: Evi Rohde
Ausstattungsassistenz: Ella Thomann
Kostümassistenz: Dongjin Park
Mitarbeit Bühne: Lars Werneke

Eine Koproduktion des Hessischen Staatsballetts und JUST Staatstheater Wiesbaden.

Motion Creation Design ist eine Kooperation des Hessischen Staatsballetts mit dem Studiengang „Expanded Media“ der Hochschule Darmstadt unter Prof. Thorsten Greiner und Museen der Rhein-Main-Region wie dem Kunsthaus Wiesbaden sowie dem Künstlerkollektiv Motion Sound Creation. Es findet im Rahmen von World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 statt.

Das Projekt untersucht die dynamische Interaktion von generativer KI und menschlicher Bewegung. Die KI fungiert als Schnittstelle, die Wissen in Echtzeit aufbereitet und durch kreative Bild- und Informationsassoziationen neu interpretiert. Choreografie dient dabei als Kommunikationsmittel, um Bewegung in visuelle Assoziationen zu übersetzen. Präsentiert wird das Projekt in Museen der Rhein-Main-Region mit Live-Performances des Hessischen Staatsballetts. Besucher:innen können interaktiv den Gestaltungsprozess beeinflussen und die Entwicklung der Bildvisionen mitgestalten. Die KI wird so zu einem kreativen Partner für künstlerische Experimente und die Auseinandersetzung mit kulturellem Erbe.

In Workshops lernen die Tänzer:innen des Hessischen Staatsballetts den Umgang mit dem interaktiven KI-System von der Co-Leiterin des Projekts Ronja Timmer, das sie später in den Performances an die Teilnehmenden weitergeben.

Motion Creation Design verbindet Tanz, KI und partizipative Kunst und eröffnet neue Dialoge über Design, Gesellschaft und Demokratie. Bewegungen machen die Wirkung architektonischer Räume erfahrbar und reflektieren deren Anpassung an menschliche Bedürfnisse. In inklusiven Workshops wird Gestaltung als demokratischer, gemeinschaftlicher Akt erfahrbar, bei dem Teilhabe, Sinnlichkeit und Dialog zentrale Rollen spielen.

Die musikalische Ebene entsteht live auf Synthesizern durch @luggez_ und erweitert diesen Prozess um eine klangliche Dimension. Klang fungiert dabei als dynamische Schnittstelle zwischen Bewegung und Bild und verstärkt die wechselseitige Interaktion.

Termine im Kunsthaus Wiesbaden
27., 28.2.2026, 1.3.2026

Am 1. März 2026 findet ein Programm statt, das sich besonders an Familien richtet.

Es sind weitere Termine für das Rhein-Main Gebiet geplant.

KunstHaus Wiesbaden ist barrierefrei.

Im KunstHaus können die Tickets nur über Kartenzahlung erworben werden. 

 

 

 

Premiere: 27. Februar in Wiesbaden 

Videos

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Video: Prof. Thorsten Greiner

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Workshop

Das Projekt Motion Creation Design widmet sich der dynamischen Interaktion zwischen generativen KI-Systemen und dem menschlichen Körper in Bewegung. Tanz und Choreografie werden als Kommunikationsmittel eingesetzt, um auf kreative Weise Wissen zu interpretieren und menschliche Bewegung in visuelle Assoziationen zu übersetzen.

Die Teilnehmenden werden dazu eingeladen, ihre eigene Körperwahrnehmung zu erforschen, ihre alltägliche Umwelt neu zu betrachten und gemeinsam mit anderen auf kreative Weise Zukunftsvisionen zu gestalten.

Ab 16 Jahre (ausgenommen Familienvorstellung 1. März)

Inklusiv:
Unterschiedliche körperliche, sprachliche und kulturelle Voraussetzungen sind ausdrücklich erwünscht
Bequeme Kleidung und Turnschuhe (zusätzlich warmer Pulli und Hose empfohlen)
Anreise: Selbstorganisiert, keine Kostenerstattung für anfallende Anreisekosten

Die Workshoptermine bauen nicht aufeinander auf.

Workshopteilnahme: kostenfrei

WORLD DESIGN CAPITAL

Alle zwei Jahre verleiht die World Design Organization den Titel World Design Capital an eine Stadt oder Region. 2026 wird Frankfurt RheinMain zur internationalen Bühne für Design.

