Motion Creation Design ist eine Kooperation des Hessischen Staatsballetts mit dem Studiengang „Expanded Media“ der Hochschule Darmstadt unter Prof. Thorsten Greiner und Museen der Rhein-Main-Region wie dem Kunsthaus Wiesbaden sowie dem Künstlerkollektiv Motion Sound Creation. Es findet im Rahmen von World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 statt.
Das Projekt untersucht die dynamische Interaktion von generativer KI und menschlicher Bewegung. Die KI fungiert als Schnittstelle, die Wissen in Echtzeit aufbereitet und durch kreative Bild- und Informationsassoziationen neu interpretiert. Choreografie dient dabei als Kommunikationsmittel, um Bewegung in visuelle Assoziationen zu übersetzen. Präsentiert wird das Projekt in Museen der Rhein-Main-Region mit Live-Performances des Hessischen Staatsballetts. Besucher:innen können interaktiv den Gestaltungsprozess beeinflussen und die Entwicklung der Bildvisionen mitgestalten. Die KI wird so zu einem kreativen Partner für künstlerische Experimente und die Auseinandersetzung mit kulturellem Erbe.
In Workshops lernen die Tänzer:innen des Hessischen Staatsballetts den Umgang mit dem interaktiven KI-System von der Co-Leiterin des Projekts Ronja Timmer, das sie später in den Performances an die Teilnehmenden weitergeben.
Motion Creation Design verbindet Tanz, KI und partizipative Kunst und eröffnet neue Dialoge über Design, Gesellschaft und Demokratie. Bewegungen machen die Wirkung architektonischer Räume erfahrbar und reflektieren deren Anpassung an menschliche Bedürfnisse. In inklusiven Workshops wird Gestaltung als demokratischer, gemeinschaftlicher Akt erfahrbar, bei dem Teilhabe, Sinnlichkeit und Dialog zentrale Rollen spielen.
Die musikalische Ebene entsteht live auf Synthesizern durch @luggez_ und erweitert diesen Prozess um eine klangliche Dimension. Klang fungiert dabei als dynamische Schnittstelle zwischen Bewegung und Bild und verstärkt die wechselseitige Interaktion.
Termine im Kunsthaus Wiesbaden
27., 28.2.2026, 1.3.2026
Am 1. März 2026 findet ein Programm statt, das sich besonders an Familien richtet.
Es sind weitere Termine für das Rhein-Main Gebiet geplant.
KunstHaus Wiesbaden ist barrierefrei.
Im KunstHaus können die Tickets nur über Kartenzahlung erworben werden.
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Video: Prof. Thorsten Greiner
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Das Projekt Motion Creation Design widmet sich der dynamischen Interaktion zwischen generativen KI-Systemen und dem menschlichen Körper in Bewegung. Tanz und Choreografie werden als Kommunikationsmittel eingesetzt, um auf kreative Weise Wissen zu interpretieren und menschliche Bewegung in visuelle Assoziationen zu übersetzen.
Die Teilnehmenden werden dazu eingeladen, ihre eigene Körperwahrnehmung zu erforschen, ihre alltägliche Umwelt neu zu betrachten und gemeinsam mit anderen auf kreative Weise Zukunftsvisionen zu gestalten.
Ab 16 Jahre (ausgenommen Familienvorstellung 1. März)
Inklusiv: Unterschiedliche körperliche, sprachliche und kulturelle Voraussetzungen sind ausdrücklich erwünscht
Bequeme Kleidung und Turnschuhe (zusätzlich warmer Pulli und Hose empfohlen)
Anreise: Selbstorganisiert, keine Kostenerstattung für anfallende Anreisekosten
Die Workshoptermine bauen nicht aufeinander auf.
Workshopteilnahme: kostenfrei

Alle zwei Jahre verleiht die World Design Organization den Titel World Design Capital an eine Stadt oder Region. 2026 wird Frankfurt RheinMain zur internationalen Bühne für Design.
Gemeinsam mit der Region realisieren wir wegweisende Projekte und zahlreiche Veranstaltungen, die zeigen, was Design leisten kann – für die Gesellschaft und die Demokratie, für unser Zusammenleben und unseren Alltag.
Im Laufe des Jahres richtet sich unser Programm nach verschiedenen Themenschwerpunkten. Sie greifen Fragen aus dem Alltag auf, geben dem Programm eine lebendige Struktur und machen die unterschiedlichen Facetten von Design erlebbar.

