Im Februar steht in Wiesbaden das Duett als tänzerisches Ausdrucksmittel im Zentrum des Dreifachabends Zwischen uns: Drei Geschichten.

Der indische Choreograf Mihir Grover erforscht in die Komplexität menschlicher Beziehungen. Das Stück entfaltet sich – gemäß seinem Titel, der sich auf das Hindi-Wort „Rafu“ („flicken“, „ausbessern“) bezieht – als eine Reise des ständigen Reparierens, Bauens und Wiederaufbauens; ein Versuch, die Verbindung zwischen zwei Menschen zu stärken und zu bewahren. Die Tanzperformance stellt dabei die Frage, warum wir uns den Rissen in unseren Beziehungen oft erst dann zuwenden, wenn sie kurz vor dem Zerbrechen stehen.

RAFU

SOMEBODY des israelischen Choreografen Gil Kerer beschäftigt sich mit Kontaktaufnahme und körperlicher Verletzlichkeit im gegenseitigen Haltgeben. Das Stück untersucht Tanzen als Möglichkeit, sich einander anzunähern, Vertrauen aufzubauen und eine physische Verbindung entstehen zu lassen. Mit Sophie Hauernheim steht eine Tänzerin auf der Bühne, die sich trotz der Diagnose einer inkompletten Querschnittslähmung während ihrer Ausbildung an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden bewusst für ein Leben mit dem Tanz entschieden hat.

MEGASTRUCTURE schließlich verfolgt mit Neugier den Weg zweier Körper in ständiger Verbindung. Das Duett des renommierten luxemburgischen Duos Sarah Baltzinger & Isaiah Wilson ist wie ein Puzzle angelegt, dessen Teile immer wieder zerlegt, neu zusammengesetzt, erprobt und weiterentwickelt werden. Ohne Musik oder andere Ablenkungen entsteht allein aus der natürlichen Musikalität ihrer Körper eine dichte, fesselnde Performance, die zum intensiven Eintauchen einlädt. MEGASTRUCTURE war bereits 2024 im Rahmen von Spring Forward des europäischen Tanznetzwerks aerowaves in Wiesbaden sehr erfolgreich zu sehen und kehrt nun ins Kleine Haus zurück.

 

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

13. & 14. Februar

 

Credits

SOMEBODY
Choreografie Gil Kerer in Kooperation mit den Tänzer:innen Sophie Hauenherm und Christian Senatore
Tanz Sophie Hauenherm und Gil Kerer
Bühne und Kostüme Nora Johanna Gromer
Choreografische Assistenz Mar Rodríguez Valverde
Video und Fotos Leon Bernhofer
Musik Johanna Bramli und Ed Chivers

RAFU
Choreografie Mihir Grover
Schauspiel und Dramaturgie Lisa Wolfert
Tanz Virendra Nishad und Adèle Roulmann

MEGASTRUCTURE
Konzept, Choreografie und Performance Sarah Baltzinger & Isaiah Wilson

 

 

Gibt es eine Möglichkeit, ein Festival durch eine Tanzperformance wiederzubeleben? Armin Hokmi und sein Team beantworten diese Frage mit Intelligenz und Esprit in „Shiraz“. Es ist fast wie das Beobachten eines Sonnenauf- oder -untergangs: Immer wieder offenbart dieses rätselhafte, fesselnde Werk neue Nuancen, die der Betrachtende entdecken kann.

Sieben Performerinnen weben ein Muster aus Bewegungen, winden und entwirren sich zum pulsierenden Beat einer mitreißenden Musik und ziehen fließende Bahnen, die sie in flüchtigen Konstellationen zusammenführen. Mit einer unerschütterlichen Sensibilität für die Impulse, die zwischen den Tänzerinnen entstehen, rückt „Shiraz“ die kollektive Praxis des Erinnerns und des gemeinsamen Tanzens in den Vordergrund. Eine Praxis der Liebe. Ein pulsierender Tanz, durchdrungen von einem Gefühl der Verzauberung und Sehnsucht.

Ausgangspunkt für dieses Stück ist das Shiraz Arts Festival – ein Festival für Live-Künste, das zwischen 1967 und 1977 im Süden des Iran stattfand und das Verhältnis zum Publikum sowie die Präsentationsformen von Kunst radikal neu dachte. Armin Hokmi verortet es gemeinsam mit dem Team in unserer Gegenwart, indem er es in Form einer Tanzperformance in neuer Gestalt wiederaufleben lässt.

