Zur Ergänzung der mit dem festen Ensemble und den Teams der Produktionsresidenzen erarbeiteten Stücke übernimmt das Hessische Staatsballett auch die Rolle des Gastgebers. Neben hochkarätigen Ballett-Gastspielen im Rahmen der Internationalen Maifestspiele in Wiesbaden werden namhafte Compagnien nach Darmstadt und Wiesbaden eingeladen, die ein breites Spektrum zwischen klassischem, modernem und experimentellem Tanz präsentieren. Darüber hinaus soll das Hessische Staatsballett über finanzielle und logistische Beteiligungen an Tanzproduktionen in der internationalen Tanzszene als verlässlicher Partner für neue Kreationen etabliert werden.

Rianto: Medium

Choreografie von Rianto

© Wanes Cre

Europapremiere 6.10.2016 20.00 Uhr Darmstadt, Kammerspiele

7.10.2016 20.00 Uhr Darmstadt, Kammerspiele

Choreografie und Tanz Rianto Dramaturgie Garin Nugroho Bühne und Lichtdesign Iskandar Loedin Gesang und Perkussion Cahwati Produktion Jala Adolphus

Rianto ist ein Spezialist der Javanischen Tanzform Lengger. Nach dem großen Erfolg seines Auftritts im Gastspiels Softmachine in der letzten Spielzeit widmet er sich erneut seiner Heimatstadt und seiner Beziehung zu den Lengger-Meistern. In Medium, das unter anderem während einer Residenz beim Hessischen Staatsballett entstand, besinnt er sich auf den Ursprung des Begriffs „Lengger“, abgeleitet von „Elinga ngger“ – zu Deutsch „Anraten, bewusst zu sein, sich zu erinnern“.

© Wanes Cre

Im Rahmen des Tanzfestivals Rhein-Main

L-E-V: OCD Love

Choreografie von Sharon Eyal

© Regina Brocke, Gil Shani

4.11.2016 20.00 Uhr Darmstadt, Kleines Haus

In ihrem Namen tragen sie das hebräische Wort für Herz: „lev“. OCD Love ist eine Herzensangelegenheit der Tanzkompanie L-E-V. Sie handelt von OCD (obsessive compulsive disorder), von einer Zwangs­störung, die immer wieder die Liebe und das Leben einschränkt. Zu pulsierenden Technobeats des DJs Ori Lichtik werden die fehlende Liebe und die Beziehung von Liebenden erforscht, die sich ständig vermissen, die asynchron sind. Eine Person geht zu Bett, die andere steht dabei gerade auf. Etwas, das vollständig ist, aber dennoch Löcher hat. Diesen Löchern widmet sich OCD Love. Als große Inspiration nennt Sharon Eyal den Text OCD von Neil Hilbron, der sich wie eine Choreografie las. Ein Gefühl wie das Fallen in ein Loch – ohne Rückkehr.

Kreation Sharon Eyal und Gai Behar Sound-Artis und Livemusik Ori Lichtik Licht Thierry Dreyfus Kostüme Odelia Arnold In Zusammenarbeit mit Rebecca Hytting, Gon Biran, Sharon Eyal, Gai Behar Tanz Gon Biran, Darren Devaney, Rebecca Hytting, Mariko Kakizaki, Leo Lerus, Keren Lurie Pardes Produktion L-E-V (Sharon Eyal & Gai Behar) Technischer Direktor Alon Cohen Company Manager / Tour Manager Keren Gdalyhau Malki International Touring Agent Menno Plukker Theatre Agent, Inc. Koproduzenten Colours – International Dance Festival – Stuttgart, Deutschland. Sadler’s Wells – London, England. Carolina Performing Arts – The University of North Carolina at Chapel Hill, USA. Julidans – Amsterdam, Niederlande. Montpellier Danse. Die Produktion OCD LOVE wurde während einer Residenz am The Banff Centre, Kanada entwickelt. Uraufführung 7. Juli 2015, Stuttgart Dauer 55 Minuten, ohne Pause