Gemeinsam mit der Region realisieren wir wegweisende Projekte und zahlreiche Veranstaltungen, die zeigen, was Design leisten kann – für die Gesellschaft und die Demokratie, für unser Zusammenleben und unseren Alltag.

Im Laufe des Jahres richtet sich unser Programm nach verschiedenen Themenschwerpunkten. Sie greifen Fragen aus dem Alltag auf, geben dem Programm eine lebendige Struktur und machen die unterschiedlichen Facetten von Design erlebbar.

Zur Webseite des WDC

Die weiten, wogenden Wellen des Ozeans sind eine Metapher für Transformation und Kontinuität. Inspiriert von dem 2014 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Musikstück „Become Ocean“ von John Luther Adams beschwört das choreografische Duo LEE\VAKULYA in ihrer gleichnamigen Neukreation für das Hessische Staatsballett die unaufhaltsame Bewegung der Gezeiten herauf.

LEE\VAKULYA sind die taiwanesische Tänzerin und Choreografin Chen-Wei Lee und der ungarische Tänzer und Choreograf Zoltán Vakulya. Das in Brüssel ansässige Duo arbeitet seit 2016 zusammen und gehört zu den aufstrebenden Stimmen in der zeitgenössischen Tanzwelt. Beim Hessischen Staatsballett liefen als Gastspiele 2022 ihr gefeiertes Duett „Together Alone“ in den Kammerspielen und 2023 in Wiesbaden die Deutschland-Premiere von „Burnt [the eternal long now]“ im Rahmen des Tanzfestivals Rhein-Main.

 

Digitales Programmheft

 

„Become Ocean“ ist eine gemeinsame Auftragsarbeit mit dem National Theater and Concert Hall in Taipeh, Taiwan.

Es spielt das Staatsorchester Darmstadt.

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Bilder

(c) Andreas Etter _ Ramon John, Sayaka Kado
(c) Andreas Etter _ Sayaka Kado, Masayoshi Katori, Benjamin Wilson
(c) Andreas Etter _ Anthony Michael Pucci, Bridget Lee
(c) Andreas Etter _ Anthony Michael Pucci
(c) Andreas Etter _ Sayaka Kado, Bejamin Wilson
(c) Andreas Etter
(c) Andreas Etter _ Ensemble Hessisches Staatsballett

Credits

Choreografie LEE\VAKULYA, in Zusammenarbeit mit den Tänzer:innen
Musik John Luther Adams
Sounddesign Prolog Fanny Thollot
Musikalische Leitung Darmstadt Nicolas Kierdorf
Musikalische Leitung Wiesbaden Alejandro Jassán
Bühnenbild Yoko Seyama
Lichtdesign Joanne Shyue
Kostümbild Damur Huang
Probenleitung Luc Jacobs
Dramaturgie Lucas Herrmann

Mit Dank an Daniel Zrínyi

Fotos: (c) Andreas Etter

Video: (c) De-Da Productions

Making Of

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Video: De-Da Productions

Pressestimmen

Wie Seegras, angewachsen, von einer Strömung sanft bewegt, sind die zwölf Tänzerinnen und Tänzer des Hessischen Staatsballetts zu Beginn für längere Zeit (…)

Frankfurter Rundschau

Die Uraufführung in Darmstadt (…) geriet zum umjubelten Event.

tanznetz

Das Hessische Staatsballett bringt mit „Become Ocean“ in Darmstadt eine hinreißend ozeanische Musik des Komponisten John Luther Adams zur Geltung.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der englische Choreograf Alexander Whitley erforscht in Mirror mit dem Verfahren des „Motion Matching“ und KI die Interaktion realer und virtueller Tänzer:innen in einem Spiegelprozess. „Mirror“ ist eine Kooperation des Hessischen Staatsballetts (HSB) mit der Alexander Whitley Dance Company.

Vier Tänzer*innen aus dem Ensemble des Hessischen Staatsballetts und zwei Tänzer*innen aus der Kompanie Whitleys starteten im Januar 2026 im Rahmen einer Residenz in Darmstadt die aufregende Zusammenarbeit an dem Projekt.