«Shiraz» ist zugleich eine Hommage und ein fiktionaler Schauplatz. Das Stück versucht, die Ambitionen des Festivals und seine Liebe zu den Live-Künsten neu zu imaginieren – ihre Autonomie als Kunstformen wie auch ihre gemeinsamen Wurzeln über geografische Grenzen hinweg.

Dauer: ca. 50 Min.

© Nadja Krüger
© Bertrand Delous
© Armin Hokmi Kiasaraei
© Ruben Vuaran
© Ruben Vuaran
© Bertrand Delous
© Alain Scherer

Trailer

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Credits

Konzept und Choreografie: Armin Hokmi
Tanz und Performance: Daniel Sarr, Luisa Fernanda Alfonso, Aleksandra Petrushevska, Efthimios Moschopoulos, Johanna Ryynänen, Emmi Venna, Charlott Madeleine Utzig, im Wechsel mit Xenia Koghilaki
Musik: EHSXN, Reza R
Lichtdesign: Vito Walter
Szenografie und Lichtkonzept: Felipe Osorio Guzmán
Entstanden im Dialog mit: Emmi Venna
Kostüme: Moriah Askenaizer
Überarbeitung der Kostüme: Katharina Fritz
Beratung und Archivrecherche zum Shiraz Arts Festival (1966–1977): Vali Mahlouji

Koproduktion: Festival Montpellier Danse 2024, Rosendal Teater (Trondheim), Dansehallerne (Kopenhagen), Black Box teater (Oslo), Tanzfabrik (Berlin)

Gefördert von: Arts Council Norway, Nordic Culture Fund, FFUK, Nordic Culture Point

Residenzförderung: Montpellier Danse, Tanzfabrik (Berlin), Lake Studios (Berlin), Uferstudios (Berlin), DAVVI Center for Performing Arts Hammerfest

Forschungsphase gefördert durch: Dis-Tanzen

Danke an: Anne-Cécile Sibué, Rasmus Jensen, Diletta Sperman, Ellen Söderhult, Theatre Haus Berlin

Biografie

© Felipe Osorio Guzman

Armin Hokmi arbeitet mit Tanz und Choreografie. Er begann 2009 als Perform­er im unabhängigen Theater im Iran und setzte seine Arbeit und Ausbildung später im Ausland fort, wo er Erfahrungen mit verschiedenen performativen Praktiken und Medien sammelte. Er hat einen B.A. in Schauspiel von der Norwegian Theatre Academy (2015–2018) und erwarb seinen M.A. in Solo/Dance/Authorship am HZT Berlin (2019–2021).

Armins Tanz- und Bewegungssprache entsteht im Zusammenspiel zwischen einer Vertrautheit mit bekannten Formen und Praktiken, die sich einer Wiedererkennung entziehen. Er kultiviert einen Horizont, in dem unterschiedliche Möglichkeiten von Referentialität in Kontrast und Veränderung aufeinandertreffen – insbesondere im Hinblick auf Tänze, die vernachlässigt wurden und als historisch unbedeutend galten. Seine choreografische Praxis bewegt sich durch Zeit und Raum, richtet die Aufmerksamkeit immer wieder neu aus und erzeugt Wandel durch das fortwährende Entfalten des Tanzes in neue Bahnen. Zu seinen jüngsten Arbeiten gehören Passages (2019), Public Dance, Permutable Stage (2021), International Dance (2022) und Shiraz (2024).

Als Tänzer und Performer arbeitete er unter anderem mit Künstler*innen wie Mette Ingvartsen, Kasper Ravnhøj, Hooman Sharifi und Phillip Zarrilli. Armin ist Associate Artist bei Montpellier Danse für den Zeitraum 2024–2026.
Zwischen 2026 und 2030 wird er sich auf drei Produktionen konzentrieren: Repertoire (Bazm), Troupe und Ensemble. Die Projekte beschäftigen sich mit Historizität und Formen von Kollektivität im Tanz.

Pressestimmen

„… a hypnotic atmosphere that points to a fragile, yet determined orientation towards the possibilities of the living arts. This is a self-critical work of love. „
– Inky Lee , Tanzschreiber

“He had said that he had full confidence in dance, and Armin Hokmi absolutely proves this through this experience that he has offered us, all together again. Yet another path to Beauty.“ Offshore Revue

“Armin Hokmi. The revelation of Montpellier Dans, it’s him” Noisette Philippe

„In this creation, the dance is de-gendered, blending male and female dancers in perfect harmony.“Cult.news

„The creation is a choreographic gem, a real work of art.“ Dansercanalhistorique.fr

„Armin Hokmi reveals the finesse of his choreographic writing on the occasion of his piece Shiraz.” Marie Reverdy

