{"id":6650,"date":"2025-01-30T13:27:46","date_gmt":"2025-01-30T12:27:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/?p=6650"},"modified":"2025-01-30T14:02:57","modified_gmt":"2025-01-30T13:02:57","slug":"tanz-hoeren-tanz-fuehlen-tanz-erleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/aktuelles\/tanz-hoeren-tanz-fuehlen-tanz-erleben\/","title":{"rendered":"Tanz h\u00f6ren! Tanz f\u00fchlen! Tanz erleben!"},"content":{"rendered":"<div class=\"ce ce-onecol       \">\n\t<div class=\"container\">\n\t\t<div class=\"row\">\n\t\t\t<div class=\"col\">\n\t\t\t\t<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Mit einem au\u00dfergewo\u0308hnlichen Qualifizierungsprogramm fu\u0308r Audiodeskriptionsautor:innen leistet die Tanzplattform Rhein-Main, ein gemeinsames Projekt des Hessischen Staatsballetts (HSB) und des Ku\u0308nstler:innenhaus Mousonturm, einen Beitrag zum Abbau von Barrieren fu\u0308r blinde und sehbehinderte Menschen und fu\u0308r mehr Teilhabe im Tanz. Das Qualifizierungsprogramm findet seinen Ho\u0308hepunkt und Abschluss im Rahmen des HSB-Ballettabends \u201eChronicles\u201c.<\/p>\n<p>Parallel zum Probenprozess entwickeln blinde, sehbehinderte und sehende Autor:innen, die an der Qualifizierung teilnehmen, gemeinsam eine Audiodeskription inklusive einer Tastfu\u0308hrung fu\u0308r den mehrteiligen Tanzabend.<\/p>\n<p>Diese Audiodeskription kann das erste Mal von blinden und sehbehinderten Besucher:innen an der Premiere des Tanzabends am 16. Februar um 18 Uhr im Hessischen Staatstheater Wiesbaden genutzt werden<em>.<\/em><\/p>\n<p>Mehr Informationen folgen bald.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n\t\t<div class=\"ce ce-accordion       \">\n\t\t  <div class=\"container\">\n\t\t\t<div class=\"row\">\n\t\t\t  <div class=\"col\">\n\t\t\t\t<div class=\"accordion\"><div class=\"accordion-panel\" data-panel-id=\"auf-welchen-ebenen-wirkt-tanz\">\n\t<div class=\"accordion-headline\">\n\t\t<h4>Auf welchen Ebenen wirkt Tanz?<\/h4>\n\t<\/div>\n\t<div class=\"accordion-content\">\n\t\t<div class=\"accordion-content-inner\">\n\n\n<div class=\"ce ce-onecol    indent-1   \">\n\t<div class=\"container\">\n\t\t<div class=\"row\">\n\t\t\t<div class=\"col\">\n\t\t\t\t<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Als Ko\u0308rperkunst gilt Tanz als eine Ausdrucksform, in der visuelle Aspekte dominieren. Wird Tanz also hauptsa\u0308chlich bzw. ausschlie\u00dflich u\u0308ber den Sehsinn wahrgenommen? Wie kann Tanz auch fu\u0308r Menschen zuga\u0308nglich gemacht werden, die blind oder sehbehindert sind?<\/p>\n<p>Die Tanzplattform Rhein Main, ein gemeinsames Projekt des Hessischen Staatsballetts und des Ku\u0308nstler:innenhaus Mousonturm engagiert sich seit neun Jahren, um Tanz in seinen vielfa\u0308ltigen Ausdrucksweisen im Rhein-Main-Gebiet zu sta\u0308rken und um Zuga\u0308nge fu\u0308r Menschen mit diversen ko\u0308rperlichen und sinnlichen Befa\u0308higungen zu dieser Kunstform zu schaffen. Der Abbau von Barrieren im Tanz fu\u0308r Menschen mit Behinderung vor, auf und hinter der Bu\u0308hne ist fu\u0308r das Hessische Staatsballett und seinen Partner Ku\u0308nstler:innenhaus Mousonturm dabei ein wichtiges Anliegen.<\/p>\n<p>Seit gut zwei Jahren bietet die Tanzplattform Rhein-Main unter anderem bei ausgewa\u0308hlten Stu\u0308ckauffu\u0308hrungen am Mousonturm Audiodeskriptionen an. Die sprachliche Beschreibung der Bu\u0308hnenvorga\u0308nge, die eine Auffu\u0308hrung live begleiten, ermo\u0308glicht es blinden und sehbehinderten Personen am Tanzstu\u0308ck teilzuhaben. Was bei Film und Fernsehen seit vielen Jahren Standard ist, ist in Tanz und Theater nach wie vor eine Seltenheit.