Die Uraufführung von Mirror fand am 21. März im Londoner Sadler`s Wells statt. Im Rahmen des KI-Festivals Komm zu meinem Festival oder ich hacke deinen Toaster wird die deutschsprachige Premiere des Stücks gezeigt.

Bilder: (c) Sinah Osner

Credits

Künstlerische Leitung & Choreografie Alexander Whitley
Interactive Media Design Luca Biada
3D-Characterdesign Alexander MacKinnon
Musik Galya Bisengalieva
Bühne & Kostüme Mirella Weingarten
Licht Joshie Harriette
Probenleitung Allison Brown
Dramaturgie Sasha Milavic Davies, Lucas Herrmann
Produktion Stacie Lee Bennett-Worth
Es tanzen
Tatsuki Takada, Sofie Vervaecke und alternierend Jorge Moro Argote, Marie Ramet

Mirror ist eine gemeinsame Auftragsarbeit mit der Alexander Whitley Dance Company und Sadler’s Wells.
Besonderer Dank an das London College of Fashion für die Unterstützung bei der Photogrammetrie.

Unterstützt von: Arts Council England, DanceEast, Cockayne Grants for the Arts, Foyle Foundation, Leche Trust, Reed Educational Trust Limited, den Spenderinnen und Spendern der Big Give Christmas Challenge mit grundlegender Unterstützung durch die John Ellerman Foundation, Coln Trust und Edwin Fox Foundation.

Dramturgentext

Was geschieht, wenn wir Maschinen mehr vertrauen als einander, um zu erkennen, wer wir sind?

Das Tanzstück Mirror ist inspiriert von Shannon Vallors 2024 erschienenem philosophischen Sachbuch The AI Mirror. Die Technologieforscherin argumentiert darin, dass künstliche Intelligenz wie ein Spiegel der Menschheit funktioniert. KI zeigt nicht nur technische Fähigkeiten, sondern macht auch unsere Werte, Vorurteile, Machtstrukturen und moralischen Entscheidungen sichtbar. Wenn KI diskriminiert, manipuliert oder Macht konzentriert, liegt das nicht nur an der Technologie selbst, sondern an den menschlichen Systemen und Entscheidungen, die sie erschaffen haben. Vallor verbindet Philosophie, Ethik und Technologiegeschichte, um zu zeigen, dass die Entwicklung von KI eine moralische Herausforderung für die Menschheit ist. Statt nur zu fragen, was KI kann, sollten wir fragen: Welche Art von Menschen wollen wir sein, während wir diese Technologien bauen?

Alexander Whitley nimmt in seinem Tanzstück Mirror diese Frage zum Anlass, um einen tänzerisch-technischen Dialog zwischen Mensch und KI herzustellen. Er experimentiert dabei mit der Animationstechnik des „Motion Matching“. Dieses in der Videospiel-Entwicklung verwendete Verfahren selektiert und mischt mit Hilfe von KI vorab aufgezeichnete Motion-Capture-Daten, um flüssige, realistische Bewegungen von Charakteren zu erzeugen. In einem wechselseitigen Prozess steuern sich dabei Tänzer*innen und ihre virtuellen Abbilder innerhalb spezifischer Bereiche choreografierter Aktionen und schaffen so gemeinsam ein choreografisches Werk. Dabei entsteht im Sinne einer Feedbackschleife ein gegenseitiger Austausch zwischen künstlichen und leibhaftigen Körpern.

Für Mirror arbeitet Whitley mit der Bühnen- und Kostümbildnerin Mirella Weingarten und den Mediendesignern Luca Biada und Alexander MacKinnon zusammen. Unterlegt mit der Musik von Galya Bisengalieva ist das Tanzstück eine philosophische und emotionale Erkundung dessen, was es bedeutet, in Zeiten algorithmischer Urteile Mensch zu sein. Die Frage lautet: Was geschieht, wenn wir Maschinen mehr vertrauen als einander, um zu erkennen, wer wir sind?

Alexander Whitley

Der preisgekrönte Choreograf Alexander Whitley ist ein Pionier im Bereich von Tanz und KI.