“A choreographic weave of great poetic finesse.”
-Thomas Hahn

How Romantic der griechischen Choreografin Katerina Andreou, produziert von Carte Blanche – der norwegischen Nationalkompanie für zeitgenössischen Tanz, ist ein zutiefst ironischer Kommentar dazu, wie wir die Kämpfe des Lebens als Spektakel erleben – sowohl in ihren großen Gesten als auch in den kleinsten Details. Wir werden Zeug:innen eines intensiven Marathons, der an die Tanzmarathons während der Großen Depression in den USA erinnert. Niemand gewinnt oder verliert – nur 14 erfahrene Tänzer:innen (Carte Blanche), als Paare, allein oder wie eine Herde von Pferden, die sich ihren Weg durch Bewegung und Klang in einer unerbittlichen Choreografie bahnen. Durch Kraftakte, Freude und Erschöpfung treiben sie sich gegenseitig an, in einem energiegeladenen Mix aus Hingabe und strenger Disziplin.

Es ist ein Zusammenprall von Ordnung und Chaos in einer fiebrigen Suche nach etwas Echtem. How Romantic schafft Raum für Reflexion – über Macht und Beziehungen, Intimität, erzwungene Unterhaltung und vielleicht über die Rolle der Liebe als ultimative Ziellinie jedes Rennens, selbst dann, wenn sie unerreichbar scheint.

Video: David Alræk(@davidalrek) für Carte Blanche 

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Bilder

(c) Øystein Haara

Credits

Eine Kreation für 14 Tänzer:innen
Entstanden im März 2025 bei Carte Blanche – der norwegischen Nationalkompanie für zeitgenössischen Tanz.

Konzept und Choreografie: Katerina Andreou
Künstlerische Assistenz: Costas Kekis
Sounddesign: Katerina Andreou & Cristián Sotomayor
Musikalische Arrangements: Cristián Sotomayor
Lichtdesign: Yannick Fouassier
Kostümdesign: Indrani Balgobin
Fotos: Øystein Haara
Video: David Alræk

Tänzer:innen (Ensemble von Carte Blanche – der norwegischen Nationalkompanie für zeitgenössischen Tanz):
Adrian Bartczak, Aslak Aune Nygård, Brecht Bovijn, Dawid Lorenc, Gaspard Schmitt, Ihsaan de Banya, Iris Auguste, Mai Lisa Guinoo, Nadege Kubwayo, Noam Eidelman Shatil, Nuria Guiu Sagarra, Ola Korniejenko, Ole Martin Meland, Olha Mykolayivna Stetsyuk

Katerina Andreou

Katerina Andreou, geboren in Athen und heute in Frankreich ansässig, ist Tänzerin, Choreografin und Klangkünstlerin. Sie verfügt über einen Abschluss in Rechtswissenschaften von der Universität Athen sowie eine Ausbildung an der Staatlichen Tanzschule Athen. Zudem nahm sie 2011 als Stipendiatin der griechischen Stiftung „K. Pratsika“ am Programm ESSAIS des CNDC in Angers unter der Leitung von Emmanuelle Huynh teil und erwarb später einen Master in Forschungs- und Choreografiestudien an der Universität Paris‑VIII.

Als Performerin arbeitete sie unter anderem mit renommierten Künstler:innen zusammen, darunter DD Dorvillier, Lenio Kaklea, Bryan Campbell, Emmanuelle Huynh, Anne-Lise Le Gac und Ana Rita Teodoro.

Ihre künstlerische Arbeit erforscht Zustände der Präsenz und Identität, entwickelt im Spannungsfeld zwischen kontrastierenden Aufgaben, fiktionalen Universen und realen Konventionen. Sie hinterfragt Konzepte wie Autorität, Autonomie, Kommunikation und Zensur. In vielen ihrer Werke übernimmt sie auch das Sounddesign – und manchmal direkt die musikalische Gestaltung ihrer Stücke.

Ihr Solo A Kind of Fierce wurde 2016 beim ImPulsTanz-Festival mit dem renommierten Prix Jardin d’Europe ausgezeichnet. Weitere Solo- und Duoprojekte sind unter anderem BSTRD (2018), das im Aerowaves-Programm „Twenty19“ geführt wurde, sowie Zeppelin Bend (mit Natali Mandila), Mourn Baby Mourn, Rave to Lament und das Gruppenstück Bless This Mess, das 2024 Premiere feierte.

Von 2022 bis 2025 ist sie als Associate Artist am Centre Chorégraphique National de Caen en Normandie (CCN Caen) tätig. Zusätzlich wirkt sie in der Masterausbildung EXERCE am CCN Montpellier mit. Außerdem gehört sie zum Netzwerk Departures and Arrivals (DNA) und wurde als Aerowaves Künstler:in 2019 ausgewählt.

