Adams orchestrales Meisterwerk kann als Allegorie auf die Klimakrise interpretiert werden, zugleich ist es eine kraftvolle Meditation über Tiefe, Turbulenzen, unheimliche Stille und letztendliche Ruhe.
Für LEE\VAKULYA drückt sich in dem Stück aber auch die Schönheit in der Zirkularität des Lebens aus.
Sie fühlen sich von der anmutigen Balance der Natur angezogen, die Leben schenkt und es mit ihrer gewaltigen Kraft auch wieder nehmen kann – und uns letztlich zu unserem Ursprung zurückführt.
Tanz und Musik wechseln zwischen Harmonie und Dissonanz, zwischen der sanften, fließenden Zartheit des Wassers und der intensiven, steinspaltenden Spannung des Eises.

LEE\VAKULYA sind die taiwanesische Tänzerin und Choreografin Chen-Wei Lee und der ungarische Tänzer und Choreograf Zoltán Vakulya. Das in Brüssel ansässige Duo arbeitet seit 2016 zusammen an Bühnenproduktionen, Ausstellungen sowie Performances und gehört zu den aufstrebenden Stimmen in der zeitgenössischen Tanzwelt. Lee tanzte mit vielen renommierten Kompanien, darunter Peeping Tom, GöteborgsOperans Danskompani, Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, und von 2009 bis 2014 bei der Batsheva Dance Company. Vakulya kollaborierte neben seiner Tätigkeit als freier Choreograf mit so unterschiedlichen Künstler:innen wie HODWORKS, Mal Pelo, Wim Vandekeybus, David Zambrano, Albert Quesada oder Vera Tussing. Die Arbeit von LEE\VAKULYA zeichnet sich durch eine fließende und zugleich präzise physische Herangehensweise aus, die die Grenzen des Körpers herausfordert und in ihren Bühnenarbeiten oft verschiedene Kompositionsstrategien miteinander verknüpft. Beim Hessischen Staatsballett liefen als Gastspiele 2022 ihr gefeiertes Duett Together Alone in Darmstadt und 2023 in Wiesbaden die Deutschland-Premiere von Burnt [the eternal long now] im Rahmen des Tanzfestivals Rhein-Main. Für ihre Arbeiten wurden beide Choreograf:innen mehrfach ausgezeichnet, so u. a. mit dem Jeon Mak Arts Award 2017 (Südkorea), TECO Award for the Art of Dance 2020 (Taiwan) oder Taishin Performing Arts Award 2023 (Taiwan).

Die in Berlin lebende japanische Szenografin und Multimedia-Künstlerin Yoko Seyama hat sich auf Kunst in Bezug zu Zeit und Raum spezialisiert und kommt aus den Bereichen Architektur und Tanz. In ihren Arbeiten kombiniert sie digitale Elemente mit natürlichen Materialien und verwandelt sie in sich verändernde Räume in öffentlichen Räumen, Theatern, Museen und Galerien. Für die darstellenden Künste hat sie ihre einzigartige Bühnenbilder für Tanz, Ballett, Musicals, Opern und Konzerte in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern geschaffen, darunter Mémoires d’Oubliettes mit Jiří Kylián am NDT, im Berliner Friedrichstadt-Palast GRAND SHOW 23 mit dem Staatsballett Berlin, mit dem Leipziger Ballett Der Nussknacker, am dem Grand Theatre Łódź Die Fledermaus mit Giorgio Madia, an der Astana Opera Cinderella mit Raimondo Rebeck, am Theatre of Musical Comedy St Petersburg Miss Saigon und Zirkusprinzessin, mit der National Dance Company Wales UK mit Felnando Melo, dem Les Grands Ballets Canadiens de Montréal, der Compañía Nacional de Danza und New National Ballet of Japan. Sie arbeitete an der Eröffnungsfeier der EXPO 2025 in Osaka Japan und 2023/24 beim Naniwa Danshi Concert mit Takeatsu Nashimoto. Ihre Installationen wurden weltweit im Zentrum für Internationale Lichtkunst (DE), Borås Art Museum (SE), Museo della luce (Rom), Wood Street Galleries (Pittsburgh), SonicActsXIII (NL), Echigo-Tsumari Art Triennale (JP), Bangkok Citycity Gallery, MAIIAM (TH) und vielen anderen ausgestellt. Sie hat einen MA in Kunstwissenschaft von der Royal Academy of Art in Den Haag und einen BA in Architektur von der Musashino Art University in Tokio. Sie erhielt ein Stipendium der Pola Art Foundation (JP), einen Lighting Design Award 2023 und eine Nominierung für die 22. Hong Kong Dance Awards.