Im Rahmen des Tanzfestivals Rhein-Main

Cie Kadidi: Samdedi Détente

Choreografie von Dorothee Munyaneza

© Laura Fouquere

5.11.2016 19.00 Uhr Darmstadt, Kammerspiele

Dorothée Munyaneza war zwölf Jahre alt, als Ruanda 1994 in Blut ver­sank und sie nach Europa fliehen musste. Zwanzig Jahre nach diesem traumatischen Erlebnis blickt sie in die Vergangenheit. In glücklichen Zeiten war Samedi détente eine samstägige Radiosendung, die fremde, internationale Musik nach Ruanda brachte. Es wurde dazu getanzt und gesungen, es wurden eigene Choreografien entwickelt, die dann montags in einer Competition auf dem Spielplatz zur Aufführung kamen. Ein echtes Ritual. 2014 erfand Dorothée Munyaneza ihr ganz eigenes Samedi détente. So singt und tanzt sie mit elektrisierend körper­licher Präsenz, erzählt vom nackten Überlebenstrieb, aber auch von stillen Momenten des Glücks. Mit ihrer eindringlichen, poetischen und kraftvollen Stimme nimmt sie die Zuschauer mit von Europa nach Afrika, aus dem Gestern ins Heute.

Konzept, Text, Tanz und Stimme Dorothée Munyaneza Mit Nadia Beugré, Alain Mahé, Dorothée Munyaneza Outside Eye Mathurin Bolze Lichtdesign Christian Dubet Bühne Vincent Gadras Kostüme Tifenn Morvan Inspizientin Marion Piry Lichttechnik Marine Le Vey Tontechnik Valérie Bjcsa Dauer 1 Stunde 15 Minuten, ohne Pause Produktionsleitung Emmanuel Magis/Anahi assistiert von Marion Gauvent www.anahi-spectacle-vivant.fr Produzent Compagnie Kadidi mit Unterstützung von Anahi/Emmanuel Magis Koproduktion Théâtre de Nîmes– scène conventionnée pour la danse, Théâtre La Passerelle – scène nationale de Gap et des Alpes du Sud, Bois de l’Aune-Aix-en-Provence, Théâtre des Salins – scène nationale de Martigues, L’Onde–Théâtre Centre d’Art de Vélizy-Villacoublay, Pôle Sud – Strasbourg, Théâtre Jacques Prévert–Aulnay-sous-Bois, Le Parvis – scène nationale de Tarbes, Théâtre Garonne–Toulouse, Réseau Open Latitudes 2 unterstütztvon Cultural European Programme, Théâtre de Liège, Théâtre de la Ville–Paris, BIT Teatergarasjen–Bergen Mit Unterstützung von Théâtre Le Monfort–Paris, of Friche Belle de Mai–Marseille, of DRAC (Regional Direction of Cultural Affairs) PACA- Ministry of Culture and Communication, of SACD, association Beaumarchais, Arcadi Ile-de-France, ADAMI and Mairie of Paris

Im Rahmen des Tanzfestivals Rhein-Main

Candoco Dance Company: Beheld & Set and Reset/Reset

Choreografie von Alexander Whitley und Trisha Brown

© Hugo Glendinning

6.11.2016 19.30 Uhr Darmstadt, Kleines Haus

CANDOCO DANCE COMPANY Die Londoner Candoco Dance Company wurde 1991 von Celeste Dandeker und Adam Benjamin als Kompanie von behinderten und nichtbehinderten Tänzerinnen und Tänzern gegründet. 2007 übernahmen Stine Nilsen und Pedro Machado die künstlerische Leitung. Für ihr Ensemble, bestehend aus drei Tänzerinnen und vier Tänzern, vergibt die Kompanie Auftragswerke und produziert Stücke von Weltklasse-Choreografen, die national und international touren. Candoco bietet darüber hinaus sowohl für angehende Profis als auch für Amateure ein umfangreiches Trainingsprogramm an.