<\/p>\n<p>Auf Initiative der Tanzplattform Rhein-Main wird im Rahmen des Ballettabends \u201eChronicles\u201c erstmals eine Audiodeskription fu\u0308r eine Produktion des Hessischen Staatsballetts entwickelt. Die Entwicklung dieser Audiodeskription bildet den Abschluss eines Qualifizierungsprogramms fu\u0308r Audiodeskriptionsautor:innen im Tanz. Geleitet von den blinden Audiodeskriptionsexpert:innen Melanie Hambrecht und Fabian-Lilian Korner wird eine Gruppe aus dem Rhein-Main-Gebiet, bestehend aus neun blinden, sehbehinderten und sehenden Personen, ausgebildet, eigensta\u0308ndig Audiodeskription und begleitende Ma\u00dfnahmen wie Tastfu\u0308hrungen und Audioflyer fu\u0308r Tanzproduktionen zu entwickeln.<\/p>\n<p>Anliegen des Qualifizierungsprogramms ist, die herausragenden Stu\u0308cke des Hessischen Staatsballetts erstmals fu\u0308r blinde und sehbehinderte Personen zuga\u0308nglich zu machen. Zudem soll der Nucleus fu\u0308r einen Pool von Audiodeskriptionsautor:innen im Rhein-Main-Gebiet etabliert werden, sodass zuku\u0308nftig nicht nur am Hessischen Staatsballett oder am Mousonturm, sondern auch an anderen Theatern und bei freien Tanzproduktionen Audiodeskriptionen angeboten werden ko\u0308nnen. Aktuell scheitert ein solches Angebot nicht nur an der fehlenden finanziellen Ausstattung, sondern auch an dem Mangel qualifizierter Autor:innen.<\/p>\n<p>Die Partner der Tanzplattform Rhein-Main mo\u0308chten mit dem Qualifizierungsprogramm einen Beitrag zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention leisten, die 2009 durch die Bundesregierung ratifiziert wurde. Die Behindertenrechtskonvention stellt klar, dass die eigensta\u0308ndige Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen, somit auch in Kunst und Kultur, ein unerla\u0308ssliches Grundrecht ist.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Die Tanzplattform Rhein-Main setzt mit ihrem Programm dabei wichtige Standards. Es wird von den blinden Expert:innen Fabian-Lilian Korner und Melanie Hambrecht geleitet. Es erfu\u0308llt somit eine zentrale Forderung der Behindertenrechtsbewegung, die \u201eNicht u\u0308ber uns ohne uns\u201c lautet.<\/p>\n<p>Das Programm macht au\u00dferdem die Arbeit von Autor:innen-Teams zum Standard, in denen immer blinde bzw. sehbehinderte Expert:innen mit sehenden Expert:innen gleichberechtigt zusammenarbeiten. Die Kompetenzen, Erfahrungen und Bedarfe der Zielgruppe von Audiodeskriptionen werden somit von Anfang an ins Zentrum gestellt.<\/p>\n<p>Unter dem Stichwort \u201aku\u0308nstlerische Audiodeskription\u2018 beru\u0308cksichtigt die Qualifizierung zudem intensiv die Besonderheiten der Kunstform \u201aTanz\u2018. Sie grenzt sich damit radikal von den vermeintlich neutralen, sehr technischen Beschreibungen ab, die aus Film und Fernsehen bekannt sind. Ausgangsfragen sind vielmehr, wie die verschiedenen sinnlichen Ebenen, die bei einer Tanzauffu\u0308hrung wirken, einbezogen werden ko\u0308nnten oder welche sinnlichen Ebenen jenseits des Visuellen in einer Tanzauffu\u0308hrung erlebbar sind und wie diese vermittelt werden ko\u0308nnen.<\/p>\n<p>Den Leiter:innen des Qualifizierungsprogramms Fabian Lilian Korner und Melanie Hambrecht ist es wichtig, akustische, olfaktorische und haptische Qualita\u0308ten einer Tanzauffu\u0308hrung gleichberechtigt neben die sprachliche Beschreibung der Auffu\u0308hrung zu stellen, wie zum Beispiel der Luftzug, der auf der Haut spu\u0308rbar wird, wenn ein:e Tanzende:r sich schnell bewegt. Es soll so eine ganzheitliche sinnlich-a\u0308sthetische Erfahrung fu\u0308r das blinde und sehbehinderte Publikum geschaffen werden, die gleichwertig zu der visuellen Rezeption des Stu\u0308cks ist.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n<\/div><\/div><\/div><div class=\"accordion-panel\" data-panel-id=\"audiodeskription\">\n\t<div class=\"accordion-headline\">\n\t\t<h4>Audiodeskription<\/h4>\n\t<\/div>\n\t<div class=\"accordion-content\">\n\t\t<div class=\"accordion-content-inner\">\n\n\n<div class=\"ce ce-onecol    indent-1   \">\n\t<div class=\"container\">\n\t\t<div class=\"row\">\n\t\t\t<div class=\"col\">\n\t\t\t\t<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Die Erstellung der Audiodeskription im Rahmen von <strong>\u201eChronicles\u201c<\/strong> umfasst folgende Arbeitsschritte:<\/p>\n<p><strong>Phase 1:<\/strong> Im intensiven Austausch mit den Choreograf:innen der Stu\u0308cke und den beteiligten Ta\u0308nzer:innen entwickeln die Autor:innen eine eigensta\u0308ndige Sprache, die die Charakteristika der jeweiligen Stu\u0308cke und der choreografischen Handschriften ada\u0308quat beschreiben. Mit welchen Begriffen und Adjektiven kann die besondere Bewegungsqualita\u0308t einer Choreografie erfasst werden? Welche sinnlichen Ebenen ko\u0308nnen neben der Versprachlichung der Bu\u0308hnenvorga\u0308nger in die Audiodeskription einflie\u00dfen?