2015/2016

Mit der Einrichtung von Residenzen stellt sich das Hessische Staatsballett den Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts. Nicht zuletzt dank erhöhter Mobilität und digitaler Kommunikation wächst die Zahl der Tanzschaffenden, die sich nicht mehr fest an eine Institution binden wollen. Sie reisen um den Erdball, teilen ihr Wissen und ihre Erfahrungen in Workshops und anderen Formen mit anderen, nehmen dort Neues auf. Dadurch haben sie eine neue Intensität des Arbeitens hervorgebracht, Tanzkulturen verschiedener Länder und Kontinente einander angenähert und neue Formen des Wahrnehmens und Kommunizierens über Tanz etabliert.

Wir wollen unser Publikum an dem Reichtum dessen teilhaben lassen, was diese freischaffenden Künstler ersinnen und erarbeiten. Zu diesem Zweck werden pro Spielzeit mehrere Teams eingeladen, am Standort Darmstadt in einer Werkstatt-Atmosphäre choreografische Projekte zu entwickeln. Offenheit und Originalität stehen dabei im Vordergrund, es werden so wenige Vorgaben wie möglich gemacht, um eine große Vielfalt an Resultaten zu ermöglichen. In offenen Proben oder als Work in progress werden erste Ergebnisse gezeigt, wobei die Formen der Präsentation gezielt mit den Konventionen spielen und neue Räume eröffnen sollen.

RIANTO: BODY WITHOUT BRAIN

Work in Progress:
10.10.2015

19.30 Uhr
Darmstadt, Ballettsaal

Der indonesische Tänzer und Choreograf Rianto ist der erste Residenzgast dieser Spielzeit. Für sein Solo Body without brain untersucht er die Beziehung zwischen javanischer Mystik und neurologischem System des menschlichen Körpers. Am 13. und 14. Oktober steht er zudem in Choy Ka Fais multimedialer Produktion Softmachine auf der Bühne des Kleinen Hauses im Staatstheater Darmstadt.

© Mark Freeman

YANIV COHEN: CLOUDS WITHOUT RAIN

Work in Progress:
6.11.2015

Uhrzeit
Darmstadt, Ballettsaal

Yaniv Cohen ist ein israelischer Choreograf, Tänzer und Bildender Künstler. Im Residenzprojekt Clouds without rain observiert Cohen die Eigen- und Fremdwahrnehmung des Menschen. Über Improvisationstechniken sucht er nach den Auswirkungen dieses Vexierspiels auf die Selbstdarstellung von Performern und Tänzern.

© Erik Berg

ALEXANDER WHITLEY: PATTERN RECOGNITION (Arbeitstitel)

Work in Progress:
12.12.2015

Uhrzeit
Darmstadt, Ballettsaal

Alexander Whitley, durch Choreografien für das Royal Ballet und die Kompanie Rambert als Newcomer gefeiert, erforscht in seiner Residenz zum neuen Werk Pattern Recognition (Arbeitstitel) menschliche Lern- und Gedächtnisprozesse.

© Daniel Jaems

ZERO VISIBILITY CORP.

Work in Progress:
2.6.2016

19.30
Darmstadt, Ballettsaal

zero visibility corp. ist derzeit eine der erfolgreichsten norwegischen Kompanien. Ina Christel Johannessen, Künstlerische Leiterin, dienen leerstehende Räumlichkeiten eines Pariser Waisenhauses als Inspiration für Future, das sie u.a. in ihrer Residenz am Hessischen Staatsballett kreieren wird. Basis des Tanzstücks sind mögliche Wünsche, Gedanken und Zukunftsvisionen verwaister Kinder.

PAULA ROSOLEN

Work in Progress:
29.6.2016

19.30
Darmstadt, Ballettsaal

Mit Paula Rosolen ist eine erfolgreiche regionale Künstlerin zu Gast am Hessischen Staatsballett. Die Arbeiten der Absolventin der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt waren u.a. am ZKM Karlsruhe, bei Kampnagel Hamburg oder dem Künstlerhaus Mousonturm zu sehen. Nach einer ersten Residenzphase zu Beginn der Spielzeit setzt sie im Rahmen der Tanzplattform Rhein-Main ihre Arbeit an Puppets fort. Sie untersucht hierfür die Bewegungen von Puppenspielern als Tanzmaterial und eröffnet dadurch überraschend neue Perspektiven.

© Constantin Lipatov