Oda al Libro

Eine Tanzperformance des Totalitarian Body Kollektiv/Anton Rudakov

Eine Tanzperformance des Totalitarian Body Kollektiv/Anton Rudakov

Bücherkisten dürfen nicht zu sehr beladen sein, denn man verhebt sich schnell beim Tragen. Dabei sind Bücher selbst Träger von Wissen und Geschichten, deren Texte jede Leser:in neu interpretiert. Doch welches Schicksal blüht denen, die lang niemand mehr in den Händen hielt, um ihre Seiten aufzuschlagen? Die Tanzperformance ODA AL LIBRO verbindet Musik und Bewegung zu einem partizipativen Erlebnis.

(c) Christian Scholz

Credits

Choreografie und Konzept Anton Rudakov

Dramaturgie Insa Griesing

Tanz/Performance Anton Rudakov, Alekszandr Szivkov, Miracle Laackmann

Gesang (Countertenor) Bas Van Damme

Musik (Cello) Anna Agnes Nagy

Trailer

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Totalitarian Body Kollektiv

Das 2017 von Anton Rudakov gegründete internationale Ensemble vereint Künstler:innen verschiedener Disziplinen und Kulturen. Mit einem preisgekrönten Repertoire zwischen Tanz, Theater und Musik – ausgezeichnet u.a. mit dem Hessischen Theaterpreis – erforscht das Kollektiv die Verbindungen von Körper, Gesellschaft und Kunst.

Fotos: Christian Scholz
Biografie-Fotos: Tolga May / nrw Tanzhaus

Anton Rudakov

Geboren in St. Petersburg, studierte an der Vaganova-Ballettakademie und tanzte u.a. beim Aalto Ballett Theater Essen. Seit 2007 Mitglied des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden. Nach seinem Master in Performance Studies (Hamburg) gründete er das Totalitarian Body Kollektiv, mit dem er mehrfach preisgekrönte Tanzperformances realisierte, u.a. Impo(R)tant (Hessischer Theaterpreis 2021).

Insa Griesing

Studierte Kultur- und Medienpädagogik in Merseburg und Performance Studies in Hamburg. Sie arbeitete als Theaterpädagogin u.a. am Landestheater Tübingen und Stadttheater Bremerhaven. Seit 2020 ist sie in freien Projekten tätig und Teil des Totalitarian Body Kollektivs, mit dem sie interdisziplinäre Performanceformate entwickelt.

Alekszandr Szivkov

Absolvent der ArtEZ Dance Academy (NL). Als Tänzer arbeitete er mit Choreografen wie Otto Pichler, Wim Vandekeybus und Itzik Galili. Seit 2021 ist er Mitglied des Totalitarian Body Kollektivs und war in Performances wie Meeting with Monsters und Wiederkehr bei den Maifestspielen Wiesbaden zu sehen.

Bas Van Damme


Belgischer Countertenor, ausgebildet am Konservatorium Maastricht und am Königlichen Konservatorium Lüttich. Neben seiner Arbeit als klassischer Sänger ist er in Opern- und Musiktheaterproduktionen aktiv. Mitglied der flämischen Kindertheatergruppe TalenThee und Performer im Totalitarian Body Kollektiv.

Anna Agnes Nagy

Ungarische Cellistin, ausgebildet an der Franz-Liszt-Musikhochschule und am Konservatorium Maastricht. Konzertierte mit Orchestern in Europa, Asien und Südamerika und spielt derzeit im Sinfonieorchester Aachen. Sie verbindet klassische Musik mit Performancekunst im Totalitarian Body Kollektiv.

(c) Tolga May / nrw Tanzhaus

Miracle Laackmann


Urbaner Tänzer, Choreograf und Mitgründer des Free Spirit Festival. Unterrichtet weltweit in Hiphop/Freestyle, sitzt regelmäßig in Jurys und gewann zahlreiche internationale Wettbewerbe. Zuletzt choreografierte er Ego – a Journey of Urban Art im Pina Bausch Zentrum, Wuppertal. Performer im Totalitarian Body Kollektiv.

