Cantos

Choreografie von Maciej Kuźmiński

Cantos des polnischen Choreografen Maciej Kuźmiński ist eine Neukreation zur Musik von Simeon ten Holts minimalistischem Meisterwerk Canto Ostinato. Die zwischen 1976 und 1979 entwickelte Komposition des Niederländers ten Holt ist einzigartig durch seine offene Struktur, die den Interpret:innen große Freiheiten in Bezug auf Dauer, Dynamik und Instrumentierung lässt. Cantos entfaltet sich als ein surreales Tableau — ein verzerrter Spiegel menschlicher Torheit und Unachtsamkeit, inspiriert von den beißenden Visionen aus Francisco de Goyas Sprichwörtern (Los Proverbios) und Torheiten (Los Disparates) sowie den spielerischen Provokationen Marcel Duchamps. Vor dem Hintergrund eines vergrößerten Marmorbodens, der die Darstellenden wie Miniaturen erscheinen lässt, entsteht ein zerbrechliches „kleines Weltbild“, in dem das Vertraute unheimlich wirkt und archetypische Gesten das Fremdartige unserer eigenen Wirklichkeit widerspiegeln. Indem es den Surrealismus der Welt aufgreift, in der wir leben — zerrissen von Kriegen, Widersprüchen und Absurditäten — bewegt sich das Werk zwischen Humor, Spannung und gespenstischer Schönheit, verstärkt durch die Präsenz von live spielenden Pianist:innen. Kuźmiński, der vielfach mit seinem langjährigen Dramaturgen Paul Bargetto zusammenarbeitet, zeigte zuletzt deren emotionale Kreation Every Minute Motherland beim Tanzfestival Rhein- Main im Jahr 2024.

Digitales Programmheft

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The Making Of – Trailer

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Bilder

(c) Sinah Osner

Credits

Choreografie, Konzept & Inszenierung Maciej Kuźmiński
Bühne & Kostüme Gabriela Neubauer
Licht Steffen Hilbricht, Maciej Kuźmiński
Konzept & Produktionsdramaturgie Paul Bargetto
Musikalische Einstudierung Waldemar Martynel
Live-Piano Waldemar Martynel, Igor Palmov
Choreografische Assistenz Ayaka Kamei
Kostümassistenz Annika Kuchnowski
Probenleitung Allison Brown
Mitarbeit Dramaturgie Lucas Herrmann

Maciej Kuźmiński

 

Geboren 1985 in Polen, wurde Maciej Kuźmiński Zeuge zweier bedeutender Umbrüche – dem globalen Übergang von der analogen zur digitalen Welt sowie Polens Transformation von einem kommunistischen zu einem demokratischen Staat. Als „Kind einer sich wandelnden Welt“ erforscht Kuźmiński in seinen choreografischen Arbeiten Themen wie flüssige Identität, das Absolute in der Spiritualität und das menschliche Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Seine tief existenziellen und philosophischen Werke gelten als zeitgenössische Fortführung der polnischen Tradition des dramatischen Theaters.

Mit über 30 internationalen Auszeichnungen bilden Kuźmińskis freie Produktionen das Repertoire der Maciej Kuźmiński Company. Als Gastchoreograf schuf er abendfüllende Werke für renommierte Kompanien wie das Staatstheater Kassel, das Polnische Tanztheater und das Landestheater Linz, sowie zahlreiche kürzere Stücke u. a. für das Scapino Ballet Rotterdam und das Theater Osnabrück. Seit 2014 tourte er durch 23 Länder und erhielt Anerkennung für seine klare, kraftvolle und dynamische Bewegungssprache.

Seit 2009 entwickelt Kuźmiński die Methode Dynamic Phrasing – ein eigenes Konzept für Bewegung und Komposition. Es fördert eine Art „sanfte Kraft“, die sich aus der Schwerkraft speist, und erweitert das verkörperte Wissen von Tänzer:innen hin zu einem dynamischen Bewegungsspektrum. Die Methode wird an Hochschulen wie Codarts, ArtEZ oder PERA GAU, auf Festivals wie b12 und für Kompanien weltweit unterrichtet. Im Jahr 2022 wurde das internationale Zertifizierungsprogramm für Dynamic Phrasing-Lehrkräfte ins Leben gerufen. Heute lebt Kuźmiński in Rotterdam und ist als erster in Polen geborener Absolvent von Trinity Laban (London) sowie als Gründer und Leiter des ersten Polnischen Tanznetzwerks bekannt.

 

Pressestimmen

„Zwischen Goya-Groteske und spielerischer Setzung zieht der Abend das Publikum in einen Sog aus Wiederholung, Maskenspiel und kühler Präzision – atmosphärisch stark.“

– Die Deutsche Bühne 

Der Rausch, in den man hineingezogen wird… hätte noch eine Zeit lang weiterplätschern können.

– Frankfurt Neue Presse 

Bilder voll Poesie… feinschnurrende Rädchen wie in einer Spieluhr.

Cantos, ein großartiges Tanzstück von Maciej Kuźmiński beim Hessischen Staatsballett.

– Frankfurter Rundschau 

Eine fast schon beängstigende Roboter-Präzision… fesselnd virtuose, perfekt koordinierte Tanzkunst.

– Wiesbadener Kurier 

 

 

Vorstellungen

8.5.27, 19.30 Uhr

DA Darmstadt Kleines Haus

23.5.27, 16 Uhr

DA Darmstadt Kleines Haus

26.5.27, 19.30 Uhr

DA Darmstadt Kleines Haus

10.6.27, 19.30 Uhr

DA Darmstadt Kleines Haus

Unser Repertoire

Stücke aus den vergangenen Spielzeiten finden Sie hier.

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