Der englische Choreograf Alexander Whitley erforscht in Mirror mit dem Verfahren des „Motion Matching“ und KI die Interaktion realer und virtueller Tänzer:innen in einem Spiegelprozess. „Mirror“ ist eine Kooperation des Hessischen Staatsballetts (HSB) mit der Alexander Whitley Dance Company.
Vier Tänzer*innen aus dem Ensemble des Hessischen Staatsballetts und zwei Tänzer*innen aus der Kompanie Whitleys starteten im Januar 2026 im Rahmen einer Residenz in Darmstadt die aufregende Zusammenarbeit an dem Projekt.
Die Uraufführung von Mirror fand am 21. März im Londoner Sadler`s Wells statt. Im Rahmen des KI-Festivals Komm zu meinem Festival oder ich hacke deinen Toaster wird die deutschsprachige Premiere des Stücks gezeigt.
Bilder: (c) Sinah Osner
Künstlerische Leitung & Choreografie Alexander Whitley
Interactive Media Design Luca Biada
3D-Characterdesign Alexander MacKinnon
Musik Galya Bisengalieva
Bühne & Kostüme Mirella Weingarten
Licht Joshie Harriette
Probenleitung Allison Brown
Dramaturgie Sasha Milavic Davies, Lucas Herrmann
Produktion Stacie Lee Bennett-Worth
Es tanzen
Tatsuki Takada, Sofie Vervaecke und alternierend Jorge Moro Argote, Marie Ramet
Mirror ist eine gemeinsame Auftragsarbeit mit der Alexander Whitley Dance Company und Sadler’s Wells.
Besonderer Dank an das London College of Fashion für die Unterstützung bei der Photogrammetrie.
Unterstützt von: Arts Council England, DanceEast, Cockayne Grants for the Arts, Foyle Foundation, Leche Trust, Reed Educational Trust Limited, den Spenderinnen und Spendern der Big Give Christmas Challenge mit grundlegender Unterstützung durch die John Ellerman Foundation, Coln Trust und Edwin Fox Foundation.
Was geschieht, wenn wir Maschinen mehr vertrauen als einander, um zu erkennen, wer wir sind?
Das Tanzstück Mirror ist inspiriert von Shannon Vallors 2024 erschienenem philosophischen Sachbuch The AI Mirror. Die Technologieforscherin argumentiert darin, dass künstliche Intelligenz wie ein Spiegel der Menschheit funktioniert. KI zeigt nicht nur technische Fähigkeiten, sondern macht auch unsere Werte, Vorurteile, Machtstrukturen und moralischen Entscheidungen sichtbar. Wenn KI diskriminiert, manipuliert oder Macht konzentriert, liegt das nicht nur an der Technologie selbst, sondern an den menschlichen Systemen und Entscheidungen, die sie erschaffen haben. Vallor verbindet Philosophie, Ethik und Technologiegeschichte, um zu zeigen, dass die Entwicklung von KI eine moralische Herausforderung für die Menschheit ist. Statt nur zu fragen, was KI kann, sollten wir fragen: Welche Art von Menschen wollen wir sein, während wir diese Technologien bauen?
Alexander Whitley nimmt in seinem Tanzstück Mirror diese Frage zum Anlass, um einen tänzerisch-technischen Dialog zwischen Mensch und KI herzustellen. Er experimentiert dabei mit der Animationstechnik des „Motion Matching“. Dieses in der Videospiel-Entwicklung verwendete Verfahren selektiert und mischt mit Hilfe von KI vorab aufgezeichnete Motion-Capture-Daten, um flüssige, realistische Bewegungen von Charakteren zu erzeugen. In einem wechselseitigen Prozess steuern sich dabei Tänzer*innen und ihre virtuellen Abbilder innerhalb spezifischer Bereiche choreografierter Aktionen und schaffen so gemeinsam ein choreografisches Werk. Dabei entsteht im Sinne einer Feedbackschleife ein gegenseitiger Austausch zwischen künstlichen und leibhaftigen Körpern.
Für Mirror arbeitet Whitley mit der Bühnen- und Kostümbildnerin Mirella Weingarten und den Mediendesignern Luca Biada und Alexander MacKinnon zusammen. Unterlegt mit der Musik von Galya Bisengalieva ist das Tanzstück eine philosophische und emotionale Erkundung dessen, was es bedeutet, in Zeiten algorithmischer Urteile Mensch zu sein. Die Frage lautet: Was geschieht, wenn wir Maschinen mehr vertrauen als einander, um zu erkennen, wer wir sind?
Der preisgekrönte Choreograf Alexander Whitley ist ein Pionier im Bereich von Tanz und KI.
Seine interdisziplinäre Praxis mit der von ihm 2014 gegründeten Alexander Whitley Dance Company konzentriert sich auf den Einsatz von Motion-Tracking und interaktiver Technologie und umfasst die Bereiche Bühne, Installation, Film und immersive Plattformen. Seine Produktionen, die in Zusammenarbeit mit Studios wie Marshmallow Laser Feast, The Guardian VR und HTC Vive Arts entstanden, werden international gezeigt, so u. a. beim London Film Festival, SXSW, Mediale und Romaeuropa Festival. Whitley studierte an der Royal Ballet School in London und begann seine Karriere beim Birmingham Royal Ballet, bevor er in die zeitgenössische Tanzszene wechselte. Dort sammelte er vielfältige Erfahrungen, u.a. mit Kompanien wie Rambert, der Michael Clark Company, der Sydney Dance Company und Wayne McGregor | Random Dance. Als Choreograf hat Whitley u. a. mit dem Sadler’s Wells Theatre, Royal Ballet und Rambert zusammengearbeitet. Er ist Gründungsmitglied des New Movement Collective und Dozent im Masterprogramm Design for Performance and Interaction an der Bartlett School of Architecture, University College London.
Gemeinsam mit Filmemacher:innen, Designer:innen, digitalen Künstler:innen und Komponist:innen entwickelt er innovative und vielfältige Arbeiten, die darauf abzielen, den Horizont des Tanzes zu erweitern und das Verständnis für Bewegung über zahlreiche relevante Medien hinweg zu vertiefen.

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