Seine interdisziplinäre Praxis mit der von ihm 2014 gegründeten Alexander Whitley Dance Company konzentriert sich auf den Einsatz von Motion-Tracking und interaktiver Technologie und umfasst die Bereiche Bühne, Installation, Film und immersive Plattformen. Seine Produktionen, die in Zusammenarbeit mit Studios wie Marshmallow Laser Feast, The Guardian VR und HTC Vive Arts entstanden, werden international gezeigt, so u. a. beim London Film Festival, SXSW, Mediale und Romaeuropa Festival. Whitley studierte an der Royal Ballet School in London und begann seine Karriere beim Birmingham Royal Ballet, bevor er in die zeitgenössische Tanzszene wechselte. Dort sammelte er vielfältige Erfahrungen, u.a. mit Kompanien wie Rambert, der Michael Clark Company, der Sydney Dance Company und Wayne McGregor | Random Dance. Als Choreograf hat Whitley u. a. mit dem Sadler’s Wells Theatre, Royal Ballet und Rambert zusammengearbeitet. Er ist Gründungsmitglied des New Movement Collective und Dozent im Masterprogramm Design for Performance and Interaction an der Bartlett School of Architecture, University College London.

Gemeinsam mit Filmemacher:innen, Designer:innen, digitalen Künstler:innen und Komponist:innen entwickelt er innovative und vielfältige Arbeiten, die darauf abzielen, den Horizont des Tanzes zu erweitern und das Verständnis für Bewegung über zahlreiche relevante Medien hinweg zu vertiefen.

Cantos des polnischen Choreografen Maciej Kuźmiński ist eine Neukreation zur Musik von Simeon ten Holts minimalistischem Meisterwerk Canto Ostinato. Die zwischen 1976 und 1979 entwickelte Komposition des Niederländers ten Holt ist einzigartig durch seine offene Struktur, die den Interpret:innen große Freiheiten in Bezug auf Dauer, Dynamik und Instrumentierung lässt. Cantos entfaltet sich als ein surreales Tableau — ein verzerrter Spiegel menschlicher Torheit und Unachtsamkeit, inspiriert von den beißenden Visionen aus Francisco de Goyas Sprichwörtern (Los Proverbios) und Torheiten (Los Disparates) sowie den spielerischen Provokationen Marcel Duchamps. Vor dem Hintergrund eines vergrößerten Marmorbodens, der die Darstellenden wie Miniaturen erscheinen lässt, entsteht ein zerbrechliches „kleines Weltbild“, in dem das Vertraute unheimlich wirkt und archetypische Gesten das Fremdartige unserer eigenen Wirklichkeit widerspiegeln. Indem es den Surrealismus der Welt aufgreift, in der wir leben — zerrissen von Kriegen, Widersprüchen und Absurditäten — bewegt sich das Werk zwischen Humor, Spannung und gespenstischer Schönheit, verstärkt durch die Präsenz von live spielenden Pianist:innen. Kuźmiński, der vielfach mit seinem langjährigen Dramaturgen Paul Bargetto zusammenarbeitet, zeigte zuletzt deren emotionale Kreation Every Minute Motherland beim Tanzfestival Rhein- Main im Jahr 2024.

Digitales Programmheft

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The Making Of – Trailer

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Bilder

(c) Sinah Osner

Credits

Choreografie, Konzept & Inszenierung Maciej Kuźmiński
Bühne & Kostüme Gabriela Neubauer
Licht Steffen Hilbricht, Maciej Kuźmiński
Konzept & Produktionsdramaturgie Paul Bargetto
Musikalische Einstudierung Waldemar Martynel
Live-Piano Waldemar Martynel, Igor Palmov
Choreografische Assistenz Ayaka Kamei
Kostümassistenz Annika Kuchnowski
Probenleitung Allison Brown
Mitarbeit Dramaturgie Lucas Herrmann

Maciej Kuźmiński

 

Geboren 1985 in Polen, wurde Maciej Kuźmiński Zeuge zweier bedeutender Umbrüche – dem globalen Übergang von der analogen zur digitalen Welt sowie Polens Transformation von einem kommunistischen zu einem demokratischen Staat. Als „Kind einer sich wandelnden Welt“ erforscht Kuźmiński in seinen choreografischen Arbeiten Themen wie flüssige Identität, das Absolute in der Spiritualität und das menschliche Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Seine tief existenziellen und philosophischen Werke gelten als zeitgenössische Fortführung der polnischen Tradition des dramatischen Theaters.