© Agathe Poupeney

Carte Blanche

(c) Øystein Haara

Carte Blanche wurde 1989 in Bergen gegründet und hat seinen Sitz im Studio Bergen, der Produktionsstätte und Heimspielstätte der Kompanie. Das Ensemble tourt das ganze Jahr über in Norwegen sowie international. In der Spielzeit 2026/2027 zieht die Kompanie gemeinsam mit dem Bergen Internasjonale Teater (BIT) in ihr neues Zuhause, das Sentralbadet Scenekunsthus. Die offizielle Eröffnung des Sentralbadet Scenekunsthus findet am 4. März 2027 statt.

Das Ensemble besteht aus 14 Tänzer:innen aus aller Welt. In jeder Spielzeit entstehen zwei bis drei neue Produktionen in Zusammenarbeit mit aufstrebenden Talenten sowie renommierten und relevanten Choreograf:innen. Diese Arbeiten bilden zusammen mit bereits produzierten Stücken das Repertoire der Kompanie.

Carte Blanche bietet Künstler:innen Raum zur Weiterentwicklung. Als norwegische Nationalkompanie für zeitgenössischen Tanz schafft sie ein spannendes und einzigartiges Repertoire und verfolgt das Ziel, eine Vorreiterrolle in Innovation, Präsentation und Entwicklung des zeitgenössischen Tanzes einzunehmen – sowohl in Norwegen als auch international.

Trägerschaft
Carte Blanche AS befindet sich in öffentlicher Trägerschaft und wird vom norwegischen Kulturministerium, dem Vestland fylkeskommune (Provinz Vestland) sowie der Stadt Bergen getragen und finanziert.

Zwei choreografische Stimmen, zwei körperliche Erzählungen – „FILTER“ von Gunika Aniva und „BLACK“ von Oulouy begegnen sich in einem Abend, der Fragen nach Identität, Wahrnehmung und Zugehörigkeit ins Zentrum rückt. Beide Stücke erforschen den Körper als Archiv von Erfahrungen und Geschichte – als Medium, das gesellschaftliche Strukturen ebenso sichtbar macht wie persönliche Transformation.

Filter

FILTER ist ein zeitgenössisches Tanzstück der Choreografin Gunika Aniva, das die Spannungsfelder von Individualität, Imitation und Wahrnehmung in unserer Gesellschaft untersucht. Was bedeutet Selbstausdruck, wenn er von sozialen und kulturellen „Filtern“ geprägt ist?

Das Werk begreift den „Filter“ nicht nur als äußere Begrenzung, sondern auch als Spur des Erinnerns – als Sediment aus Erfahrungen, Gesten und kollektiven Bildern, die im Körper weiterleben. In minimalistischen, intensiven Bewegungen verwebt das Stück persönliche und kulturelle Erinnerungen – insbesondere aus der uigurischen Herkunft der Künstlerin – zu einer physischen Erzählung zwischen Verletzlichkeit und Widerstandskraft.

So entsteht ein Raum der Stille, des Innehaltens und der Transformation, in dem Identität nicht definiert, sondern sichtbar gemacht wird – flüchtig, widersprüchlich, echt.

Konzept & Choreografie: Gunika Aniva
Musik: Abudouaini Yimiti
Lichtdesign: Xie Sihan
Performer: Wang Shuhuan

Dauer: 40 Minuten

 

Gunika Aniva

Geboren in Urumqi (Xinjiang), lebt und arbeitet Gunika Aniva heute in Shanghai. Ihre künstlerische Praxis bewegt sich an der Schnittstelle von Körper, Performance und Bewegtbild. Intuitiv und präzise zugleich untersucht sie in ihren Arbeiten das Verhältnis zwischen individueller Erfahrung und gesellschaftlichen Strukturen – insbesondere den Akt des Zuschauens und die Formung sowie Verzerrung körperlicher Sprache unter dem Blick des Anderen.

Sie war an zahlreichen interdisziplinären Projekten und Theaterproduktionen beteiligt, darunter Sleep No More (Shanghai), Nian Hua, Twenty-Four Solar Terms und Qing Yi. Ihre Videoarbeiten wurden u. a. beim Szóló Duó Festival (Ungarn) und dem Berlin-Tanzania International Film Festival gezeigt.

 

 

Wang Shuhuan

Wang Shuhuan absolvierte zunächst eine Ausbildung in Chinesischem Tanz an der Tanzschule der Shanghai Theatre Academy (2013–2019) und studierte anschließend Tanzchoreografie an der Shanghai Theatre Academy (2019–2023).