Im Gespräch mit Anton Rudakov

Was bedeutet es, innerhalb der freien Szene in Wiesbaden und der umliegenden Region zu arbeiten und Stücke zu entwickeln?

Wir freuen uns immer sehr, uns nach einer längeren Pause in Wiesbaden wiederzusehen. Das passiert zwar nicht oft, aber wenn, dann mit großer Begeisterung von allen Beteiligten.
 
Was war der Ausgangspunkt für euer Stück, und gab es dabei besondere Herausforderungen?

Die Idee zu einer Tanzperformance mit Büchern trage ich schon seit Längerem mit mir herum, ich glaube seit meiner Studienzeit 2017. Ein Film von Parajanov Die Farbe des Granatapfels hat mich inspiriert, und nun können wir diese Idee endlich umsetzen. Darüber freue ich mich riesig! Die Herausforderung dieser Produktion besteht natürlich darin, unzählige Bücher auf die Bühne zu bringen, die wir mit der Hilfe verschiedener Menschen und vor allem der Staatsbibliothek über lange Zeit zusammengetragen haben.

Wie stellst du dir die Entwicklung der freien Szene in Wiesbaden in den nächsten fünf Jahren vor? Welche Vision hast du für ihre Zukunft?

Ich sehe ein enormes Wachstum in der freien Kunstszene Wiesbadens, insbesondere jetzt, dank der engagierten Kreativen Künstler:innen von Dance Nexus, die diese Szene ins Rampenlicht gerückt haben. Sie wird definitiv weiter wachsen und stärker werden!

Wie beeinflussen Kooperationen mit Musiker:innen und Tänzer:innen euren kreativen Prozess?

Die Zusammenarbeit mit Musiker:innen prägt unsere Produktionen maßgeblich. Dies ist bereits unsere fünfte Tanzproduktion, in der wir mit Musiker:innen aus Wiesbaden und außerhalb Wiesbaden zusammenarbeiten. Wir versuchen, verschiedene Formen von Stille und Musik zu verbinden, von Punkmusik und klassischen Arien, gesungen von Countertenor, bis hin zu elektronischen Klanglandschaften.
 
Wann hast du begonnen, Choreografie als möglichen beruflichen Weg für dich zu sehen?

Das hat sich organisch entwickelt; während meiner beruflichen Laufbahn in Wiesbaden experimentierte ich bereits mit eigenen Choreografien. Erst nach meinem Studium kristallisierte sich eine klarere Richtung heraus. Doch die Suche geht immer weiter.

Beeinflussen die aktuellen Kürzungen in der Kulturförderung eure Arbeit? Und wenn ja, auf welche Weise?

Ja, leider machen sich die Budgetkürzungen natürlich auch bei uns bemerkbar. Es ist generell nicht einfach, derzeit die Mittel für eine Produktion aufzubringen. Wir müssen uns an mehrere Förderinstitutionen wenden, um überhaupt eine professionell produzierte, qualitative Produktion realisieren zu können. Und wenn die Förderung ausbleibt, steht die gesamte Produktion unter enormem finanziellen Druck. Daher ist es momentan tatsächlich nicht einfach, eine große Produktion mit mehreren professionellen Künstler:innen auf die Beine zu stellen.

Gibt es etwas Bestimmtes, das ihr dem Publikum mit diesem Stück vermitteln möchten?

Mit dieser Tanzperformance möchten wir den Büchern einen letzten Tribut zollen. Das goldene Zeitalter, in dem Bücher ihren Triumph feierten,miener Meihnung nach, ist vorbei. Es gibt unzählige alte Bücher, die wohl nie wieder Leser finden werden. Was wird aus diesen Büchern? Wir laden das Publikum ein, ihnen bei unserer Aufführung die Ehre zu erweisen und das Buch zu feiern.

Gefördert durch:

 

Aktuell gibt es für dieses Programm keine bevorstehenden Termine.

Unser Repertoire

Stücke aus den vergangenen Spielzeiten finden Sie hier.

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