<\/p>\n<p><strong>Phase 2:<\/strong> Parallel zu den Proben von \u201eChronicles\u201c entwickeln die Audiodeskriptionsteams ein Skript, das als Grundlage fu\u0308r die zuku\u0308nftige Audiodeskription dienen wird. Ebenso wie in Phase 1 ist auch in dieser Phase der Austausch und das unentwegte Feedback zwischen den blinden bzw. sehbehinderten Autor:innen und ihren sehenden Kolleg:innen zentral.<\/p>\n<p><strong>Phase 3:<\/strong> Umsetzung der Audiodeskription wa\u0308hrend der Auffu\u0308hrung. U\u0308ber Empfa\u0308nger mit Kopfho\u0308rern ko\u0308nnen die Nutzer:innen die Audiodeskription empfangen. Das Skript dient als Orientierung fu\u0308r die Sprecher:innen, die auch als Autor:innen an seiner Erstellung beteiligt waren. Es werden Live-Aspekte der jeweiligen Auffu\u0308hrung beru\u0308cksichtigt, wie das Tempo, die Intensita\u0308t ebenso wie die Reaktionen des Publikums. Der Auffu\u0308hrung geht eine sogenannte Tastfu\u0308hrung voraus, in der Regel eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Sie ermo\u0308glicht den Audiodeskriptionsnutzer:innen zentrale Elemente der Auffu\u0308hrung vor ihrem Beginn zu ertasten und den Bu\u0308hnenraum abzugehen, umso wa\u0308hrend der Auffu\u0308hrung eine bessere Orientierung zu haben.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n<\/div><\/div><\/div><div class=\"accordion-panel\" data-panel-id=\"weitere-informationen\">\n\t<div class=\"accordion-headline\">\n\t\t<h4>Weitere Informationen<\/h4>\n\t<\/div>\n\t<div class=\"accordion-content\">\n\t\t<div class=\"accordion-content-inner\">\n\n\n<div class=\"ce ce-onecol    indent-1   \">\n\t<div class=\"container\">\n\t\t<div class=\"row\">\n\t\t\t<div class=\"col\">\n\t\t\t\t<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\"><\/div>\n<p><em>Die <strong>Tanzplattform Rhein-Main<\/strong>, ein Projekt von Ku\u0308nstler:innenhaus Mousonturm und Hessischem Staatsballett, wird ermo\u0308glicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und ist gefo\u0308rdert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Hessischen Ministerium fu\u0308r Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur und der Stiftungsallianz [Aventis Foundation, Crespo Foundation, Hans Erich und Marie Elfriede Dotter-Stiftung, Dr. Marschner Stiftung, ODDO BHF Stiftung, Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main]<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<\/div>\n\n\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen des Tanzabends \u201eChronicles\u201c findet ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Qualifizierungsprogramm seinen Abschluss, das Zug\u00e4nge zur B\u00fchnenkunst Tanz f\u00fcr blinde und sehbehinderte Menschen schafft.<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":6655,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6650","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6650","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6650"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6650\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6875,"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6650\/revisions\/6875"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6655"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6650"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6650"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hessisches-staatsballett.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6650"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}