BEHELD Beheld stammt von Alexander Whitley, klassisch ausgebildeter Tänzer und Choreograf, der in der Spielzeit 2015/16 Residenzgast beim Hessischen Staatsballett war. Zur Musik des Klavier- und Keyboardvirtuosen Nils Frahm erforschen in seinem Stück sieben Tänzerinnen und Tänzer die Möglichkeiten und Einschränkungen des Raumes, um unsere Sehgewohnheiten herauszufordern. Konzept, Choreografie und Leitung Alexander Whitley Tanz Megan Armishaw, Joel Brown, Tanja Erhart, Adam Gain, Jason Mabana, Laura Patay, Toke Broni Strandby Bühne & Kostüme Jean-Marc Puissant Kostüm-Realisierung Sasha Keir Bühnen-Realisierung Jessica Dixon und Amanda Barrow Lichtdesign Jackie Shemesh Musik Nils Frahm, überarbeitet von Rutger Zuydervelt Uraufführung 2. Oktober 2015, Laban Theatre, London Dauer 30 Minuten Dank gilt Nils Frahm, Sylvie Launay, Harriet Moss, Harriet Wybor und allen Teilnehmern des Candoco Dance Company International Lab 2015 Eine Ko-Auftragsarbeit von Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance, unterstützt von The Idlewild Trust.

SET AND RESET / RESET Set and Reset /Reset ist die Neuinszenierung des bahnbrechenden Stückes der berühmten amerikanischen Choreografin Trisha Brown aus dem Jahr 1983. Mit einem neuen Bühnenbild und zur Musik der Multimedia-Künstlerin Laurie Anderson setzt die Kompanie das Werk aus ihrer einzigartigen Perspektive um. Ein Neuinszenierungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Trisha Brown Dance Company (TBDC) Choreografie (1983) Trisha Brown Leitung (2016) Abigail Yager Musik Laurie Anderson (Mit freundlicher Genehmigung von Canal Street Communications/Laurie Anderson Studio) Tanz Megan Armishaw, Joel Brown, Tanja Erhart, Adam Gain, Jason Mabana, Laura Patay, Toke Broni Strandby Kostüme Celeste Dandeker-Arnold Obe (Auf Grundlage des Originaldesigns von Robert Rauschenberg 1983) Bühne David Lock (Auf Grundlage des Originaldesigns von Robert Rauschenberg 1983) Lichtdesign Chahine Yavroyan Dauer 25 Minuten Set and Reset/Reset ist eine Kombination des Originals und der Choreografie der Tänzerinnen und Tänzer der Candoco Dance Company und wurde 2011 uraufgeführt. Koproduziert von Migros Culture Percentage Dance Festival Steps

Im Rahmen des Tanzfestivals Rhein-Main

Paula Rosolen: Puppets

Choreografie von Paula Rosolen

© Jörg Baumann

6.11.2016 18.00 Uhr Darmstadt, Kammerspiele

7.11.2016 20.00 Uhr Darmstadt, Kammerspiele

Die Bewegungen von Puppen gelten in vielen Epochen und Kulturen so zum Beispiel im romantischen Ballett oder im klassischen javanischen Tanz als tänzerisches Ideal. Paula Rosolen gibt dem Verhältnis von Puppen und Tanz einen erstaunlichen Twist. Sie nimmt nicht die Bewegungen der Puppen, sondern die Bewegungen der Puppenspieler in den Blick. Welches Bewegungsmaterial und welche choreografischen Muster entstehen beim gemeinsamen Führen einer Puppe? In einer tanzfremden Disziplin, dem Puppentheater, findet Rosolen eine sonst verborgene Art der Bewegung und setzt sie tänzerisch ins Rampenlicht.