Mit über 30 internationalen Auszeichnungen bilden Kuźmińskis freie Produktionen das Repertoire der Maciej Kuźmiński Company. Als Gastchoreograf schuf er abendfüllende Werke für renommierte Kompanien wie das Staatstheater Kassel, das Polnische Tanztheater und das Landestheater Linz, sowie zahlreiche kürzere Stücke u. a. für das Scapino Ballet Rotterdam und das Theater Osnabrück. Seit 2014 tourte er durch 23 Länder und erhielt Anerkennung für seine klare, kraftvolle und dynamische Bewegungssprache.

Seit 2009 entwickelt Kuźmiński die Methode Dynamic Phrasing – ein eigenes Konzept für Bewegung und Komposition. Es fördert eine Art „sanfte Kraft“, die sich aus der Schwerkraft speist, und erweitert das verkörperte Wissen von Tänzer:innen hin zu einem dynamischen Bewegungsspektrum. Die Methode wird an Hochschulen wie Codarts, ArtEZ oder PERA GAU, auf Festivals wie b12 und für Kompanien weltweit unterrichtet. Im Jahr 2022 wurde das internationale Zertifizierungsprogramm für Dynamic Phrasing-Lehrkräfte ins Leben gerufen. Heute lebt Kuźmiński in Rotterdam und ist als erster in Polen geborener Absolvent von Trinity Laban (London) sowie als Gründer und Leiter des ersten Polnischen Tanznetzwerks bekannt.

 

Pressestimmen

„Zwischen Goya-Groteske und spielerischer Setzung zieht der Abend das Publikum in einen Sog aus Wiederholung, Maskenspiel und kühler Präzision – atmosphärisch stark.“

– Die Deutsche Bühne 

Der Rausch, in den man hineingezogen wird… hätte noch eine Zeit lang weiterplätschern können.

– Frankfurt Neue Presse 

Bilder voll Poesie… feinschnurrende Rädchen wie in einer Spieluhr.

Cantos, ein großartiges Tanzstück von Maciej Kuźmiński beim Hessischen Staatsballett.

– Frankfurter Rundschau 

Eine fast schon beängstigende Roboter-Präzision… fesselnd virtuose, perfekt koordinierte Tanzkunst.

– Wiesbadener Kurier 

 

 

„Corps de Walk“ ist ein stilprägendes Stück aus der Zeit vor dem internationalen Durchbruch der Star-Choreografin Sharon Eyal. Die 2011 uraufgeführte Auftragsarbeit der zeitgenössischen norwegischen Tanzkompanie Carte Blanche handelt von der gefährlichen Erotik der Masse. Fast 15 Jahre nach seiner Uraufführung wird „Corps de Walk“ vom Hessischen Staatsballett wiedereinstudiert.

Aufführungsdauer: ca. 55 Min.

 

Digitales Programmheft

Audiodeskription

 

Audioflyer für den 30.11. 

Ein Service für sehbeeinträchtigte und blinde Menschen: die Audiodeskription. 

Parallel zum Probenprozess entwickeln blinde, sehbehinderte und sehende Autor:innen, die an der Qualifizierung teilnehmen, gemeinsam eine Audiodeskription inklusive einer Tastführung für den mehrteiligen Tanzabend.

Während der Vorstellung wird das Bühnengeschehen live beschrieben, um den Tanz auch hörbar erlebbar zu machen.

Wie komme ich an Tickets für eine Audiodeskription?

Bitte teilen Sie uns beim Kauf Ihres Tickets mit, dass Sie sich ein Gerät zur Audiodeskription wünschen. Dies wird nicht automatisch beim Kauf eines normalen Tickets angeboten.

Tickets mit Audiodeskription erhalten Sie telefonisch oder an der Kasse.

Tel: 06151 2811 600 oder per Mail: vorverkauf@staatstheater-darmstadt.de

Wie funktioniert der Service?

Beim Besuch der Vorstellung erhält jede*r Teilnehmer*in dann im Foyer von unserem Einlasspersonal Kopfhörer, über die die live gesprochene Audiodeskription gehört werden kann.

Die nächste Vorstellung mit Audiodeskription und Tastführung

30. November, 18:00 Uhr

Das Angebot startet um 16:30 Uhr mit einer Tastführung auf der Bühne im Großen Haus.