Joanne Shyue ist Lichtdesignerin und Künstlerin, die in den Bereichen Theater, Konzerte, Ausstellungen, Installationen, Film und Live-Events arbeitet. Mit einem M.F.A. in Lighting Design von derTaipei National University of the Arts versteht sie Licht nicht nur als technische Disziplin, sondern als künstlerische Sprache mit der Fähigkeit, Wahrnehmung neu zu rahmen und zum Nachdenken anzuregen. Ihre Arbeit geht über konventionelles Design hinaus: Joanne ist selbst auf der Bühne aufgetreten und hat improvisierten Tanz mit Live-Beleuchtung verschmolzen, um die Grenzen zwischen Performer und Designer, Präsenz und Beleuchtung zu erforschen. Dies ermöglicht ihr, Licht als aktiven Akteur zu betrachten, statt nur als Hintergrundelement. Für Joanne ist Licht niemals neutral. Es ist eine Kraft, die Räume formt, Verhalten verändert und Schichten der Realität enthüllt oder verbirgt. Sie behandelt jedes Projekt als Experiment, wie Licht mit menschlicher Erfahrung interagiert, und weigert sich, es nur auf Dekoration oder Funktion zu reduzieren. Ihr fortlaufendes Ziel ist es, zu erforschen, wie Licht nicht nur Umgebungen transformieren, sondern auch das Publikum dazu einladen kann, seine eigene Beziehung zur Gesellschaft und zueinander neu zu überdenken.

Aufgewachsen in Taipeh, Taiwan, entdeckte Huang schon früh seine Leidenschaft für Mode – ein Einfluss, der die starke Präsenz asiatischer Popkultur in seinen Designs erklärt. Er studierte Textilien und Bekleidung an der Fu Jen Catholic University, bevor er nach Europa zog, um seine Ausbildung an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Antwerpen und an La Cambre-Mode[s] in Brüssel fortzusetzen, wo er im Fachbereich Modedesign seinen Schwerpunkt setzte. 2015 gründete Huang das in Berlin ansässige Label #DAMUR, das seine Inspirationen aus der dynamischen Energie der asiatischen Popkultur und dem experimentellen Geist Berlins bezieht. Huang brilliert darin, die zentralen Elemente der Berliner Kultur zu dekonstruieren und in exzentrische, aber zugleich mühelos tragbare Kollektionen zu verwandeln. Derzeit präsentiert Huang seine 13. Kollektion und wurde mit dem Young Talents Award ausgezeichnet.

Die Musik entspringt tief im Inneren und überträgt sich auf den Körper, wie etwas, das aus seinem Kern in alle Richtungen strömt. Wenn wir an Musikalität im Tanz denken, ist es oft eine Landschaft. Become Ocean ist keine Landschaft, die sich sofort erschließt. Die intuitive Reaktion auf diese Musik wäre zu schweben, aufzusteigen und zu sinken. Für uns vermittelt sich aber in erster Linie ein Gefühl von Pulsation, das unmittelbar mit Bewegung verbunden ist – die Körper einzeln und als große Einheit, die in kleine Partikel zerfallen oder wie ein mächtiger Lungenzug gemeinsam atmen. Die hörbare Erfahrung, kombiniert mit unseren visuellen Vorstellungen, inspiriert die Choreografie stark: Wie wir den Raum nutzen, wie die einzelnen Tänzer:innen ihre Körper einsetzen. Wir sagen ihnen immer: Öffnen und Schließen. Diese Musik vermittelt eine solche Offenheit, aber sobald ein Instrument hervortritt, zoomst du automatisch hinein.
Der Raum von Yoko Seyama wird zu einem Teil der Gesamtbewegung. Innen- und Außenperspektive verschmelzen. Gleichzeitig befinden wir uns mitten im Geschehen. Klang und Bewegung gehen schon dadurch eine besondere Verbindung ein, dass das Orchester mit auf der Bühne ist. Über allem erstrahlt das Objekt. Wir beschreiben das Gesamtbild für uns im Sinne einer wandernden Wolke – sichtbar und doch flüchtig. So entstehen aus scheinbarem Chaos geordnete Muster. Dabei spielen wir mit dem Gedanken eines Kommens und Gehens; arbeiten mit Nähe und Ferne, wie beim Blick in den Himmel oder auf den Ozean: Die Weite bleibt, doch der Fokus verändert die Wahrnehmung. Das Lichtdesign von Joanne Shyue wird dabei zum vermittelnden Element. Es erzeugt eine eigene Bewegungsebene, öffnet und verschließt Räume, schafft Tiefe und lenkt den Blick. So entsteht ein Zusammenspiel von Klang, Körper und Bewegung, das kontemplative Bilder hervorbringt. Wir hoffen, dass diese eine Offenheit entfalten, um vom Publikum mit eigenen Assoziationen gefüllt zu werden.
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