{"id":9381,"date":"2025-08-04T14:07:32","date_gmt":"2025-08-04T12:07:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/?p=9381"},"modified":"2025-08-22T23:50:20","modified_gmt":"2025-08-22T21:50:20","slug":"offener-brief-leserbrief-warum-nicht-ein-haus-fuer-den-tanz-im-ehemaligen-sportarena-gebaeude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/aktuelles\/offener-brief-leserbrief-warum-nicht-ein-haus-fuer-den-tanz-im-ehemaligen-sportarena-gebaeude\/","title":{"rendered":"Offener Brief von Ballettdirektor Bruno Heynderickx \u2013 Ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr ein Haus des Tanzes in Wiesbaden"},"content":{"rendered":"<div class=\"ce ce-onecol    indent-1   \">\n\t<div class=\"container\">\n\t\t<div class=\"row\">\n\t\t\t<div class=\"col\">\n\t\t\t\t<p data-start=\"203\" data-end=\"483\">Am 28. Juli 2025 wandte sich Bruno Heynderickx, Ballettdirektor des Hessischen Staatsballetts, mit einem offenen Brief an den <em data-start=\"329\" data-end=\"349\">Wiesbadener Kurier<\/em>. Anlass war die \u00f6ffentliche Debatte um die zuk\u00fcnftige Nutzung des ehemaligen Sportarena-\/SportScheck-Geb\u00e4udes im Herzen Wiesbadens.<\/p>\n<p data-start=\"485\" data-end=\"725\">In seinem Schreiben stellt Bruno Heynderickx die Frage, warum dieser zentral gelegene und bislang ungenutzte Raum nicht zu einem Tanzhaus f\u00fcr ganz Hessen werden k\u00f6nnte \u2013 einem Ort, den es in dieser Form im Bundesland bislang nicht gibt.<\/p>\n<p data-start=\"2227\" data-end=\"2600\">Der <em data-start=\"2231\" data-end=\"2251\">Wiesbadener Kurier<\/em> griff den offenen Brief auf und ver\u00f6ffentlichte einen Artikel, der die Debatte um die k\u00fcnftige Nutzung des Geb\u00e4udes erneut anregte. Mit diesem \u00f6ffentlichen Impuls m\u00f6chte das Hessische Staatsballett einen Ansto\u00df geben, Tanz und Bewegung in Wiesbaden sichtbarer, zug\u00e4nglicher und erlebbarer zu machen \u2013 f\u00fcr heute und f\u00fcr die kommenden Generationen.<\/p>\n<p data-start=\"2227\" data-end=\"2600\"><strong>Der Link zum Artikel:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.wiesbadener-kurier.de\/lokales\/wiesbaden\/stadt-wiesbaden\/debatte-um-die-sportarena-stadtmuseum-oder-tanzhaus-4847249\">https:\/\/www.wiesbadener-kurier.de\/lokales\/wiesbaden\/stadt-wiesbaden\/debatte-um-die-sportarena-stadtmuseum-oder-tanzhaus-4847249<\/a><\/p>\n<hr data-start=\"2602\" data-end=\"2605\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"ce ce-onecol  pt-medium  indent-1   \">\n\t<div class=\"container\">\n\t\t<div class=\"row\">\n\t\t\t<div class=\"col\">\n\t\t\t\t<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h2><strong>Offener Brief \/ Leserbrief: Warum nicht ein Haus fu\u0308r den Tanz im ehemaligen Sportarena-Geba\u0308ude?<\/strong><\/h2>\n<p>Ich schreibe als Reaktion auf mehrere Artikel, die in den vergangenen Monaten im Wiesbadener Kurier zur zuku\u0308nftigen Nutzung des ehemaligen Kaufhaus Sportarena \/ SportScheck-Geba\u0308udes im Herzen Wiesbadens erschienen sind.<\/p>\n<p>Als Ballettdirektor des Hessischen Staatsballetts verfolge ich diese Entwicklungen mit gro\u00dfem Interesse und tiefer Verantwortung. Was wa\u0308re, wenn dieser Raum \u2013 so zentral gelegen und voller Potenzial \u2013 zu einem Tanz(proben)haus fu\u0308r Hessen wu\u0308rde? Es wa\u0308re ein echtes Unikum, denn im Gegensatz zu anderen Bundesla\u0308ndern existiert ein solcher, ausschlie\u00dflich dem Tanz gewidmeter Ort in ganz Hessen bislang (noch) nicht.<\/p>\n<p>Am 30. Juli werde ich die Pra\u0308sentation von studentischen Projekten des Masterstudiengangs Architektur an der Hochschule RheinMain besuchen. Die Studierenden haben ein Semester lang daran gearbeitet, sich vorzustellen, wie das ehemalige Sportarena-Geba\u0308ude in ein professionelles und inklusives Zuhause fu\u0308r den Tanz verwandelt werden ko\u0308nnte. Auch wenn es sich dabei nicht um fertige Machbarkeitsstudien handelt, bin ich u\u0308berzeugt, dass viele der Ideen visiona\u0308r, inspirierend und ernsthaft beachtenswert sein werden.