Treffpunkt hierfür ist das Kassenfoyer. Um 17:30 Uhr gibt es eine Einführung im Foyer.

 

Bilder

Titelbild credit: De-Da Productions

Bilder in der Gallerie: Sinah Osner

Trailer

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Credits

Choreografie Sharon Eyal & Gai Behar
Musik Ori Lichtik
Licht Alon Cohen
Ass. Licht Henry Rehberg
Kostüm Sharon Eyal & Gai Behar

Trailer: De-Da Productions

 

Mit King Arthur überträgt der deutsche Choreograf Chris Jäger Henry Purcells barocke Semi-Oper in eine heutige fiktive Dorfszenerie. Die 1691 uraufgeführte Vorlage nach einem Libretto von John Dryden diente einst als patriotisches Epos zur Glorifizierung Englands und wird bei Jäger zum Sinnbild eines gespaltenen Gemeinwesens. Inmitten aufkeimender rechtskonservativer Strömungen und bröckelnder Dorftraditionen, geht es um Zugehörigkeit, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Visionen. Während Arthur für Stabilität und Konvention steht, verkörpern Oswald, Emmeline und die Luftgeister eine progressive Gegenkraft, die sich gegen starre Rollenbilder und männliche Besitzansprüche stellt. Jäger kombiniert Tanz, Schauspiel und Musiktheater zu einem spartenübergreifenden Gesamtkunstwerk, das die klassische Form der Semi-Oper aufbricht. Tobias Schwenckes Bearbeitung von Purcells barocker Klangwelt trifft auf moderne Songs und elektronische Kompositionen von Paul Frick – live gespielt und kraftvoll verwoben zu einem vielstimmigen Soundtrack der Gegenwart.

Stammbesetzung

Inszenierung, Choreografie & Bühne: Chris Jäger
Musikalische Leitung & Cembalo: Tim Hawken
Komposition: Tobias Schwencke, Paul Frick
Mitarbeit Bühne: Alexandra Hoh
Kostüme: Sophie Peters
Dramaturgie: Lucas Herrmann
Regieassistenz: Marvin Mohrhardt
Probenleitung: Jaione Zabala Martin
Musikalische Einstudierung: Tim Hawken/Waldemar Martynel
Kostümassistenz: Dea Bejleri

Mit: Tabea Buser, Peng Chen, Jonas Grundner-Culemann, Kenedy Kallas, Sam Park, Alessio Pirrone, Luisa Sagliano, Felix Strüven, Rita Winder, Sarah Yang, Sascha Zarrabi

Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Chris Jäger

Chris Jäger ist ein Choreograf und Tänzer mit Sitz in Berlin.

Nach dem Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main tanzte er bei renommierten Compagnien, darunter Punchdrunk in Shanghai, Inbal Pinto & Avshallom Pollak in Tel Aviv, das Staatstheater Braunschweig, Helena Waldmann und Kirill Serebrennikow am Thalia Theater Hamburg.

Seine Choreografien werden an kommunalen und staatlichen Theatern wie dem Staatstheater Wiesbaden, dem Staatstheater Braunschweig, den Landesbühnen Sachsen in Radebeul, der Neuköllner Oper Berlin, dem Theater Heilbronn und dem Stadttheater Gießen sowie an unabhängigen Theatern wie dem LOT-Theater Braunschweig, dem ROXY Ulm, der Eisfabrik Hannover und den Uferstudios Berlin gezeigt und wurden bei zahlreichen internationalen Festivals und Wettbewerben aufgeführt (Internationale Maifestspiele Wiesbaden, TANZ!Heilbronn, 28. Internationaler Choreografen-Wettbewerb in Hannover, HAUT_SCENE Festival Kopenhagen, Zawirowania Choreografischer Wettbewerb Warschau, etc.). Seine Werke SEX MIT MADONNA und DADDY SHOT MY RABBIT erhielten öffentliche Förderungen und tourten landesweit.