Sie wirkte an zahlreichen Projekten im Bereich zeitgenössischer Tanz und Performance mit, darunter die Zusammenarbeit mit der Künstlerin Xiao Ke für Umbilical Cord (eingeladen vom Hong Kong Arts Festival) sowie die Produktion Youyou Vision am Shanghai International Dance Center Theater.

Weitere Arbeiten entstanden in Kooperation mit Regisseur Yehezikir Lazarov (The Superfluous Man, Shanghai Cultural Square) sowie eigene Stücke wie Sooner or Later It Will Be Over (Stray Birds Dance Platform, China Youth Dance Talent Program) und Bang, and Other Detail (ausgewählt für das MASDANZA Festival und das Greater Bay Area Dance Festival).

Black

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Black ist eine Reflexion über die Gewalt und die Emanzipation von Schwarzsein in der heutigen Welt – dargestellt durch einem Körper, der herausfordert und verstört, ein Körper, der zugleich verwundet und gefeiert wird. Mit einem Bühnenbild, das frei von Künstlichkeit und reich an Symbolik ist, verweist der Choreograf und Performer Oulouy auf jüngste Ereignisse wie die #BlackLivesMatter-Bewegung und die Ermordung von George Floyd, um den schwarzen afrikanischen Körper in der westlichen Welt neu zu denken. Black ist Tanz, eine visuelle und musikalische Chronik, erzählt durch Streetdance-Stile des afrikanischen Kontinents und seiner Diaspora in den USA, wie Coupé-Décalé, Ndomboló, Afrohouse oder Krump.

Choreografie und Performance: Oulouy
Produktion und Distribution: Africa Moment

Dauer: 30 Minuten

Oulouy

Geboren an der Elfenbeinküste und mit Wohnsitz in Spanien, verbindet Oulouy seine Rolle als Choreograf, Tänzer und künstlerischer Leiter mit dem Unterrichten von Masterclasses weltweit. Sein erstes Werk „Black“ (2020) ist eine Reflexion über Gewalt und die Emanzipation schwarzer Körper in zeitgenössischen Gesellschaften. Begleitet von einer internationalen Gruppe der Supa Rich Kids, ist „Afrikan Party“ (2022) eine futuristische Ode an Afrika. Sein jüngstes Werk ist „Kong“ (2024).

Seine Arbeiten wurden international gezeigt, u. a. im Perelman Performing Arts Center in New York, im Bluma Appel Theatre in Toronto, in der Fabrik Potsdam in Deutschland, im Dansens Hus Oslo, im Mercat de les Flors, im Teatro Principal de Palma, bei den Journées Théâtrales de Carthage, im Suzanne Dellal Centre, in der Dampfzentrale und vielen weiteren.

„Black“ wurde für den Katalog Danza a Escena 2024 ausgewählt, um innerhalb Spaniens auf Tournee zu gehen – Oulouy ist damit einer der ersten Choreografen, die ihre Arbeit in diesem Netzwerk präsentieren. Außerdem ist „Black“ Teil des AECID-Katalogs Excenario 2025–2026, der die internationale Verbreitung des Stücks unterstützt.

„Afrikan Party“ erhielt 2023 den Preis für die Beste Choreografie der Catalan Performing Arts Critics Awards und wurde zudem in das choreografische Archiv der New York Public Library aufgenommen.

Darüber hinaus ist Oulouy Gründer und Kurator des Festivals oyofe, das den Street Dances gewidmet ist.

 

 

© Oscar Sanchez

 

Dieses Mal geht es an die frische Luft und die Zuschauenden sind zugleich auch die Teilnehmenden.

Gemeinsam mit der Frankfurter Choreografin und Tanzprofessorin Hannah Shakti Bühler sowie dem österreichischen Tänzer und Choreografen Simon Mayer plant die Tanzplattform Rhein-Main zusammen mit dem Hessischen Staatsballett ein großes „Tanz-Event“ im Freien, bei dem alle dazu eingeladen sind mitzutanzen.

Folkdanceparty ist ein gehosteter Dancefloor, ein Abend der Gemeinschaft zelebriert und die Kunst des Feierns als Ressource in Zeiten der Instabilität erlebbar macht. Inspiriert von alten und neuen Traditionen und Ritualen, wird das Publikum im Wechselspiel zwischen partizipativen, animierten und performativen Momenten auf eine Reise durch verschiedene Tanzstile und Tanzspiele eingeladen.

