Grußwort vom Ballettdirektor Bruno Heynderickx zur Spielzeit 2025/26

Liebe Freund:innen des Hessischen Staatsballetts, 
liebe Leser:innen,

Die Spielzeit 2025/2026 verspricht eine Fülle inspirierender und elektrisierender Tanzerlebnisse auf unseren Bühnen.
Wir eröffnen die Saison mit Corps de Walk, einem energiegeladenen Werk von Sharon Eyal und Gai Behar. Das Stück entstand 2011 und markiert einen wichtigen Meilenstein in der künstlerischen Laufbahn des Duos. Für mich persönlich ist Corps de Walk auch eine Reise in die eigene Vergangenheit: Ich hatte das Glück, das Stück in meiner Zeit als Direktor von Carte Blanche, der Norwegischen Nationalkompanie für zeitgenössischen Tanz, zu beauftragen. Seither hat sich das Stück zu einem Markenzeichen von Eyal und Behar entwickelt und ihre unverwechselbare Handschrift international etabliert.

Unsere Spielzeit setzt sich mit zwei Produktionen fort, die die kraftvolle Verbindung von Tanz und Livemusik in den Mittelpunkt stellen.

Im Dezember feiern wir im Kleinen Haus des Staatstheaters Wiesbaden die Premiere von CANTOS, einer neuen Arbeit des polnischen Choreografen Maciej Kuźmiński. Es ist unsere erste Zusammenarbeit mit ihm – seine emotionale Körpersprache und seine künstlerische Tiefe haben mich nachhaltig beeindruckt. Für CANTOS nutzt er Canto Ostinato von Simeon ten Holt, eine hypnotische Komposition des Minimalismus, die dem Stück klangliche Weite verleiht.

Im Februar 2026 folgt Become Ocean, eine Neukreation des taiwanesisch-ungarischen Choreografenduos Chen-Wei Lee und Zoltán Vakulya, vertont mit der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Musik von John Luther Adams. Wir sind stolz darauf, dass diese Produktion in Koproduktion mit dem National Theater and Concert Hall in Taipei entsteht – eine Zusammenarbeit, die unsere künstlerischen Beziehungen über Kontinente hinweg stärkt.

Auch künstliche Intelligenz hat Einzug in den Tanz gehalten. Der britische Choreograf Alexander Whitley wird sich in Mirror, seiner zweiten Arbeit mit unserer Kompanie, mit den kreativen Möglichkeiten und ethischen Fragen rund um KI auseinandersetzen. Parallel dazu entwickeln wir gemeinsam mit Prof. Thorsten Greiner (Design of Expanded Media Experiences) und der Hochschule Darmstadt ein zweites Forschungsprojekt mit dem Titel Motion Creation Design. Dieses wird im Rahmen der World Design Capital 2026 in mehreren Museen und Galerien der Region gezeigt.

Unser umfangreiches Vermittlungs-Programm beinhaltet in dieser Spielzeit auch ein großes partizipatives Projekt unter der Leitung von Alessandra Corti und ist eine Einladung an die breite Öffentlichkeit, sich aktiv und kreativ einzubringen.

Darüber hinaus freuen wir uns, erneut Mitveranstalter des Tanzfestival Rhein-Main zu sein, das in diesem Jahr sein 10-jähriges Jubiläum feiert. Auch außerhalb des Festivals erwarten wir spannende Gastkompanien in Wiesbaden und Darmstadt und heißen mehrere Artists in Residence willkommen.

Und für alle außerhalb des Rhein-Main-Gebiets: Verpassen Sie nicht die Gelegenheit, das Hessische Staatsballett auf Tournee zu erleben – mit Vorstellungen von Köln über Paris bis nach Aranya, China.

Es liegt eine spannende, vielfältige Tanzsaison vor uns – wir freuen uns, sie mit Ihnen zu teilen.

Ihr 
Bruno Heynderickx
Ballettdirektor