2023 feierte er die Premiere seines ersten Auftragswerks MIDNIGHT SWINGING mit der Tanzcompany der Landesbühnen Sachsen in Radebeul. 2019 war Chris als Residenzkünstler am Seoul Dance Center eingeladen, von der Seoul Foundation of Arts and Culture in Südkorea. Abseits des Theaters hat Chris Jäger auch als Choreograf für Filmproduktionen gearbeitet, darunter deutsche Produktionen wie „Babylon Berlin“ und „Rote Sterne überm Feld“ sowie Hollywood-Produktionen wie „Die Tribute von Panem: Das Lied der Vögel und Schlangen“, „TÁR“ und „John Wick: Kapitel 4“.

 

Photo: Graziela Diez

Ein Stück von einer der spannendsten Künstlerinnen im Tanzbereich für ein junges Publikum.

Das Leben ist kein Ponyhof, aber vielleicht ein Karussell? In einer Mischung aus Bewegung, Musik und visuellen Elementen schaffen Regina Rossi und Team in „Karussell“ ein intimes und berührendes Bühnenerlebnis für das Publikum von übermorgen. Das Tanzstück lädt die Kinder ein, die Grund- emotionen Wut, Angst, Trauer und Freude auf spielerische sowie künstlerische Weise zu erleben. Dabei werden diese vier Grundaffekte tänzerisch und durch bewegliche Bühnenelemente dargestellt, die sich während der Aufführung dynamisch verändern. Das Publikum ist eingeladen, in ein Fest der Gefühle einzusteigen!
Die in Hamburg lebende brasilianische Choreografin Regina Rossi produzierte viele ihrer deutschlandweit gezeigten Arbeiten auf Kampnagel und kombiniert zeitgenössischen Tanz mit Stilen wie Samba oder Capoeira sowie mit Performance-Kunst und Popkultur.

Für ein junges Publikum von 3 bis 6 Jahre
Buchbar für Kitas über Gruppenbüro
©Jonas Weber

Stammbesetzung

Inszenierung & Choreografie: Regina Rossi

Bühne & Kostüm: Raphaela Andrate

Musik & Komposition: Paul Timmich/Dorian Behner

Tanzvermittlung: Nira Priore Nouak

Dramaturgie: Lucas Herrmann

Inspizienz: Uwe Fischer

Mit: Kemelo Nozipho Sehlapelo / Kilian Löderbusch / Laura Ahumada García

Eine Produktion des Hessischen Staatsballett.

Regina Rossi

Photo Credit: Regina Rossi

Regina Rossi ist in Brasilien geboren und aufgewachsen. Sie studierte Theater, Choreografie und Performance Studies in Porto Alegre, Amsterdam und Hamburg. Derzeit promoviert sie in Angewandte Theaterwissenschaften (Gießen) bei Prof. Bojana Kunst zu „Künstlerische Praxis als Kunst des Instituierens“. Seit 2009 lebt Rossi in Hamburg und produziert auf Kampnagel ihre eigenen Arbeiten, die deutschlandweit gezeigt wurden. Die Choreografin kombiniert zeitgenössischen Tanz mit Bewegungskulturen wie Paartanz, Samba oder Capoeira, sowie mit Performance-Kunst und Zitaten aus Popkultur und feministischer Kunst.

In vielen ihrer bisherigen Arbeiten verhandelte sie omnipräsente westliche Frauen-Körperbilder und -Ideale, denen sie eine eigene, mal humorvolle, mal sinnliche, mal provozierende Bewegungsästhetik entgegensetzt. Seit 2018 legt Rossi außerdem einen Schwerpunkt ihrer Arbeit in der Produktion von Performances und in der Vermittlung von Tanz und Performance für Kinder und Jugendliche.

Die Tänzer:innen

Kilian Löderbusch ist Tänzer und Performer mit Sitz in Berlin. Bereits während seiner Schulzeit entwickelte er ein großes Interesse am Theater und sammelte erste Erfahrungen im Jugendclub des Theater Magdeburg.

Seine Tanzausbildung begann er in Berlin parallel zu seinem Studium der Landschaftsarchitektur. Nach seinem Abschluss an der Technischen Universität Berlin studierte er Tanz am Zentrum für Zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln.

Er arbeitete als Tänzer in Produktionen von William Cardoso, SPECIES/Carla Jordao, Gustavo Gomes, Chris Jäger, Amanda Piña, Julio Cesar Iglesias Ungo, Willi Dorner, dem CircusDanceFestival Köln und weiteren.