Musikalisch wird der Dancefloor durch DJ Sets und Live-Musik von Simon Mayer, Hannah Shakti Bühler und Gastmusiker:innen begleitet.

Ein Projekt der Tanzplattform Rhein-Main und des Hessischen Staatsballetts im Rahmen der Internationalen Maifestspiele 2025.

 

Photo Credit: Stefan Hauer / Hannah Shakti Bühler

Workshop

Wer möchte, kann an einem der beiden vorbereitenden Workshops teilnehmen. Diese dienen dazu gemeinsam mit den Künstler:innen in deren Praxis und Recherche einzutauchen und die Zutaten der FolkDanceParty kennen zu lernen.

Die Teilnehmer:innen des Workshops werden eingeladen, verschiedene Tanzstile, Formationen und Tanz-Traditionen zu entdecken und dabei tiefer in kollektive Tanzerfahrungen einzutauchen. Ziel ist es, die verschiedenen Erfahrungen und erarbeitete Formen und Tänze, im Rahmen der FolkDanceParty dann mit einem größeren Publikum zu teilen.

Dance Floor Hosting

Simon Mayers und Hannah Shakti Bühlers Recherche basiert auf der Beschäftigung mit Traditionen und Heimatgefühlen und deren Verkörperung im derzeitigen sozialen und politischen Kontext. Aus diesem gemeinsamen Interesse entstand beispielsweise im Jahr 2022 das Bühnenstück Somatic Tratata: rhythm, rapture and romance, welches international tourt.

In Zeiten weitreichender politischer Konflikte und globaler Herausforderungen fragen wir uns: Wie können wir Räume schaffen für kollektive Rituale und Erfahrungen, die Tanz, Musik und körperlichen Ausdruck nutzen, um neue Formen der Gemeinschaft, des körperlichen Dialogs, des heilsamen Zusammenkommens zu ermöglichen?

In der Doppelrolle als Performer und Facilitator entwickelten die Beiden eine Praxis Rund um partizipative, immersive Formate und Dance Floor Hostings (Performer-Facilitator Training), welche sie durch Workshops teilen.

Hannah Shakti Bühler

In Deutschland geboren, aber in Italien aufgewachsen, studierte Hannah zeitgenössischen Tanz am Laban Trinity College in London, wo sie 2006 ihren BA (Hons) Dance Theatre erwarb.

Ihre Performance-Praxis führte sie unter anderem zur Retina Dance Co. in Großbritannien, zum Centro Coreografico Galego in Spanien und zur T.r.a.s.h. DansPerformanceGroup in Holland.

2015 absolvierte sie den MACoDE (Master in Contemporary Dance Education) an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt am Main.

Im gleichen Jahr gründet sie mit Laura Hicks das Choreographische Duo Hicks&Bühler und etabliert sich so in der freien Szene in Frankfurt am Main.

Gemeinsam entwickelten sie Reaching Towards (2017), Der Klumpen (2018) und Strange Loops (2019). Im September 2016 begann sie ihre Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main im Fachbereich Schauspiel.

Seit September 2018 ist sie Professorin für Zeitgenössischen Tanz im BAtanz, mit einem Schwerpunkt auf Transfers zwischen somatischen Praktiken und zeitgenössischem Tanz.

In Zusammenarbeit mit Simon Mayer entwickelten sie das Stück Somatic Tratata – Rhythm, Rapture and Romance welches im November 2022 im Rahmen des Tanzfestival Rhein Main Premiere hatte und aktuell international tourt.

Simon Mayer

Simon Mayer, geboren 1984 in Österreich, ist Choreograph, Musiker und Performer. Er studierte an der Ballettschule der Wiener Staatsoper und am P.A.R.T.S. in Brüssel und war Mitglied des Balletts der Wiener Staatsoper. Als Musiker und nger gründete und spielte Simon in verschiedenen Bands (Rising Halfmoon, C.O.P.), veröffentlichte Audio-Aufführungen seiner hnenproduktionen und kreiert seine eigene Musik. Als nzer, Choreograph und Musiker war er an Produktionen von Anne Teresa de Keersmaeker/Rosas (The Song), Wim Vandekeybus und Zita Swoon beteiligt. Sein choreographisches Repertoire umfasst Solos, Duette, Gruppenstücke sowie sozial engagierte und immersive Veranstaltungen: u.a. SunBengSitting; Sons of Sissy; Oh Magic, Volxfest, Being MovedSeine Stücke werden international aufgeführt.