Konzept und Choreografie Paula Rosolen Künstlerische Beratung Juan M. Morales Erarbeitet mit und getanzt von Jungyun Bae, Alina Bilokon, Émilia Giudicelli, Atsushi Heki, Marko Milic Musik und Komposition David Morrow Drehleier Knud Seckel Lichtdesign und Technische Leiterung Lea Schneidermann Kostüme Takako Senda, Anika Alischewski, Juan M. Morales Dramaturgische Beratung Jeff Friedman Choreografische Assistenz Christopher Matthews Eine Produktion von Paula Rosolen / Haptic Hide und der Tanzplattform Rhein-Main, ein Projekt des Künstlerhaus Mousonturm und des Hessischen Staatsballetts (Staatstheater Darmstadt und Hessisches Staatstheater Wiesbaden), in Koproduktion mit dem Théâtre de la Ville Paris und dem Damansara Performing Arts.

CocoonDance: No body but me

Choreografien von Rafaële Giovanola

© Klaus Fröhlich

23.11.2016 20.00 Uhr Darmstadt, Kammerspiele

24.11.2016 20.00 Uhr Darmstadt, Kammerspiele

CocoonDance wurde 2000 von der Choreografin Rafaële Giovanola und dem Dramaturgen Rainald Endraß gegründet. Mit kontinuierlicher Teamarbeit und einer starken dramaturgischen Ausrichtung erreicht die Kompanie eine hohe inhaltliche und künstlerische Qualität. Seit 2004 produziert, spielt und kuratiert CocoonDance im freien Bonner theaterimballsaal und tourt mittlerweile mit seinen Projekten auf vier Kontinenten. No Body But Me lockt das Publikum mit mitreißenden Bewegungen, Verschachtelungen und Sprüngen. Wichtige Bestandteile des Stückes sind dabei Erzähl- und Wahrnehmungsmuster, denen Rafaële Giovanola und Rainald Endraß mit speziellen Bühnenkonstruktionen, mit Sprache, Video-, Musik- und Soundeinsatz nachgehen.

Von und mit Fa-Hsuan Chen, Martina De Dominicis, Alvaro Esteban, Werner Nigg, Inma Rubio, Susanne Schneider, Brice Taupin Choreografie, Regie Rafaële Giovanola Musik Jörg Ritzenhoff Licht Marc Brodeur Kostüme Kristelle Paré Assistenz Leonardo Rodrigues Santos Outside eye Roberto Serafide Video-Coaching Cedric Raccio Dramaturgie Rainald Endraß

Eine Produktion von CocoonDance in Koproduktion mit Tanzplattform Rhein-Main (Die Tanzplattform Rhein-Main ist ein Projekt von Hessisches Staatsballett und Künstlerhaus Mousonturm, ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Stiftungsallianz [Aventis Foundation, BHF-BANKStiftung, Crespo Foundation, Dr. Marschner-Stiftung, Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main]), Théâtre du Crochetan Monthey, theaterimballsaal Bonn. Gefördert durch Kunststiftung NRW, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Bundesstadt Bonn und Théâtre-ProVS, Le Conseil de la Culture Etat du Valais, La Loterie Romande und das NATIONALE PERFORMANCE NETZ (NPN) Koproduktionsförderung Tanz aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags.

Eun Me Ahn: Dancing Grandmothers

Choreografie von Eun Me Ahn

13.12.2016 19.30 Uhr Darmstadt, Großes Haus

Eun-Me Ahn entführt ihre Zuschauer in eine verrückte, knallbunte Welt und eröffnet mit diesem wunderbaren Generationenstück eine ermutigende Perspektive auf das Alter. Anlässlich einer Expedition durch koreanische Provinzen animierte sie ältere Bäuerinnen vor Ort zum Tanzen. Dabei erspürte die Choreografin die immer noch vor­handene Energie und ließ sich von den Gesten inspirieren. Doch es blieb nicht beim Abschauen: Eun-Me Ahn bittet einige dieser Groß­mütter mit auf die Bühne, präsentiert sie in filmischen Szenen, kon­trastiert ihre Körpersprache geschickt mit der ihrer eigenen Kompanie und beweist so, dass Tanz kein Alter kennt – eine bewegende und begeisternde Ode an das Leben, die zu einem rauschenden Fest wird.