Kilians Interesse gilt der Verbindung zwischen der Popwelt und dem klassischen Theaterraum sowie der Erforschung dieser Schnittstelle für seine eigene Arbeit.

Er ist als Tänzer, Performer und künstlerischer Schaffender für Bühnenproduktionen, ortsspezifische Performances sowie Video- und Filmprojekte tätig.

 

Laura Ahumada García ist eine südamerikanische Bewegungskünstlerin, Performerin, Improvisatorin, interdisziplinäre Kollaborateurin und Pädagogin, die derzeit ein Masterprogramm (MA CoDE) in Frankfurt absolviert (2023–2025).

Sie begann ihre Auseinandersetzung mit Körperarbeit in ihrem Heimatland Chile, arbeitete anschließend professionell in São Paulo und studierte von 2016 bis 2019 an der London Contemporary Dance School. Direkt im Anschluss arbeitete sie von 2019 bis 2021 mit dem Divadlo Studio Tanca in der Slowakei, was ihr ermöglichte, Tanz auf vielfältige Weise zu erfahren – kulturell, geografisch, hierarchisch, sprachlich, sozial und stilistisch.

Sie entwickelte ihre Tanzkarriere weiter und arbeitete mit renommierten Choreograf:innen und Pädagog:innen wie Martin Kilvady, Milan Tomasik, Stanislav Dobák (Ultima Vez), Lívia Méndez Marín Balážová (Ultima Vez) und Stanislava Vlčeková.

Seit 2021 arbeitet Laura freischaffend als Tanzkünstlerin, Pädagogin und Choreografin in Deutschland.

Sie kollaborierte u. a. mit Choreograf:innen wie Tamar Grosz (Berlin), Finn Lakeberg – Tanz Mainz, Regina Rossi (Brasilien/Deutschland) und Milena Wilke. Sie ist Mitbegründerin des Anhelo Collective, das zwischen dem Vereinigten Königreich, Deutschland und Kolumbien tätig ist.

Sie hat ihr Solo „Madre & Tierra“ kreiert und dieses bei verschiedenen Veranstaltungen gezeigt, darunter Sommerwerft 2024 (Frankfurt), Zukunft Tanzt 2024 (Frankfurt), Humanography Festival 2024 (Göteborg), Ponderosa 2023 (Brandenburg) und Lush 2023 (Berlin). Ihre Leidenschaft für Lehre, Tanz und Performance schöpft sie aus Verspieltheit, Spontanität, Absurdität, Einfachheit, lateinamerikanischem Feuer sowie dem Streben nach Gemeinsamkeit im Tanz aus einer dekolonialen und feministischen Perspektive.

Kemelo Nozipho Sehlapelo ist eine südafrikanische Künstlerin (Tänzerin, Choreografin, Autorin und Aktivistin).

Sie hat einen Bachelor of Arts in Englisch und Anthropologie von der Universität Pretoria.

2019 zog sie nach Budapest, Ungarn, wo sie am Ausbildungsprogramm der DART Dance Company teilnahm und dieses 2020 abschloss. Anschließend arbeitete sie bis 2022 als freischaffende Tanzkünstlerin und Autorin in Budapest und kollaborierte mit lokalen und internationalen Künstler:innen.

Der Umzug nach Deutschland zur Aufnahme ihres Masterstudiums ermöglichte ihr die weitere Entfaltung ihrer künstlerischen Praxis.

Sie bewegt sich zwischen Film, Musikmischung/DJane-ing und Poesie und trat zuletzt beim Makhanda National Arts Festival in Makhanda, Südafrika (gemeinsam mit dem Kollaborateur und Freund Andres Martinez), beim Femme Festival in Gießen sowie beim Internationalen Theaterfestival für Frauen in Frankfurt und beim Winterwerft Festival in Frankfurt auf. Ihre Texte wurden in verschiedenen Kunst- und Literatur-Zines veröffentlicht. Derzeit ist sie Mitglied des HATCHED-Ensemble (Choreografin: Mamela Nyamza).

Sie tanzte u. a. für Choreograf:innen wie Joana Ferraz (Brasilien) und Tamra Chase (USA) und arbeitet regelmäßig mit Andres Martinez (Costa Rica) und Roberta Ceginskaite (Irland/Litauen) zusammen.