Mit seinem diesjährigen Tourneeprogramm präsentiert das Hessische Staatsballett erneut die Vielfalt des zeitgenössischen Tanzes. Das Ensemble gastiert auf verschiedenen internationalen Bühnen und bringt dabei Werke auf die Bühne, die durch Ausdruckskraft, Präzision und künstlerische Tiefe überzeugen.
Bühnen, auf denen wir dieses Jahr gastieren sind unter anderem Aranya (China), Paris, Barcelona, St.Pölten, Ludwigsburg, Köln und Lublin.
Bouffées von Leïla Ka ist eine Wiedereinstudierung der freien Produktion der französischen Choreografin. Das preisgekrönte Stück aus dem Jahr 2022 zeigt fünf Frauen gefangen im Griff einer Trauer, deren Gründe unbekannt sind, aber vielfältig erscheinen. Gefühle von Überwältigung und Befreiung halten sich die Waage beim gleichzeitigen Versuch, den aufkeimenden Kummer in die Kraft des Lebens zu verwandeln. Aufgereiht in geblümten Kleidern entwickelt sich eine körperlich-klangliche Kakophonie der fünf Körper, die Atem, wiederkehrende Gesten und ein Rhythmus des Fallens und Wiederaufstehens vereint.
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Das niederländische Geschwisterpaar Imre & Marne van Opstal sind die Shootingstars in der europäischen Tanzszene. Für das Hessische Staatsballett entwickelten sie ihre Neukreation I`m afraid to forget your smile für sechs Tänzer:innen unter Einbezug von Chören und erforschten den Moment des Loslassens als einen Übergangszustand in der Hingabe an den Verlust. Ein Aufblitzen, so greifbar und vergänglich, dass die Zeit stillzustehen scheint. Nach Tanzengagements am renommierten Nederlands Dans Theater (NDT) 1 & 2 sowie der Batsheva Dance Company startete das junge Duo van Opstal am NDT bereits 2016 eine vielversprechende choreografische Karriere. Mittlerweile kreieren sie regelmäßig für das niederländische Traditionshaus und darüber hinaus in ganz Europa.
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In der Regel steht bei Ausnahmechoreograf Marco Goecke die Musik nicht am Anfang seiner Arbeit. In seinem Duett Midnight Raga, dessen Titel sich auf die klassische indische Musik bezieht, ist es anders: Die Musik von Ravi Shankar bildet den Ausgangspunkt. Trotz der Inspiration am Orientalisch-Indischen, das sich auch in den schweren blauen Seidenstoffen der Kostüme widerspiegelt, bleibt Goeckes ureigene, nervöse Bewegungssprache unverkennbar. Nach der Uraufführung 2017 am Nederlands Dans Theater (NDT 2) erfährt die für die beiden Tänzer maßgeschneiderte Choreografie in der Wiedereinstudierung am Hessischen Staatsballett eine weitere Verkörperung.
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In Force Majeure erforschen David Raymond & Tiffany Tregarthen die Idee eines existenziellen Ausgeliefertseins gegenüber einer äußeren Kraft, die zugleich tief in uns selbst verankert sein kann. Sie stellen sich die Frage, ob und inwieweit uns diese unvorhersehbare Variable in der Gleichung des menschlichen Lebens über Epochen hinweg immer wieder begegnet und wie unser inneres Klima mit diesem äußeren Klima verknüpft ist. Sie streben nach einer Harmonie von Formung und Auflösung – dem Pakt zwischen Schöpfung und Zerstörung als treibender Kraft für Veränderung in uns selbst, in unseren Beziehungen zueinander, zur Welt um uns herum und zu unserer Zukunft. Das Stück des kanadischen Duos mit Kompositionen der Französin Angèle David-Guillou lief als Neukreation für das Hessische Staatsballett bereits in der Spielzeit 2022/23 am Staatstheater Darmstadt. Im Rahmen von Chronicles wird ein Ausschnitt der Choreografie zu den beiden Musikstücken Forgetting Trees und Exocet von David-Guillou wiedereinstudiert.
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„Corps de Walk“ ist ein stilprägendes Stück aus der Zeit vor dem internationalen Durchbruch der Star-Choreografin Sharon Eyal und ihrem Partner Gai Behar. Die 2011 uraufgeführte Auftragsarbeit der zeitgenössischen norwegischen Tanzkompanie Carte Blanche handelt von der gefährlichen Erotik der Masse. Fast 15 Jahre nach seiner Uraufführung wird „Corps de Walk“ vom Hessischen Staatsballett wiedereinstudiert.
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