Uraufführung Februar 2011, Doosan Art Center Dauer 90 Minuten, keine Pause Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung im Foyer des Kleinen Hauses

Choreografie und Künstlerische LeitungG Eun-Me Ahn Musik Young-Gyu Jang Künstlerische Beratung Chun Wooyong Kostüm- und Bühnenbild Eun-Me Ahn Bühnenbildgestaltung Sunny Im/Yunkwan Design Lichtdesign Jang Jinyoung Video-Regie Taeseok Lee Bilder Jiwoong Nam, Seunghwan Kim, Sangwha Lee, Taeseok Lee Videoproduktion Eun-Me Ahn Company Produktionsassistenz Soyeon Lee, Eunji Park Die Tänzerinnen und Tänzer Eun-Me Ahn, Hyosub Bae, Juhyun Cho, Ji Hye Ha, Youngmin Jung, Geuntae Kim, Hyekyoung Kim, Kibum Kim, Kyungmin Kim, Eisul Lee, Sihan Park, Seunguk Song Die Großmütter Chang Nang Ahn, Keumja An, Byong Soon Chang, Dongju Hwang, Jeong Ok Hwang, Jum Re Jun, Kyung Ja Kang, Nam Suk Kim, Sook Hee Lee, Seoksoon Yoon

Leonid Yacobsen Ballet Company: Der Nussknacker

Ballett von Vasili Vainonen, Musik von Peter Tschaikowsk

22..12.2016 19.30 Uhr Darmstadt, Großes Haus 23.12.2016 15.00 & 19.30 Uhr Darmstadt, Großes Haus

Der Nussknacker, aus dem Jahre 1891, gilt als eines der wichtigsten Werke des Komponisten Peter Tschaikowsky. Der Choreograf Vasili Vainonen schuf seine Version des Balletts 1934 für das Mariinsky Theater in Sankt Petersburg. Sein Nussknacker ist durch die Fülle an zauberhaften Tricks, farbenfrohen Puppen und einem festlichen Weihnachtsbaum besonders bei Kindern beliebt. Zugleich integriert er den philosophischen Gedanken, dass das vollkommene Glück niemals erreicht werden kann, und bereichert das Werk mit einem romantischen Unterton. Ein Klassiker des 20. Jahrhunderts! Es spielt das Internationale Sinfonieorchester Lemberg

Compagnie Philippe Saire: Cut

Choreografie von Philippe Saire

© Philippe Weissbrodt

Deutschlandpremiere 10.2.2017 20.00 Uhr Darmstadt, Kammerspiele

11.10.2016 20.00 Uhr Darmstadt, Kammerspiele

Der Choreograf Philippe Saire gilt in der Schweiz als Schlüsselfigur der zeitgenössischen Tanzszene. In CUT, das unter anderem während einer Residenz beim Hessischen Staatsballett entstand, werden die Zuschauer einer ungewöhnlichen Bühnensituation ausgesetzt: Sowohl Publikumsraum als auch Bühne werden durch einen blickdichten Vorhang in zwei geteilt. Wie ein Film ist CUT gespickt mit Hinweisen, aber die Handlung bleibt rätselhaft. Der Betrachter stellt Selbstverständliches in Frage und wird in ein Gefühl der Unsicherheit versetzt. Gestaltet wie ein Puzzle, das es zu lösen gilt, konzentriert sich CUT auf Abfahrt und Entwurzelung, inspiriert von einem bedeutenden Ereignis in Philippe Saires Kindheit in Algerien. Mehr als nur ein Tanz-Stück ist CUT eine tatsächliche Erfahrung.