Foto: Franzi Kreis

Workshop: Choreomaniacs – dances between order and disorder
mit Hannah Shakti Bühler 
Staatstheater Darmsadt, Ballettsaal, 20.02.2025 19:00-21:00 Uhr

Für Teilnehmende von 16-99 Jahren

Basierend auf ihrer Recherche ‚dances between order and disorder‘ setzt sich die in Frankfurt lebende Choreografin und Tanzprofessorin Hannah Shakti Bühler in ihrer Neukreation Choreomaniacs mit kollektive Tanzphänomene als Medium der Befreiung, Ekstase und Disziplinierung der Körper auseinander. Wir begeben uns auf eine Zeitreise die die tanzenden Körper der mittelalterlichen Tanzwut als auch die sogenannten „tarantate“ aus den süditalienischen Ritualen des Tarantismus in Erinnerung holt. Der Workshop wird zu einer Feier der Spontaneität, eine Feier des unzensierten körperlichen Ausdrucks von Emotionen und Affekten. Ein Ritual zwischen Ordnung und Unordnung, zwischen Besessenheit, Humor, Empowerment und Widerstand.

Work in Progress: Choreomaniacs
Hannah Shakti Bühler
Staatstheater Darmsadt, Ballettsaal, 27.02.2025, 19:00 Uhr

Choreomaniacs von Hannah Shakti Bühler Basierend auf ihrer Recherche Dances between order and disorder setzt sich die in Frankfurt lebende Choreografin und Tanzprofessorin Hannah Shakti Bühler gemeinsam mit Simon Mayer und Charlotte Simon mit „Choreomaniacs“ auseinander. Dabei untersucht sie historische Phänomene wie die tanzenden Körper der mittelalterlichen Tanzwut oder sogenannte „Tarantate“ aus den süditalienischen Ritualen des Tarantismus im Kontext der heutigen Cyborg-Kultur.

Gastspiel Choreomaniacs am 12.3.2025 um 20.00 Uhr in den Kammerspielen

 

Cast

Konzept, Choreographie: Hannah Shakti Bühler
Dramaturgische Beratung: Simon Mayer
Sound Design, Musik, Performance: Charlotte Simon und Hannah Shakti Bühler
Produktionsmanagement: Lisa Anetsmann
Projektbegleitung: Karoline Wibmer

 

Biografie

In Deutschland geboren, aber in Italien aufgewachsen, studierte Hannah zeitgenössischen Tanz am Laban Trinity College in London, wo sie 2006 ihren BA (Hons) Dance Theatre erwarb.

Ihre Performance-Praxis führte sie unter anderem zur Retina Dance Co. in Großbritannien, zum Centro Coreografico Galego in Spanien und zur T.r.a.s.h. DansPerformanceGroup in Holland.

2015 absolvierte sie den MACoDE (Master in Contemporary Dance Education) an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt am Main.

Im gleichen Jahr gründet sie mit Laura Hicks das Choreographische Duo Hicks&Bühler und etabliert sich so in der freien Szene in Frankfurt am Main.

Gemeinsam entwickelten sie Reaching Towards (2017), Der Klumpen (2018) und Strange Loops (2019). Im September 2016 begann sie ihre Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main im Fachbereich Schauspiel.

Seit September 2018 ist sie Professorin für Zeitgenössischen Tanz im BAtanz, mit einem Schwerpunkt auf Transfers zwischen somatischen Praktiken und zeitgenössischem Tanz.

In Zusammenarbeit mit Simon Mayer entwickelten sie das Stück Somatic Tratata – Rhythm, Rapture and Romance welches im November 2022 im Rahmen des Tanzfestival Rhein Main Premiere hatte und aktuell international tourt.

Förder:innen

Eine Koproduktion des Hessischen Staatsballett im Rahmen von Tanzplattform Rhein, gefördert von dem KulturAmt Frankfurt und unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Koproduktionsförderung Tanz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Doppeltes Duett in den Kammerspielen. Mit AMAE von Eliana Stragapede & Borna Babić und Antibodies von Constantin Trommlitz lädt das Hessische Staatsballett im Januar gleich zwei preisgekrönte zeitgenössische Duette nach Darmstadt ein.

AMAE erforscht die Grenzen zwischen Fürsorge und Besessenheit, Liebe und Schmerz, Unterstützung und Kontrolle. Im Mittelpunkt des Tanzstücks steht dabei der Wunsch, geliebt zu werden und die Nachgiebigkeit des anderen zu suchen. Wie weit kann man gehen, bevor Gefühle und Bedürfnisse ins Gegenteil umschlagen? Die Italienerin Eliana Stragapede und der Kroate Borna Babić leben als Tänzer*innen- und Choreograf*innen- Duo in Brüssel. Ihr furioses 30-minütiges Tanzstück AMAE gewann u. a. den 1. Preis bei der renommierten Copenhagen International Choreography Competition.