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund frage ich mich, warum fu\u0308r ein neues Stadtmuseum bereits eine Machbarkeitsstudie beauftragt und vorgestellt wurde \u2013 wa\u0308hrend die Idee eines Tanzhauses bislang nicht die gleiche Aufmerksamkeit erfahren hat. Selbstversta\u0308ndlich verdienen Kunstwerke eine angemessene Bewahrung und Pra\u0308sentation \u2013 doch was ist mit den Ku\u0308nstlerinnen und Ku\u0308nstlern selbst?<\/p>\n<p>Derzeit proben unsere Ta\u0308nzerinnen und Ta\u0308nzer des Hessischen Staatsballetts bis zu acht Stunden ta\u0308glich in den Kellerra\u0308umen des Theaters \u2013 ohne Tageslicht und ohne Fenster! Fu\u0308r die freie Tanzszene ist die Lage noch dramatischer, da sie kaum u\u0308ber geeignete, tanzspezifische Ra\u0308ume zum Proben und Produzieren verfu\u0308gt. Weltklasse- Ku\u0308nstlerinnen und -Ku\u0308nstler arbeiten unter Bedingungen, die dem Anspruch einer Kulturstadt wie Wiesbaden nicht gerecht werden. Es ist an der Zeit, uns zu fragen: Was sagt es u\u0308ber unsere Werte aus, wenn unsere Kunst besser untergebracht ist als die Menschen, die sie schaffen??<\/p>\n<p>Tanz ist eine universelle Sprache \u2013 sie existiert in jeder Kultur und wird gesprochen, bevor wir u\u0308berhaupt sprechen lernen. Wir tanzen, um Freude, Schmerz, Neugier, Widerstand und Identita\u0308t auszudru\u0308cken. Wir tanzen, um zu heilen und um Verbindung zu schaffen. Und manchmal einfach, um lebendig zu sein.<\/p>\n<p>Stellen Sie sich nun ein Geba\u0308ude vor, das dieser Sprache gewidmet ist: ein Tanz(proben)haus \u2013 ein Zuhause fu\u0308r Bewegung, Ausdruck und Begegnung. Ein Ort, an dem Vielfalt nicht nur willkommen, sondern Grundlage ist. Ein Ort, an dem das Staatsballett neben freischaffenden Ta\u0308nzer*innen, Choreografinnen und Choreografen probt. Ein Ort, an dem traditionelle Ta\u0308nze gepflegt werden, wa\u0308hrend Hip-Hop, Waacking und zeitgeno\u0308ssische Formen nebeneinander gedeihen. Ein Ort mit professionellen Studios \u2013 und mit offenen Tu\u0308ren fu\u0308r alle, die diese Kunstform lieben. Ein Ort, der auch ein junges Publikum fu\u0308r die (Tanz)Kunst begeistern kann und neues Leben in die Innenstadt bringt. Eine Bu\u0308hne fu\u0308r kleinere Auffu\u0308hrungen. Ein<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Parkett fu\u0308r gesellschaftliche Ta\u0308nze. Ein Zuhause fu\u0308r alle, die an die Kraft der Bewegung glauben.<\/p>\n<p>Das ist nicht nur ein Traum \u2013 ich bin u\u0308berzeugt, dass dies ein konkretes und dringendes kulturelles Bedu\u0308rfnis ist. Und es ist eine Vision, der ich mich voll und ganz verpflichtet fu\u0308hle. Mit der Unterstu\u0308tzung der Freunde des Hessischen Staatsballetts bin ich bereit, Zeit, Energie und Stimme zu investieren, um sie zu verwirklichen.<\/p>\n<p>Das Sportarena-Geba\u0308ude steht leer \u2013 mitten im Herzen Wiesbadens. Das ist eine seltene und wertvolle Chance. Statt vorschnell eine vorgegebene Lo\u0308sung zu verfolgen, sollten wir den Raum fu\u0308r mehr Ideen, mehr Visionen, mehr Mo\u0308glichkeiten o\u0308ffnen. Lassen Sie uns ganz bewusst eine Vielfalt von Konzepten \u2013 ku\u0308nstlerisch, kulturell, sozial \u2013 einladen und diese transparent, o\u0308ffentlich und mit Mut zur Zukunft diskutieren. Nur so ko\u0308nnen wir eine fundierte Entscheidung treffen, welches Projekt am sta\u0308rksten zur Neubelebung und Neudefinition unserer Innenstadt beitra\u0308gt.<\/p>\n<p>Lassen Sie dies der Anfang sein<\/p>\n<p>Bruno Heynderickx<br \/>\nBallettdirektor, Hessisches Staatsballett<\/p>\n<p>Wiesbaden, 28.07.2025<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":9,"featured_media":9447,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-9381","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9381","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9381"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9381\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9392,"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9381\/revisions\/9392"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9447"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9381"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9381"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9381"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}