Balletto di Roma: Giselle

Choreografie von Itamar Serussi und Chris Haring

© Gabriele Orlandi

28.2.2017 19.30 Uhr Darmstadt, Kleines Haus

1.3.2016 19.30 Uhr Darmstadt, Kleines Haus

Das Balletto di Roma hat während seines 55-jährigen Bestehens zahlreiche repräsentative Kooperationen und kreative Geister miterlebt. Unter seinem derzeitigen künstlerischen Leiter Roberto Casarotto entwickelte es sich zu einem der interessantesten Ensembles zeitgenössischen Repertoires in der europäischen Tanzlandschaft. Für Giselle betraute die Kompanie die beiden zeitgenössischen Choreografen Itamar Serussi und Chris Haring mit der Neuinterpretation des Ballettklassikers. In ihrer Version werden die Zutaten zeitgenössischer Tanzformen und die Denkweisen des modernen Alltags geschickt in die tragische Handlung eingefügt. In Übereinstimmung mit dem Original, welches Ereignisse der irdischen Welt und des Jenseits nebeneinanderstellt, beschreiben die künstlerische Universen von Itamar Serussi und Chris Haring die zwei Welten, in denen sich die Geschichte von Giselle entwickelt.

Eine Produktion von:

Mit Unterstützung von:

Nadia Beugré: Legacy

Choreografie von Nadia Beugré

© Dylan Piaser

30.3.2017 19.30 Uhr Darmstadt, Kammerspiele

31.3.2016 19.30 Uhr Darmstadt, Kammerspiele

Gemeinsam mit der Tänzerin Hanna Hedman, der Musikerin Manou Gallo und 15 freiwilligen Tanzbegeisterten aus der Region widmet sich Nadia Beugré in Legacy den Frauen auf der ganzen Welt, die bis zur Selbstopferung für die Rechte, die Freiheit und Würde ihres Volkes und ihrer selbst gekämpft haben. Wie können deren Geschichten Inspiration für unsere Zeit sein? Als Frau in dem Staat Elfenbeinküste geboren, hat dieses Stück seine Wurzeln in Beugrés eigener Biografie.

Einige Informationen zu den vergessenen Heldinnen aus Afrika und der afrikanische Diaspora finden Sie hier (in englischer Sprache): Heroines of Africa – EN

Batsheva Dance Company: Naharin’s Virus getanzt von Batsheva – The Young Ensemble

Von Ohad Naharin

© Gadi Dagon

26.4.2017 19.30 Uhr Darmstadt, Großes Haus

Für seine gefeierte Kreation aus dem Jahre 2001 nutzte Ohad Naharin Peter Handkes berühmtes Stück Publikumsbeschimpfung um die Entfaltungsmöglichkeiten von Sprache an ihren Grenzen zu erforschen. Naharin schuf dieses Werk in Zusammenarbeit mit Batsheva-Tänzerinnen und Tänzern und mit der musikalischen Beratung von Karni Postel. Die Originalmusik stammt von Postel selbst, sowie von Habib Alla Jamal und Shama Khader. 2003 erhielt Naharin für diese herausragende und wegweisende Arbeit den Bessie Award.

Chunky Move: An Act of Now

Choreografie von Anouk van Dijk

© Jeff Busby

9.6.2017 19.30 Uhr Darmstadt, Großes Haus

In An Act of Now entfalten acht Tänzerinnen und Tänzer in einem nebelgefüllten Glashaus eine intensive körperliche Choreografie. Wer führt? Wer folgt? Wer wird gedeihen, wenn sich das Gleichgewicht der Macht verschiebt – und letztlich: Wer wird überleben?
Die gefeierte Choreografin Anouk van Dijk setzt diese Fragen und Reflexionen in Bezug zur kulturellen Identität und macht sie zum Ausgangspunkt ihres waghalsigen und zugleich leidenschaftlichen Tanzstücks.