Antibodies vermittelt die unverblümte Ehrlichkeit und Realität von Schmerz. Zwei Tänzer teilen ihre ungefilterte Beziehung zum Schmerz – mal isoliert im Leid, mal fürsorglich und akzeptierend im Umgang miteinander. Das Duett des deutschen Choreografen Constantin Trommlitz vereint Elemente des Breaking und zeitgenössischen Tanzes zu einer innovativen Bewegungssprache, die die empfindsame Beziehung der Tänzer*innen zu ihren eigenen Schmerzgeschichten betont. Antibodies wurde für den internationalen Choreographiewettbewerb 2024 in Hannover ausgewählt und gewann den Produktionspreis des Theaters Trier.

AMAE

Credits

Konzept, Choreografie, Tanz Eliana Stragapede, Borna Babić
Dramaturgie Margherita Scalise
Musik Nenad Kovačic
Gesang Teresa Campos
Originalmusik Nicholas Britell
Musikschnitt Giuseppe Santoro
Lichtdesign Benjamin Verbrugge
Kostüm Nina Lopez-Le Galliard

Unterstützung: VGC Brussels, Culture Moves Europe (European Union und Goethe Institut), L’OBRADOR Espai de Creació, Roxy Ulm, TanzLabor Ulm

Fotos

Trailer

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Antibodies

Credits

Künstlerische Leitung & Choreografie Constantin Trommlitz
Co-Choreografie & Tanz Lara Szymanski Canaro, Constantin Trommlitz
Video Jasper Bruijns
Schnitt Constantin Trommlitz

Fotos

Trailer

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Bilder

T.I.M.E., © HU YIFAN
T.I.M.E., © HU YIFAN
T.I.M.E., © HU YIFAN
T.I.M.E., © HU YIFAN
T.I.M.E., © HU YIFAN

Credits

Choreografie: Xie Xin
Komposition: Sylvian WangDramaturgie: Liu Ji
Lichtdesign: Low Shee Hoe
Bühnenbild: Hu Yanjun
Kostümdesign: Li Kun
Assistent Kostümdesign: Zhang Muyu
Sounddesign: Jiang Shaofeng, Zhou Yang
Tanz: Xie Xin, Chen Tian (Gastkünstler), Fan Xiaoyun, Ma Siyuan, Wang Shaoyu, Wu Yang, Chen Yalin, Hu Haiqing, Qin Linhao, Li Yu
Produktion: Xie Xin
Executive Producer: Liu He
Operations Director: Liu Zhonglei
Verwaltungsleitung: Lin Hongjun
Ausführendes Bühnenmanagement: Deng Zhifeng
Stellvertretung Bühnenmanagement: Yang Chao
Produktion und Aufführung: Xiexin Dance Theatre

Im Auftrag des Shanghai International Dance Center Theatre

In T.I.M.E. erforscht Xie Xin mit ihrer Kompanie, dem Xiexin Dance Theatre das Wechselspiel zwischen Erinnerungen und Zeit. Im Laufe der Zeit beginnen wir anscheinend erst nach der Hälfte der Reise zu erkennen, dass diese Erinnerungen Teil unserer selbst sind. Im Rückblick spüren wir, dass es tief in unserem Herzen, irgendwo in unseren Erinnerungen, immer jemanden gibt, bei der oder dem wir uns entschuldigen sollten. Wir dachten, losgelassen und in Frieden damit gelebt zu haben, aber es ist immer noch da. Jedes winzige bisschen dieser tiefgründigen Momente wird zurückblitzen, genau wie das Echo der Zeit. Wie der Titel T.I.M.E andeutet, konstruieren und enthüllen die vier Buchstaben die emotionale Essenz dieses Tanzstücks: T steht für Temperatur und Teleportation; I für Inneres Selbst, wichtige (important) Momente und Imagination; bei M geht es um Gedächtnis (Memory) und Geist (Mind), während E sich auf Energie und Emotionen bezieht. Das Stück der chinesischen Ausnahmechoreografin Xie Xin, die am Hessischen Staatsballett in der vergangenen Spielzeit mit ihrer Neukreation Timeless für Furore sorgte, ist eine Auftragsarbeit des Shanghai International Dance Center Theatre.

Die Tanzplattform Rhein-Main, ein Projekt von Künstlerhaus Mousonturm und Hessischen Staatsballett, wird ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und ist gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Stiftungsallianz  [Aventis Foundation, BHF BANK Stiftung, Crespo Foundation, Dotter Stiftung, Dr. Marschner Stiftung, Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main].